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Unser Dach soll schöner werden

Guerilla-Dachbegrünung in Polen
Publiziert am: 04.03.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Text & Fotos: Organica
Auch gut: Hanf Journal auf'm Dach

„2006 war die beste Saison für Outdoor-Grower in Polen, zumindest seitdem ich mich erinnere, habe ich keinen so schönen Sommer und Herbst erlebt. Nehmt euch ein wenig Zeit und lest, wie ich das ganze durchgezogen habe:

Die Vorbereitung

Mit der Planung habe ich bereits im Winter begonnen. Denkt also immer schon lange vor der Saison daran, die Grundlagen vorzubereiten. Man braucht vor allen Dingen gute Samen und guten Dünger. Die Grow-Plätze sollten auch schon im Winter oder spätestens im März gefunden sein.
2006 habe ich zufällig einen traumhaften Platz entdeckt: Einen alten, verlassenen Geräteschuppen mit einem drei Meter hohen Dach. Ein großer Schornstein aus Ziegeln sowie jede Menge hochwachsende Pflanzen und Büsche gaben nach außen eine perfekte Tarnung. Das ganze Ding hatte eine Grundfläche von 25 Quadratmetern und meine Growfläche befand sich drei Meter über dem Boden. Ich hatte das Gefühl, im Garten Eden Hanf anbauen zu können.
Meine Sortenwahl war eher ungewöhnlich:
Durban Silver Star, Bubbleberry x Buddah Sister (BB x BS) und California Orange Bud x Passion#1 (COBxP#1) sowie noch ein paar gute “Kommerzsorten”, auf die ich aber nicht näher eingehen werde. Vormals hatte ich solch exotische “Edelstrains” bei meinen Growvorhaben nie Beachtung geschenkt, sondern mir Samen aus der Rauchware gesammelt, die ich bei meinem Dealer gekauft hatte. Die Pflanzen, die ich bisher angebaut hatte, blühten zwar schnell und schön, aber irgendwie fehlte ihnen das gewisse Etwas.
Ich hatte eben keine großartige Outdoor-Genetik, was sich aber durch meine Freunde vom Overgrow.com Forum änderte. Alle erwähnten Sorten waren private Züchtungen wirklich ambitionierter Outdoor-Grower, die auf dem Samenmarkt gar nicht zu haben sind. Diese Kerle kreuzen seit Jahren immer wieder das beste Männchen mit dem besten Weibchen ihrer Outdoor-Grows und haben so eine einzigartige Outdoor-Genetik für nördliche Gefilde geschaffen.
Ich erwähne das, weil ich darauf hinweisen möchte, dass gutes Saatgut auch mit wenig Geld zu haben ist, man muss nur die richtigen Leute fragen. In dieser Community ist immer was Schickes am Start, weil jeder versucht, dem anderen zu helfen. Als die Zeit reif zum Anfangen war, war ich wirklich aufgeregt, denn meine Genetik war von den angesehensten Breedern in ganz Polen und Dänemark, die ich vor dem Bust von www.overgrow.com dort kennengelernt hatte.
Es gibt nichts Wertvolleres als die Hilfe erfahrener Grower und auch meine Freunde vom International Cannagraphic waren mir bei der Durchführung dieses Projekts mehr als hilfreich. (Anm. der Redaktion: Das overgrow.com-Forum war bis zu seiner Schließung durch die Kanadische Regierung im Jahr 2006 das größte Grower-Forum weltweit, overgrow ist seit fünf Jahren nicht mehr erreichbar.)

Die Durchführung

Zuerst fiel mir auf, dass die Sorten wirklich ganz anders waren als alles, was ich bis dahin angebaut hatte. Im Vergleich zu meinen bisherigen Ladies hatten sie bei gleichen Bedingungen dickere Stiele und sahen einfach “saftiger” aus, der Blattzuwachs war enorm. Alle Blätter waren absolut symmetrisch und sahen perfekt aus, als ob sie glänzten. Sie rochen schon als Sämling nach Hasch und hatten einen schönen, gesunden dunkelgrünen Teint. Am besten sahen die BB x BS und die COB x P#1 aus, der Rest der wilden Horde hatte und recht ungleichmäßiges Wuchsbild, dazu später. Ich fokussiere diese Sorten in meiner Beschreibung, weil ich davon überzeugt bin, dass sie auf der Liste der Top-Outdoorsorten ganz nach oben gehören. Ein Blick auf die Fotos und das Endergebnis und ihr wisst, weshalb ich diese Sorten so lieben gelernt habe.
Auf jeden Fall haben sie kurz nach dem Umtopfen in die Pflanzencontainer, die ich auf dem Schuppendach für sie gebaut hatte, ein rasantes Tempo vorgelegt. Als Dünger habe ich anfangs lediglich Dolomitenkalk und ein wenig biologischen Volldünger benutzt.
Als Erde habe ich einfach Muttererde aus der Umgebung genommen und mit dem Dünger vermischt. Die Sämlinge, von denen ich mehr als genug hatte, hatte ich an einem anderen Platz stehen, ein paar Meter weiter.


















Männer raus!

