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Wasser, Luft und Liebe ... dazu noch ein paar Nährstoffe

Die große Hydroponik Serie im Hanf Journal
Publiziert am: 01.02.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: KIMO
Auf Hydrokorrels und auf Fließtisch mit Steinwollwürfel – Fotos: Archiv

Teil III - Hydrokorrels, Seramis und NFT-Technik
(Schlecht speicherfähige, hydroponische Medien)


Hydrokorrels
Im Gegensatz zu Steinwolle &Co können einige Medien kein oder nur wenig Wasser speichern und müssen deshalb anders behandelt werden. Deswegen sollte man allgemein Angaben für „Hydro“ immer ein wenig misstrauen. Das verbreiteste Medium sind Tonkügelchen, so genannte Hydro-Korrels oder ein den Kügelchen ähnliches, aber feineres Granulat, das meist unter dem Markennamen „Seramis“ vertrieben wird. Bei diesen Zuchtmedien ist eine Dauerbewässerung empfehlenswert, die wiederum setzt ein rezirkulierndes System voraus. Das erfolgreichste Hydro-System der Dekade, der Dutch Pot und die Aqua- oder Waterfarm von General Hydroponics of Europe, beruht auf dieser Technik. Durch das ständig fließende Wasser und den hohen Sauerstoffgehalt im Medium entwickeln sich die Wurzeln explosionsartig. Es bedarf keiner Zeitschaltuhr bei der Bewässerung, obwohl einige Sparfüchse davon überzeugt sind, 15 Minuten Bewässerung pro Stunde reiche aus. Die Erfahrung und Hersteller dieser Systeme sagen das Gegenteil, außerdem ist es der Stabilität des pH-Wertes und dem Sauerstoffgehalt zuträglich, wenn das Wasser ständig bewegt wird.
Hydrokorrels sollten vor dem Gebrauch gewaschen werden. Hierzu werden sie einfach über Nacht in eine Wanne mit Wasser gelegt und ab und zu umgerührt. Das verhindert feine rote Staubanlagerungen und stabilisiert außerdem auch den pH-Wert. Der schwankt anfangs bei der Inbetriebnahme dieser Systeme ein wenig, nach zwei bis vier Tagen bleibt er dann ziemlich stabil.
Bei rezirkulierenden Anlagen sollte während der Blütephase das Wasser mindestens einmal komplett ausgetauscht werden. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Ende des Längenwachstums, also Ende der dritten oder Anfang der vierten Woche des Blütezyklus. Ansonsten reicht es, die Nährlösung ständig in Bewegung zu halten und den Ec- sowie den pH-Wert regelmäßig zu kontrollieren und gegebenenfalls zu regulieren. Beim pH-Wert kann man anfangs ruhig mit 5,8-6,0 arbeiten, ab der dritten Blütewoche sollte man ihn dann aber bei 5,5-5,8 einpendeln. Abgestorbene Wurzelreste sollten regelmäßig aus Töpfen und Reservoir entfernt werden. Nach der Ernte kann man die gesamte Anlage sowie die Hydrokorrels in einer verdünnten Wasserstoffperoxid-Lösung einweichen lassen und danach mit klarem Wasser durchspülen. Die Korrels können so beliebig oft verwendet werden, sollten jedoch nach jedem Durchgang wie oben beschrieben gewaschen werden. Rezirkulierende Hydro-Anlagen sind nicht unbedingt Anfänger geeignet, Fehler haben unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit der Pflanzen, weil kein Medium die Nährlösung speichert und somit auch nicht buffert. Auch die Anfälligkeit für Schädlinge ist bei unsauberem Arbeiten besonders hoch, weil Schmutzecken in Zusammenhang mit Tropfwasser oder verschmutztes, ungepflegtes Medium optimale Brutstätten für allerhand Getier bilden.
Bei Mutterpflanzen auf Hydrokorrels sollte man bedenken, dass hier ein Umtopfen sehr schwierig und ab einem gewissen Alter fast unmöglich ist. Wer also seine Mutterpflanzen in einer Aqua- oder Waterfarm großziehen will, muss sie in die Blüte schicken, wenn sie zu groß für den Topf wird.

