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Von Balkonien in die Pampa

Die etwas andere Cannabis-Story
Publiziert am: 01.04.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Paul Purple
Eben noch auf dem Balkon...

Es war Ende März, das Wetter bereits frühlingshaft und alles ließ auf eine gute Outdoorsaison schließen. Nach kurzem Überlegen und Recherchieren im Internet war die Entscheidung gefallen: Die Wahl fiel auf Mandala#1 der gleichnamigen Samenbank aus Spanien und auf Durban Poison der holländischen Samenbank Dutch Passion. Nach nur drei Tagen Wartezeit trafen die Samen bei mir ein und ich ging auch gleich ans Werk. Zwei Untertassen dienten als Keimkammer, natürlich nach Sorten getrennt (ich startete mit vier Mandalas und vier Durbans), in der ich die Samen in einem feuchten Taschentuch zum Keimen brachte. Nach etwa 48 Stunden zeigten sich die ersten Keimsprosse und ich setzte sie in mit Erde gefüllte Torftöpfe. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass die vier Mandalas über das Wochenende schon das Licht der Welt erblickten: Vier gesunde Keimlinge zeigten sich an der Oberfläche und ich war sehr erfreut. Doch die Durban ließen auf sich warten. Erst drei Tage später durchstieß ein Keimling die Oberfläche des Torfjiffys, die anderen drei schafften es leider nicht bis an die Oberkante des Topfes, was mich persönlich ein bisschen trübe stimmte.
Einige Zeit verging und die vier Mandalas waren bereits zu groß für die Quelltöpfe aus Torf. So entschied ich mich, sie gleich in Gefäße zu pflanzen, in der sie ihre volle Pracht entfalten konnten. Ich nutzte dafür 15 Liter Töpfe, die ein Discounter für „umme“ (umgsp. für umsonst) anbot. Gesagt, getan! Ich fing an die Mädels langsam an das Klima draußen zu gewöhnen, indem ich sie nach Balkonien verfrachtete. Nachts war es jedoch noch sehr kalt, was man an den teilweise purpurnen neuen Trieben sehen konnte. Deshalb genossen sie die Nächte drinnen.


Das Wetter wurde immer besser und die Jungpflanzen verbrachten teilweise schon ganze Nächte auf dem Balkon, nur wenn Sturm angesagt war, holte ich sie rein und sie konnten die wohlige Wärme der Küche genießen. Als die Senoritas etwa 30 cm erreichten, begann ich, sie zu düngen. Anfangs noch mit Dünger aus dem Baumarkt, später dann mit dem guten, alten Hesi TNT Complex, den mir ein Freund zur Verfügung stellte. Zeitgleich fing ich an Beschneidungen durchzuführen, da die Brüstung des Balkons nicht sehr hoch war und ich nicht wollte, dass sie über sie hinausschießen. Ich beschnitt jeweils den jüngsten Trieb und nach kurzer Zeit wuchsen zwei kräftige, neue Sprosse aus der beschnittenen Stelle. Da die Triebe noch jung waren und sich noch gut biegen ließen, hielt ich es für sinnvoll, die Triebe auch noch runter zu binden. Dazu benutzte ich stinknormalen Bindfaden, den ich aus dem hauseigenen Nähkästchen nahm. Ich bohrte in jeden Topf fünf bis sechs Löcher am oberen Rand und fädelte die Bindfäden durch. Dies gab mir die Möglichkeit, die Triebe jedes Mal ein wenig weiter runter zu binden, wenn sie wieder wuchsen. Zudem beschnitt ich ein wenig später auch noch die darunter gelegenen Nodien (Triebansätze), um ein weiteres Breitenwachstum zu fördern. Leider gingen in der Zwischenzeit eine Mandala und die Durban aus unerklärlichen Gründen ein. Die Mandala zeigte bräunliche Verfärbungen an den Blättern. Die Durban hatte von Anfang an gekrüppelt und wollte nicht so recht, ich musste feststellen, dass ich wahrscheinlich eine schlecht selektierte Tüte erstanden hatte, denn die Samen waren allgemein sehr hell und leicht, was mich von Anfang an stutzig machte. Wie dem auch sei, die restlichen drei Mandalas machten einen sehr guten Eindruck und wie es sich für einen Guerillagärtner gehört, kümmerte ich mich liebevoll um meine Kinder und erfreute mich an ihrer Vitalität.


Ende Juli dann der Schock: Trennung, Umzug, Stress. Trotz der neuen Umstände beschloss ich zu retten, was zu retten war. Doch das bedeutete auch Stress für die Pflanzen. Eine der drei Pflanzen war bereits so sehr in die Breite gewachsen, so dass ich sie stützen musste, weil der Stamm in der Mitte zu brechen drohte. Leider konnte ich nur zwei der drei Mandalas retten, doch wie ich hörte, war die Dritte am Ende männlich :))


...und schon an ihrem sicheren Ort im Grünen!