Sie standen in gekaufter Growshoperde, mit angepasstem pH-Wert und mit Rindenmulch versetzt. An diesem Platz konnte ich schon vorselektieren und schlecht wachsende Babies einer Sonderbehandlung unterziehen, indem ich ihnen einen extra guten Stellplatz und Pflege gab. Half auch das nichts, so habe ich sie einfach stehen lassen und sich selbst überlassen, wenn es keine Männchen waren. Männchen habe ich natürlich ausgerissen, sobald ich sie erkannt habe. Diese Methode finde ich effektiv, weil ich so auch ausschließen konnte, dass Männchen oder schlecht entwickelte Pflanzen auf meinem Schuppendach Platz vergeudeten. Die meisten hatten nämlich schon Geschlechtsmerkmale ausgebildet, bevor ich sie in die größeren Container auf dem Dach getopft habe. Nur bei einer ging das schief, die hat dann erst auf dem Dach männliche Merkmale entwickelt. Beim Umtopfen der Sämlinge habe ich mich nach dem Mondphasenkalender gerichtet.
Nach einem Monat war ich wieder positiv überrascht, denn langsam wurde mir klar, dass diese Sorten endlich das waren, wonach ich lange gesucht hatte. Innerhalb von vier Wochen hatten sie sich von kleinen Sämlingen zu riesigen Monstern entwickelt. Und die Weiblichkeitsrate betrug unglaubliche 85 Prozent, obwohl es sich nicht um feminisiertes Saatgut handelte.















































Prächtig gewachsen dank gutem Licht und etwas Hilfe



Langsam neigte sich der extrem sonnige Sommer dem Ende zu, Ende August gab es dann eine kurze Regenperiode. Endlich war ich eine kurze Zeit von der wirklich anstrengenden Gießarbeit befreit. Die Stängel verwandelten sich langsam in Stämme und die Zeit der Endblüte nahte. Bisher hatte ich nur organischen Dünger benutzt, jetzt war die Zeit für ein wenig mineralischen Dünger gekommen. Canna Flores, halb so viel wie vom Hersteller angegeben, hat meinen Ladies bei der Blütenbildung gut geholfen. Jetzt hat sich auch gezeigt, dass die Durbans wohl am schnellsten fertig sein werden, COB x P#1 lag in der Mitte und die Bubbleberry x Buddah Sister war die langsamste auf meinem Guerilla-Dach.

Die Ernte

Endlich, im September, hatten sie fast ihre volle Pracht entwickelt. Ich konnte schon ein paar der unteren Buds ernten und vortesten. Schon das war ein Genuss, und im Oktober war es endlich soweit. Die Pflanzen hatten zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich neun Stunden direkte Sonne erhalten, sich zu richtigen Weed-Büschen gemausert und wurden innerhalb von drei Wochen nach und nach reif.




















Hoch oben lässt es sich gut growen (am unteren Bildrand ist das Dach zu sehen)


Die Wirkung meiner drei Liebhaber-Kreuzungen war bei zweien wie erwartet, nur das Durban hat mich ein wenig enttäuscht: Das California Orange Bud war mild und hatte eine entspannende Wirkung. Die Durbans waren eher weniger potent und nicht so aromatisch. Leuten, die starkes Weed mögen, würde ich nicht zu diesem Strain raten. Die leckerste Sorte dieses Durchgangs war definitiv die BB x BS, gebreedet von meinem Kumpel Hot Cargo.
Ich bin mir heute noch sicher, dass diese Ladies wirklich einzigartig waren, die Blüten waren extrem kompakt, das High sehr kräftig und entspannend. Der Geschmack war ebenso außergewöhnlich, auf jeden Fall eine absolute Liebhabersorte. Zudem das beste Gras, das ich je selbst angebaut hatte.
Insgesamt hatte ich fünfzehn Pflanzen in den Containern, wovon zwei durch Krankheit und Schädlingsbefall nicht überlebt haben. Abzüglich des einen Männchens hatte ich 12 wunderschöne Ladies, die ich bis zum Ende hegen, pflegen und schlussendlich ernten durfte.
















































Man erntet was man sät


In meiner Grower Community im Netz ist dieser Grow mittlerweile legendär, weil alle die Idee, auf einem Dach anzubauen, abgefahren fanden. Zuerst wollten das viele nachmachen, bis ihnen klar wurde, dass man dafür 30 Säcke Erde und ein wenig Equipment aufs Dach schleppen muss. Ich habe von niemandem gehört, der es mir nachgemacht hätte. Ich kann dazu sagen, die Schlepperei ist zwar anstrengend, aber dafür lief der Rest wie geschmiert.

Fazit:

Das Beste an einem Dachgrow ist, dass die Pflanzen zu 100 Prozent vor wilden Tieren geschützt sind. Zweitens bekommen sie dort extrem viel Licht, was sich im Ertrag, der Potenz und der Kompaktheit der Blüten niederschlägt.
Auch die Pflanzcontainer heizen sich schnell auf und wärmen somit die Wurzeln, was wiederum ein schnelleres Wachstum begünstigt und die Nährstoffaufnahme optimiert.
Es gibt allerdings auch ein paar Nachteile: Der Wind kann sehr heftig werden, deshalb sollten alle Ladies von Anfang an Stöcke zur Erhöhung der Standfestigkeit gebunden werden.
Außerdem ist die schon erwähnte Schlepperei von Töpfen und besonders von Wasser während der sommerlichen Trockenperioden sehr anstrengend. Das sind aber auch schon die einzigen Nachteile, die mir zum Dachgrow einfallen.
Abschließend kann ich sagen, dass der Durchgang meinen Freunden und mir einen sehr entspannten Winter beschert hat ;-). Ich danke noch einmal allen, die mir geholfen haben, so herrliches Gras anzubauen. Ich wünsche euch viel Glück, wo immer ihr auch anbaut."








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