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Doktor-Hanfs Patienten Ecke 22 - Schmerzfrei dank Cannabis

Doktor Hanf alias Lars Scheimann leidet an Tourette sowie ADHS und ist seit Anfang 2009 Besitzer einer Erlaubnis, seine Symptome mit Cannabis zu lindern.
Publiziert am: 01.03.11 - Medienformen: Medienform Text

Grüße!

Liebe Hanf Journal Leser und Leser/innen,

heute möchten wir euch auf einen Patienten aufmerksam machen, der es leider nicht mehr geschafft hat, einen Antrag zur legalen Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken nach § 3 BtMG Abs. 2 zu stellen. Aufgrund des ausdrücklichen Wunsches seiner Familie, die uns seine Geschichte zur Verfügung stellte, haben wir seinen Namen in folgenden Zeilen verändert. Andreas, 45 Jahre alt. Diagnose: metastasiertes Blasencarcinom.

Als Andreas in die Klinik kam, war er bereits durch unzählige Chemotherapien, eine zuvor durchgeführte Operation und den Einsatz von strahlentherapeutischen Maßnahmen gekennzeichnet. Von der Diagnosestellung bis hin zu seinem letzten Krankenhausaufenthalt hatte es zehn Monate gedauert. Grund der Aufnahme war ein stark reduzierter Allgemeinzustand, der ihm nicht mehr ermöglichte, alleine aufzustehen oder Nahrung einzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt nahm seine Ehefrau Kontakt zu uns auf. Sie erzählte uns von dem Schicksal, das quasi 10 Monate zuvor von heute auf morgen alles verändern sollte. Ihre Frage bezog sich auf eine Cannabistherapie. Andreas hatte in früherer Zeit Cannabis konsumiert, was jedoch schon ein paar Jahre her war, lange vor der Erkrankung. Sie wollte nun wissen, welche Möglichkeiten ein Patient hat, legal in dieser Situation Cannabis Präparate oder natürliches Cannabiskraut zu nutzen. Sie hätte davon gehört, aber keiner der bisher behandelnden Ärzte konnte ihr ihre Fragen beantworten. Ihr Ziel war, dass Andreas mit Hilfe der begleitenden THC Therapie wieder essen könne. Wie ihr selber wisst, ist es eine zeitaufwendige Angelegenheit, bis ein entsprechender Antrag bei der Bundesopiumstelle bearbeitet, bewilligt oder abgelehnt wird. Wir rieten ihr dazu, in der Klinik zuerst nach Dronabinol zu fragen. Bereits wenige Tage darauf bekam Andreas die ersten Dronabinol Tropfen verabreicht. Es dauerte einige wenige Tage und die starken morphinhaltigen Schmerzmedikamente konnten reduziert werden. Er fühlte sich wacher und begann neben der parenteralen Infusionstherapie (künstliche Ernährung) flüssige Kost zu sich zu nehmen. Einige weitere Tage dann verschwand die Übelkeit. Tag für Tag ging es ihm ein wenig besser. Mit jedem Tag konnte er ein wenig besser essen. Durch die Metastasen, die sich leider auch in den Knochen manifestierten, konnte er jedoch nicht mehr aufstehen. Seine Familie gab alles, um ihm seine letzte Zeit, die ihm noch blieb, so angenehm
wie möglich zu gestalten.

Bereits nach drei Wochen konnte Andreas zur weiteren palliativen Versorgung nach Hause entlassen werden. Dort lag er in einem speziellen Pflegebett im Wohnzimmer und konnte von dort aus - so gut es ging - in das Familienleben integriert werden. Die Dronabinol Therapie wurde bis zuletzt von seiner Krankenkasse im vollen Umfang bezahlt. Seine Ehefrau buk ihm zudem noch Kekse aus Cannabutter, weil er die so gerne aß. Sie sagte, nie einen Antrag beim BfFarm gestellt zu haben, weil sie die kostbare Zeit, die so ein Antrag in Anspruch nimmt, lieber mit ihm verbringen wollte. Erst kürzlich haben wir von ihr erfahren, dass Andreas es jetzt geschafft habe. Er schlief friedlich und ohne Schmerzen zu Hause ein. Die ganze Familie war bei ihm. Sie bedankte sich und sagte die Zeit mit THC war wohl die “beste“ in der schlimmen Zeit. Er konnte essen, er musste nicht erbrechen ... und manchmal hat er sogar gelacht.

Wege entstehen, indem man sie geht.

Euer Doktor Hanf



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