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Rolys Silberscheiben des Monats April 2011

Publiziert am: 04.04.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Roly
Joash: Don’t Fear It, Fight It

compost records

Beim ersten Hören dieses Albums musste ich irgendwie an Squarepusher denken. Diese jazzig-filigranen Breakbeats und die verträumten Melodien gingen mir sofort ans Herz. Doch der englische Multiinstrumentalist und Produzent Joash ist geprägt von Plastikman und Serge Gainsbourg, aber was macht das schon? Mit seinem ersten Track „Salome“ bereicherte der Londoner im Jahre 2007 Michael Reinboths Compilation „Future Sounds Of Jazz Vol.11“. Und dessen Label Compost präsentiert uns nun Joashs Debütalbum „Don’t Fear It, Fight It“, das ebenfalls klassisch-jazzig, gross orchestriert und ziemlich funky im Dreivierteltakt daherkommt. „The First Cause” leitet sein dramatisches, von Streichern getragenes Werk warmherzig ein. Es folgt besagtes „Salome“, meine Augen leuchten, und der Track „Assassin“ erinnert mich auch nach mehrmaligem Hören glückselig an diverse Kompositionen von Squarepusher. Auch „Bleed“, „This Beautiful Machine”, „Don‘t Fear It, Fight It”, „Montreal”, das Interlude „77”, „Your Star Still Shines” sowie die drei Bonus Tracks ziehen mich in ihren Bann. Organische Clubsounds und Percussions, die Joashs Vergangenheit als Drummer erahnen lassen, verschmelzen mit orchestralen Arrangements im Sinne von Ennio Morricone und jazzigen Improvisationen – auf die Gastvokalisten Replife, Andy Herbertson und Aaron David Frith in drei Tracks hätte man gut verzichten können. Die instrumentale Stimmung reicht zum Heulen völlig aus, denn diese liefert einen zeitlos silber schimmernden Soundtrack für das melancholische Kopfkino.

www.myspace.com/joashuk
www.myspace.com/compostrecords
www.compost-records.com




Bob Marley & The Wailers: Live Forever
universal music

Sein Einfluss auf die Musiklandschaft und sein anhaltender weltweiter Erfolg sind auch heute noch offensichtlich. In einer ländlichen Gegend Jamaikas im Jahr 1945 geboren und dann im harten Ghetto von Kingstons Trenchtown aufgewachsen, wird er oftmals als der erste Superstar aus der so genannten „Dritten Welt“ bezeichnet. Und doch ist das auffallendste Merkmal seiner Musik, dass sie sämtliche Grenzen – sei es nun Rasse, Geschlecht, soziale Position –, die Menschen errichten, transzendiert und jeden anspricht und berührt. Vor gut 30 Jahren wurde während der Uprising-Tour das letzte Konzert von Robert Nesta Marley, besser bekannt als Bob Marley, aufgezeichnet. Nun erscheint dieses Material erstmals auf zwei CDs und liefert einen beeindruckenden Einblick in seine Performance im Stanley Theatre (Pittsburg, PA) vom 23.September 1980. „Natural Mystic” und „Positive Vibration” verbreiten eine Intensität, dass eine Gänsehaut vorprogrammiert ist. Weitere Höhepunkte sind „Them Belly Full“, „War / No More Trouble“, „Zimbabwe”, „Exodus”, „Is This Love“ und natürlich der immer wieder so intensive „Redemption Song“. „Bob Marleys Musik überlieferte immer eine Botschaft von Hoffnung, Einheit und Liebe“ so Rita Marley, Witwe des Künstlers. Dieses Zeitdokument macht den letzten Auftritt des Ausnahmekünstlers, der zur Inspiration für Menschen verschiedenster Kulturen und Generationen wurde, unsterblich. Der letzte Song, den er je live performen sollte, trägt den Titel „Get Up Stand Up“, sein Appell für Gleichheit. Sein musikalisches Vermächtnis und seine Botschaft leben weiter – mit authentischer Rebel Music, die nach wie vor unter die Haut geht!

www.bobmarley.com
www.universal-music.de




Benny Tones: Chrysalis
bbe records

Nachdem uns BBE Records kürzlich erst wieder mit den Alben der Space Invadas und Slakah The Beatchild sehr schicken Hip Hop und Neo-Soul bescherte, legt das renommierte britische Label in diesen Tagen nach und präsentiert uns mit Benny Tones als Soundmann quasi nicht nur das vierte Bandmitglied von Neuseelands Future Soul Spezialisten Electric Wire Hustle, sondern auch den Produzenten seines Solo-Debuts „Chrysalis“. Zusammen mit zahlreichen Gastmusikern vermischen sich hier Ambient Soul aus abgespaceten Synthie-Klängen und dicken Basslines mit filigranen Beats, erstklassigen Vocals und einer Portion Blues. Am besten gefallen mir die gefühlvolle Soulballade „Odyssey“ feat. LP und der tiefgründige Rap-Track „Fountain Of Youth“ feat. Shihan The Poet. – Mehr feinsten Hip Hop gibt’s mit der Doppel-CD „The Beat Generation 10th Anniversary Collection”, wenn DJ Spinna und Mr Thing aus ihren persönlichen Lieblingstracks der Serie zwei erfrischende Mixe zaubern, auf denen sich grossartige Künstler wie Madlib, Pete Rock, DJ Jazzy Jeff, Marley Marl, Jay Dee, will.i.am und King Britt die Klinke in die Hand drücken. – Ein echtes Sammlerstück für alle House-Nostalgiker ist die Doppel-CD „Henry Street Grooves“, die mit stiltypischen Tracks von u.a. The Force, Johnick, Mike Delgado und DJ Duke einem der wichtigsten Labels für die New Yorker Definition von House in den 90er Jahren huldigt … classic deep, funky & jazzy. – Eine fröhliche Geschichtsstunde in Sachen NYC Underground Disco Anthems liefert Remix-Pionier John Morales auf der Doppel-CD „The M + M Mixes Vol.2“ mit brillanten Boogie Classics und bisher unveröffentlichten Mixe, während Al Kent ebenfalls auf zwei CDs mit „Disco Love 2“ fantastische Raritäten zum Besten gibt. Big up, BBE Crew!

