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Jedes Jahr auf's Neue

Hortensienklau ohne Sinn und Verstand
Publiziert am: 01.04.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Markus Berger
Hydrangea rosa, Hydrangea Hybrid, Hydrangea violett, (v.l.n.r.) - Fotos: Markus Berger

Geht dem unbedarften Neulingskiffer die getrocknete Bananenschale aus, der Laden um die Ecke hat bereits geschlossen, dann vergreift er sich an den Gartengewächsen stolzer Hausfrauen. Dann müssen in aller Regel vor allem die Hortensien dran glauben. Jedes Jahr das gleiche Spiel. Dabei ist es mit den Hortensien wie mit allen anderen Legal Highs: Sie wirkt nicht. Oder doch? „Jedenfalls nicht psychotrop“, weiß Psychoaktiva-Kenner Al K. Loid – und ergänzt: „Eine pharmakologische Wirkung darf jedoch durchaus erwartet werden, nämlich jene einer schweren Vergiftung.“ Damit spielt Berufspsychonaut Loid auf die Tatsache an, dass jährlich immer wieder jugendliche „Kiffer“ mit Hortensienvergiftung von Sanitätern und Notärzten in die Krankenhäuser des Landes befördert werden müssen. Nun, Leser, lass uns mal endgültig aufräumen mit der Mär vom hanfanalogen, herrlich berauschenden Ziergewächs. Let the show begin:
Die Hortensie, aus der botanischen Gattung Hydrangea, ist eine wahrhaft schöne Pflanze. Schön anzusehen, schön bunt. Schön blöd hingegen, wer sie raucht, denn jener hat außer einem offenbar akut quälenden Engpass an Cannabisprodukten ein viel größeres Problem: Er leidet unter pathologischer Unwissenheit. Er geht in der Annahme, sich einen recht netten und angenehmen Rausch zu verschaffen – wie dumm! Woher aber kommt dieses Verhalten, das nach dem Studium der bundesweiten Tagespresse folgerichtig bereits als Tradition des nahenden Frühlings unter unwissenden Hanffreunden bezeichnet werden muss? Ein „Trip mit stimulierenden Effekten“ wird Jugendlichen in reißerischen Internetpublikationen versprochen. Ein Törn, der dem des Weeds irgendwie ähneln soll. Schon Psychoaktiva-Pionier Adam Gottlieb beschrieb die Hortensie in seinem Buch „Legal Highs“ als Rauschpflanze. Allerdings hatte es dem Autor die Banane nicht minder angetan. Wie dem auch sei: Verschwiegen wird, dass dieser vermeintliche Rausch – ein Trip, der keiner sein kann – mirnichts, dirnichts auf dem Friedhof enden kann. Schneller als man glaubt.


Das sind die Fakten:
Hortensien törnen nicht! Basta.

Wischt dieses Ammenmärchen aus euren Hirnwindungen, vergesst es, lasst die Finger davon! Ganze Generationen von klugen, erfahrenen und wohl informierten Psychonauten haben das geflissentlich am eigenen Leib erfahren. Wir halten fest und wiederholen: Die Rispige Hortensie (botanisch: Hydrangea paniculata) wird in Schüler- und Idiotenkreisen als Gewächs mit Marihuana-ähnlicher Wirkung bezeichnet. Ein fataler Irrtum. In Wahrheit enthalten die Pflanzen gefährliche Inhaltsstoffe wie Allergien auslösende Cumarine, Saponine und andere. Beim Rauchen der getrockneten Pflanzenteile entstehen Cyanid-, also Blausäureverbindungen, die durchaus sofort zum Tod durch Herz- und Atemlähmung führen können. Also nix mit Entspannung. Nix mit Hammerkick. Schlimmstenfalls geht’s ab auf die Intensivstation. Welch ein Spaß zum Wochenende! Dabei wird zu gern vergessen oder vergegenwärtigt, dass eingenommene Stoffe direkt dem empfindlichen Gehirn zugeführt werden. Giftige Substanzen können dort immense Schäden verursachen. Merke: Nicht alle Psychoaktiva sind derart harmlos, wie das bei Cannabis der Fall ist. Also, aufgepasst: Desinformation kann tödlich sein. Ist das eigene Leben wirklich so wenig wert?

Bibliografie:
Berger, Markus (2004), Handbuch für den Drogennotfall, Solothurn: Nachtschatten-Verlag
Gottlieb, Adam (1973): Legal Highs, 20th Century Alchemist
N.A. (2009): Naturdrogen: Hortensien zum Rauchen, Pharmazeutische Zeitung 17/2009
N.A. (2010): Rauschdrogen: Kiffer klauen Hortensien, Pharmazeutische Zeitung online vom 22. April 2010
Ochse, Alexander (2007): Naturdrogen und ihr Gebrauch, Solothurn: Nachtschatten-Verlag
Rätsch, Christian (1998): Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen, Aarau: AT-Verlag




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