Fazit:
Hydrokorrels und andere, nicht wasserspeichernde Medien bieten den Pflanzen optimale Bedingungen, bedürfen jedoch täglicher und intensiver Pflege und einer Menge Vorabplanung- sowie -kenntnis.
Das mühsame Schleppen von Säcken entfällt bis auf das erste Mal, die Anschaffungskosten für ein solches System fangen bei 300€/m² an. Natürlich gibt es auch hierfür in den bekannten Foren wunderbare Selbstbauanleitungen.

Achtung: Bei rezirkulierenden Systemen sollte nie mehr Wasser in den Kreislauf eingebracht werden, als der Nährstofftank fasst. Oft wird zum Regulieren einfach nachgekippt, bis der Tank fast voll ist. Fällt dann die Pumpe aus, läuft das Wasser aus dem System zurück ins bereits volle Reservoir - fertig ist der Wasserschaden. Wasserschäden sind neben Geruchsbelästigungen die zweithäufigste Ursache für den plötzlichen Pflanzentod durch (Un)-Menschenhand.

NFT-Nährfilm-Fließ-Technik
Hierbei rezirkuliert ständig ein dünner Film Nährlösung durch den Wurzelbereich, während die Pflanzen in Steinwollwürfeln, Oasis-Flocks, Hydrokorrel-Töpfen oder auch Kokostöpfen auf diesem dünnen Nährstoffilm stehen. Von den Pflanzbehältern wird der Boden entfernt (bei den Steinwollwürfeln ist das nicht notwendig) und die Pflanzen werden auf ein Wurzelfließ gestellt. Dann legt man eine dünne Nadelfolie über das Wurzelfließ, um es lichtdicht abzudecken. Hierbei ist höchste Vorsicht angesagt, denn NFT-Tische sind anfällig für Algen. Die Nadelfolie schützt den Wurzelbereich vor Licht und somit auch vor Algenbefall und muss deshalb peinlich genau verlegt werden. Das Wurzelfließ darf an keiner Stelle mehr zu sehen sein, den kritischen Einschnittstellen für die Töpfe und an den Rändern ist hierbei besondere Aufmerksamkeit zu schenken. So kann sich zwischen dem Fließ und der Folie ein mehrere Zentimeter dickes Wurzelwerk bilden, ganz ohne Medium. Die Töpfe oder Würfel dienen lediglich der Vorzucht und der Stabiltät. Bei einem guten NFT Grow ist zwischen den Folien eine bis zu 10 Zentimeter dicke Wurzelschicht entstanden, die weiter oben für beste Erträge sorgt. Bei NFT-Tischen ist eine Dauerbewässerung bei der Verwendung von nicht wasserspeichernden Medien in den Pflanzbehältern wie Korrels auf dem Tisch ratsam. Bei der Verwendung von wasserspeichernden Medien wie Steinwolle oder Kokos reichen Intervalle von 15 Minuten pro Stunde. NFT-Bausätze sind in allen Preis- und Qualitätsebenen zu haben, allerdings ist gerade bei dieser Technik ein Eigenbau relativ einfach und preisgünstig.

Fazit:
Die NFT-Technik ist, obwohl rezirkulierend, ein guter Einstieg in die Hydro-Gärtnerei, besonders wenn man die Pflanzen in Töpfe mit einem einfach zu handhabenden Medium wie Kokos, Steinwolle oder Oasis stellt. So hat nicht jeder kleine Mess- oder Regelfehler direkte Auswirkungen auf die empfindlichen Wurzeln. Doch auch das einfachste Hydro-System bedarf täglicher Kontrolle.

In der nächsten (und letzten) Folge der Reihe stelle ich Euch die Königsdisziplin vor: Aeroponic oder Aeroponie, das Growen ganz ohne Medium.




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