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Rolys Silberscheiben des Monats März 2011

Publiziert am: 04.03.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Roly
Anna Calvi: Anna Calvi

domino records

Schon letzten Herbst horchte die Musikwelt auf, als sich Anna Calvi mit ihrer ersten Single „Jezebel“ ins Reich von Edith Piaf vorwagte und damit ihr Gespür für kühl dramatischen, zerschepperten Chanson-Rock bewies. Prompt setzte die BBC die 28-Jährige mit der dunklen Altstimme und den blutroten Lippen auf ihre prestigeträchtige Liste „Sound of 2011“, den sie gleich zu Jahresbeginn mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album prägt. Ihre Einflüsse weisen als Sängerinnen Nina Simone und Maria Callas, als Gitarristen Jimi Hendrix und Django Reinhardt, als Komponisten Debussy und Ravel aus. Von letzteren hat sie sich wohl auch die Dynamik abgeschaut, denn ihre Songs wechseln oft sehr plötzlich von ganz leise zu sehr laut. Nur von Schlagzeuger Daniel Maiden-Wood und der Multi-Instrumentalistin Molly Harpaz am Harmonium begleitet, steigert sich nach dem Morricone-esken Blues-Instrumental „Rider to the Sea“ langsam ein vorsichtiges Liebeswispern in „No More Words”, bis sie in „Desire“ eine dramatische Stadion-Hymne zum Besten gibt. In „Suzanne and I“ kommt Anna wie ein weiblicher Bowie rüber, und nach dem dezent mit Streichern ausstaffierten, gestenhaften „First We Kiss“ beschwört sie mit Engels-Sopran „The Devil“. Voller Energie ist das wunderbar melodiöse „Blackout“, bevor sie lasziv die Geschlechterrolle wechselt („I’ll Be Your Man“) und im finalen Rock-Crescendo „Love Won’t Be Leaving“ die Klangmalereien eines Hitchcock-Soundtracks aufleben lässt. Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Flamenco, Blues, Chanson, Rockabilly und klassischer Musik begeisterte sie schon Nick Cave und Brian Eno. Düster und kraftvoll singt Anna Calvi über einen alten Vox-Verstärker und mit viel Hall gespielter Gitarre über das Feuer in ihrem Herzen, das sie fürchtet, und über die Dunkelheit, die aus ihrer Seele kommt. Und das ist schon sehr intensiv und virtuos!

www.myspace.com/annacalvi
www.annacalvi.com
www.dominorecordco.com




DJ Vadim presents The Electric: Life Is Moving
o.g.s.

In Russland das Licht der Welt erblickt, wächst der Vollblut-Musiker in London auf und widmet sich in den 80ern dem HipHop. Mit der Faszination kommt das Interesse an den Wurzeln: Vadim entdeckt Roy Ayers, James Brown und die Stars der Motown-Ära und gelangt über Miles Davis zu Blue Note, Prestige und Impulse. Sein einzigartiger Stilmix aus HipHop, Soul, Reggae und Electronica machen ihn rund um den Globus bekannt. Während der 2009er Tour für sein letztes Album „U Can’t Lurn Imaginashun“, bei dem es um die Umsetzung von negativen Gefühlen in Inspiration und Kraft und darum geht, dass Vorstellungskraft nur tief in uns selbst zu finden ist, formiert sich seine neue Band „The Electric“, die bereits als Support der Fat Freddy’s Drop Tour für Begeisterung gesorgt hat. Zusammen mit der englischen Soulhoffnung Sabira Jade und dem Chicagoer Rapper Pugs Atomz bildet DJ Vadim ein wahrhaft internationales Kollektiv mit exquisitem Geschmack. Auf „Life Is Moving“ treffen nun dicke Drumsounds auf Vintage Synthie-Effekte und Moogs, zuweilen aufgebrochen durch discolastige Upbeat-Momente und abgedrehte Soundspielereien. Vor allem Tracks wie „Toot Toot (Freestyle)”, „Overloaded“, „Beautiful“ (feat. Yarah Bravo), „You Can Try”, „Hands Up”, „Running” und „Questions, Questions” erinnern vom Vibe her an die Alte Schule der 70er und 80er und erzählen über hypnotischen Riddims eine fesselnde Geschichte voller Emotionen, Trennungen, Schönheit und Ekstase. Eine experimentierfreudige Melange aus oldschooligem HipHop-Drumloop-Feeling und modernem Soul auf hohem Niveau!

www.myspace.com/theelectricsoundcompany
www.electricsoundcompany.com
www.ogsrecordings.com