An einem freien Tag fuhren ein Kollege und ich los, um die Pflanzen aus der alten Wohnung zu holen. Das musste natürlich reibungslos klappen, schließlich sollte keiner der Nachbarn Mitwissen an meinem Hobby haben. Also nahm ich dunkle Müllsäcke und verpackte die Pflänzchen sorgfältig, so dass kein Nachbar etwas wahr nahm. Jetzt waren da nur noch die Autofahrt und eventuelle Polizeikontrollen. Als wir an eine Tankstelle kamen (ja, wir waren echt so verpeilt und haben vergessen vorher zu tanken), dann die große Überraschung: dein Freund und Helfer, die deutsche Miliz. Wir versuchten uns so unauffällig wie möglich zu verhalten, was aufgrund der beiden Ladies im hinteren Teil des Wagens wirklich schwer war. Contenance war gefragt und wir blieben kühl wie eine Gefriertruhe. Tanken, bezahlen, Abfahrt. Die ganze Fahrt bis nach Hause haben wir über unser „Glück“ und unsere Coolness philosophiert.


Angekommen in der Pampa, mussten wir natürlich erstmal ein Fleckchen finden, wo wir die Mädels platzierten. Dieser war schnell gefunden: Wir schnitten an einem für uns sicheren Ort am Feldrand eine Hecke aus, kümmerten uns um die Tarnung und gossen erst einmal. Die Fahrt war anscheinend nicht wirklich stressfrei für die Pflanzen verlaufen, aber das war mir von Anfang an klar. Die Senoritas brauchten auch einige Zeit, in etwa drei Tage, um sich wieder zu erholen. Langsam stellten sich die Blätter wieder gen Sonne und eine gewisse Vitalität machte sich wieder breit, was mich wieder etwas froher stimmte, auch aufgrund der neuen Umstände.


Während des folgenden Monats gediehen die Marias hervorragend und die ersten Zeichen der Blüte machten sich bemerkbar. Das war etwa Mitte August, relativ spät wie ich fand, denn nach Breederangaben sollten die Mandalas Ende September fertig sein. Deshalb fing ich an Hesi Blühkomplex ins Wasser zu mischen, zweimal die Woche nach Herstellerangaben. Prächtiges Wachstum der Blüten war die Folge, man konnte auch schon erkennen, dass es sich um zwei verschiedene Phänotypen handelte: Eine Pflanze, die mehr in die Breite gegangen war, hatte mehr Indicaeinfluss, roch ziemlich fruchtig und strotzte nur so vor Harz. Die andere hatte eindeutig mehr Sativa in sich, was an den breiteren Nodienabständen zu sehen war. Sie fing auch früher an zu blühen als der Indica- dominierende Phänotyp. Ihr Geruch war für mich was noch nie zuvor Erlebtes. Er war sehr exotisch, später brachte mir ein Kollege ein kleines Stück Kashmirhasch, welches er rein zufällig noch in seiner Stashbox hatte, aus Holland mit und ich erinnerte mich. Die Blüten waren eher fluffig, aber harzten ganz gut.



Der September näherte sich dem Ende und ich entschied mich, mal wieder nach den Babies zu schauen. Der Geruch strömte schon von weitem aus dem Versteck und man konnte deutlich die beiden Phänos am Geruch erkennen. Die Blätter der Sativadominierenden verfärbten sich in ein sattes Gelb, was auf ein allmähliches Ende der Blütezeit schließen ließ. Nur es gab ein kleines Problem mit Schimmel an dieser Pflanze. Diesen entfernte ich, was mich allerdings ein bisschen verwunderte, da diese Blüten nicht allzu kompakt waren. Der Harzbesatz war an beiden Pflanzen bereits enorm und ich entschied mich, jeweils ein Testbud von jeder Pflanze zu ernten, schließlich stand auch ein Festival an und ich brauchte noch etwas um die Stimmung zu verstärken. Nach 4 Tagen Trocknen in meinem Kleiderschrank drehte ich jeweils zwei Joints von jeder Pflanze und gab jeweils einen Joint an meinen Kollegen weiter, der mich zum Festival begleitete. Dort angekommen, zündeten wir erstmal einen vom Sativaphäno. Das High war sehr motivierend und wirklich sehr klar, eindeutig so wie eine Sativa wirken muss und wir fanden Gefallen daran. Der Indica-dominierende war ähnlich, nur wirkte er mehr auf den Körper und eine gewisse Stonedheit stellte sich ein.


Drei Tage später war es dann mal wieder Zeit nach den Buds zu sehen und so gingen mein Kollege und ich zum Versteck. In der Zwischenzeit hatten sich nämlich Grasdiebe am Outdoor-Feld meines Kollegen bedient und wir befürchteten auch für unser gemeinsames Projekt Schlimmes. Am Versteck angekommen stellten wir dann fest, dass es mit einem mal gar nicht mehr roch. Und siehe da, es standen nur noch Töpfe mit Stielen dort. THC-Piraten hatten sich auch über unseren Stash hergemacht.
Hatten wir nicht genug getarnt? War der Geruch zu stark oder wussten einfach nur zu viele Leute von dem Vorhaben? Niemand wird mir jemals eine Antwort auf diese Frage geben können. Nichtsdestotrotz habe ich die Leidenschaft an meinem Hobby nicht verloren und werde auch in Zukunft den Hanf in näherer Umgebung sprießen lassen!

Auf ein highteres Outdoorjahr 2011
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