www.myspace.com/bennytones
www.myspace.com/bbemusic
www.bbemusic.com




Clueso: An und für sich
four music

Nach seinem Riesenerfolg mit dem Platin-Album „So sehr dabei“ und seiner Hitsingle „Gewinner“ sowie unzähligen ausverkauften Konzerten in 2008 und 2009 hat sich der dreifache 1Live-Krone-Gewinner zusammen mit seiner Band im Jahre 2010 nach Spanien zurückgezogen und sein fünftes Studioalbum aufgenommen. Die erste Singleauskopplung „Zu schnell vorbei“ ist laut Clueso „eine kleine Ode an das Jetzt“ und handelt von verpassten Gelegenheiten und neuen Chancen. Sein neues Album „An und für sich“ ist eine Aufforderung, sich zu verlieren, um sich in der Musik und in den Texten wiederzufinden. Darin steckt auch eine Philosophie, in der das „An sich“ das Weltliche meint und das „für sich“ das Menschliche, wie die Musik als solche, „an sich“ ist, und was jeder einzelne, „für sich“ draus macht. In stilistischer Hinsicht regiert auf dem Album der Groove, mal akustisch, zuweilen elektronisch, doch stets entspannt. 17 gut arrangierte Kurzgeschichten packen den Hörer durch ihre bedingungslose Aufrichtigkeit und verwandeln sich, während man sie hört. Highlights sind die sich an die Politik verdrossenen Nörgler richtende Clubnummer „Strassen sind leer“, das lebendige „Müsste gehen“, der wehmütige Walzer „Dreh dich“, das elegisch-tiefemotionale „Herz“, das bilanzierende „Du bleibst“, das verträumte Instrumentalstück „Kleine Wunder“ und das hoffnungsvolle „Nur bei dir“. Clueso ist reifer, traut sich mehr zu und bleibt dabei doch ganz bei sich – mit schön verspielter Alltags-Poesie. Authentisch, überraschend und vielseitiger denn je gibt’s hier 72 Minuten puren Musikgenuss.

www.myspace.com/clueso2
www.clueso.de
www.fourmusic.com




Ira Atari: Shift
audiolith

Aufgewachsen ist Ira Atari in einer Kommune im hessischen Zierenberg, an der Kasseler Musikakademie hat sie Musik mit dem Hauptfach Klavier studiert. Aber sie mag nicht nur Bach, sondern auch Kraftwerk, Björk, Moloko und Robyn. Inzwischen erweitert sie das ekstatische Audiolith-Spektrum um eine sensiblere Seite – also sozusagen mehr Electro-Pop als Electro-Punk. Das heisst allerdings nicht, dass es weniger wummert, wie man bereits im Sommer letzten Jahres an der Seite von Rampue auf der 11-Track-starken EP „Just Fu**in Dance It” hören durfte. Nachdem sie uns dann mit der Hit-Single „Don’t Wanna Miss You“, in der sie ihr Gefühlschaos nach einer Trennung verarbeitet, schon mal einen Vorgeschmack auf ihre kommende LP gab, ist nun ihr Debütalbum „Shift“ erschienen, das sie zusammen mit Frittenbude-Mastermind Ja!kob produziert hat und das sich auf ganz holistische Weise mit den Themen Liebe und Beziehung auseinandersetzt. Der groovige Opener „She’s The One“ ist allen starken Frauen gewidmet, in der Disco-Pop-Perle „Back To Zero“ geht es um einen Neustart und „No Deal“ ist eine Interpretation des Minneliedes „Es saß ein klein wild Vögelein“ aus Siebenbürgen, welches vor 1516 datiert wird. Auch in dem feminin bestärkenden „Miss Progression“, im sexy energetischen „Don’t Let Me Down“, im hitverdächtigen „Disaster“ oder im synthie-verspielten „A Little Tougher“ treffen süsse Melodien auf wilde Computerbeats und eine sehr sympathische, klassisch geschulte Stimme. 16 Bit Elektro-Powerpop – wild, ehrlich, intensiv, sprich: audiolith.

www.myspace.com/musicbyira
www.myspace.com/audiolith
www.iraatari.de
www.audiolith.net


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