Space Invadas: Soul:Fi
bbe music

Für dieses Projekt haben sich zwei grosse Namen zusammengefunden: Katalyst und Steve Spacek. Katalyst ist der Produzent Ashley Anderson, der für seine Solo-Releases in seiner Heimat Australien für die ARIA Awards nominiert wurde und auch international grosses Ansehen geniesst. Zusammen mit Geoff Barrow (Portishead) betreibt er ausserdem das Invada Label. Der aus London stammende Steve Spacek, den es erst nach Los Angeles und nun nach Sydney verschlug, gilt als grosser Soulsänger und wird von manchen mit Curtis Mayfield oder Marvin Gaye verglichen. Seine bisherigen Kooperationen mit Artists wie J Dilla, Mos Def, Slum Village oder Common sorgen für viele Vorschusslorbeeren. In Down Under legte das gemeinsame Album der Space Invadas bereits einen galaktischen Start hin und sorgte für reichlich Kritikerlob. Nun wird „Soul:Fi” weltweit veröffentlicht, und so komme auch ich in den Genuss, diese 18 erfrischenden Stücke zu hören, die zwischen Jazz-/Funk-Grooves, zahlreichen Soul-Samples und modernem HipHop mäandern. Bereichert werden sie neben Steve Spaceks brillanter Falsettstimme durch Gastspiele von den MCs Buff1 und Dank (von Frank and Dank) aus Detroit und den Soulsisters Jade MacRae und Fantine aus Australien. Ganz gross: „Imaginist“, „Recognise”, „See Em Hear Em”, „Listen“, „Rise“, „Give Me The Love”, „Done It Again” sowie die Balladen „Way We Feel” und „So Strong”. So flimmern die bunten Ausserirdischen nicht mehr über den Arcade-Bildschirm, sondern erfreuen uns mit beseeltem New School Funk aus dem australischen Outback. Nice one!

www.myspace.com/spaceinvadasoul
www.spaceinvadas.com
www.bbemusic.com




Dadajugend Polyform: Louis de Marsalle
adp records

Das, was einst als Soundtüftelei in Garage und Wohnzimmer der beiden Cousins Enno Schmitt und Sebastian Birkelbach begann, steht mittlerweile - verstärkt durch den Gitarristen Holger Bär und Lena Plaß am Synthie - auf der Bühne und tourt durch Clubs in ganz Deutschland. Gegründet Mitte der Nullerjahre veröffentlichte die Band Dadajugend Polyform vor zwei Jahren die Remix-EP „Support Our Loops“ auf dem berühmt-berüchtigten Audiolith Label. Hierauf wurden verschiedene Songs ihrer Debüt-EP „Sellout“ durch den Remix-Wolf gedreht. Nach einer weiteren EP mit dem (wort)verspielten Titel „You Just Got Recorded“ biegt nun das fränkische Quartett endlich mit dem ersten Longplayer beim Kulmbacher Indie-Label „Auf die Plätze“ (ADP) um die Ecke. „Louis de Marsalle“ (benannt nach dem expressionistischen Maler und Grafiker Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) bzw. seinem Pseudonym) subsumiert elf Songperlen, die allesamt der gute Audiolith-Kollege Plemo mixte. Den anfänglich dadaistischen Texten und anarchistischen Songstrukturen folgt ein Schwenk in den 80er-Wavepop, ohne die „alte Liebe“ rosten zu lassen. Weitere Eckpfeiler sind Post- und Elektropunk, die an der Seite des Samplers Roland SP 404 und dem Gesang eine ganz eigene Atmosphäre schaffen. Meine Lieblingssongs sind „Legacy“, „Italic“, „Quarter Life“, „She Does Have No Name Yet” und auch immer noch „You Just Got Recorded“. Zwischen den Beats und einem Bass, der die Bauchdecke hebt, mag ich vor allem diesen immer eine Spur doch sehr melancholischen 80er Vibe. Auf die Plätze, fertig, los …

www.myspace.com/dadajugend
www.dadajugend.de
www.aufdieplaetze.net




Siriusmo: Mosaik
monkeytown records

Moritz Friedrich aka Siriusmo, der bereits seit einer Dekade auf verschiedenen Berliner Labels veröffentlicht hat und mit Remixen für Scissor Sisters, Gossip, Chikinki, Simian Mobile Disco, Digitalism, Boys Noize, Chromeo, Munk und viele weitere ein beachtliches Repertoire vorweisen kann, ist wieder da. Sechs Wochen nach Veröffentlichung der bereits vorab für Furore sorgenden „Feromonikon / Signal”-Single erscheint sein Debütalbum „Mosaik” als erstes Artist-Album auf Modeselektors Monkeytown Records – sowohl auf CD als auch auf 2xLP. Seine Musik beschreibt der Ex-Graffiti-Künstler, der mit Stevie Wonder, den Beatles & HipHop aufgewachsen ist, als futuristisch. Nicht jedoch dem heutigen Bild der Zukunft entsprechend, sondern eher wie man sich die Zukunft in den 1970ern erdacht hat: übertrieben, ausufernd, improvisiert, farbenfroh, extravagant und offen für alles jenseits der eigenen Vorstellungskraft. Das „Mosaik“ setzt sich so aus einem tanzbaren Mix aus Dubstep, Disco, HipHop, House, Elektro und Experimental zusammen und überzeugt auf ganzer Linie. Sowohl der P-Funk auf „High Together“ als auch das poppige „Idiologie“ oder der verzerrte Rap auf „Bad Idea“ spiegeln seine vielfältigen musikalischen Wurzeln wider. Weitere Highlights sind das tierliebe „Lass den Vogel frei!“, das breakige „123“, das fröhliche „Einmal In Der Woche Schreien“ und das deep schwingende „Nights Off“. Mein Lieblingshit ist das hymnische „Signal“. Ein Meisterstück für die 21st Century Discothek, in der die Bässe verdreht, die Beats vollbeladen und die Sounds in eine spacige Pracht gehüllt sind. Funktioniert auch prima im Wohnzimmer.

www.myspace.com/siriusmo
www.myspace.com/danasiriusmo
www.monkeytownrecords.com


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