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Breitspiele

Publiziert am: 01.04.11 - Medienformen: Medienform Text

Junta

Hocke gerade in einem Kaff in der Nähe von Leipzig. Buchmesse. Denn Bücher mag ich ja genauso gerne wie Spiele. Und da in einer Pension nicht allzu viel los ist, schreibe ich eben die Rezensionen für das Hanf Journal. Also für diese Ausgabe habe ich „Junta – Viva el Presidente“, Solospiele und „Werwölfe“ ausgewählt.



Junta – Viva el Presidente

Dem klassischen Strategiespiel „Junta“, das 1986 in Deutschland erschien und 2007 von Pegasus Spiele mit neuem Outfit und veränderten Regeln wieder auf den Markt geworfen wurde, hat eben dieser Verlag ein einfaches Würfelspiel an die Seite gestellt: Junta – Vival el Presidente.
Die ehemaligen Junta-Mitglieder verprassen die auf Schweizer Banken angehäuften Millionen. Damit ihnen nichts passiert, haben sie die Milizen, in Form von Würfeln. Zu Beginn hat jeder einen, im Laufe des Spiels können weitere dazugekauft werden. Wenn die Kohle reicht. Denn auch Gebäude und Handkarten kosten was. Und die Kohle versteckt sich unter den Handkarten. Jede Runde bekommen die Spieler eine Handkarte und mindestens eine weitere in Form eines Versprechens vom Präsidenten. Den erkennt man übrigens an der Sonnenbrille auf der Nase. Ob das Versprechen allerdings auf die Hand genommen werden darf, hängt von den Milizen ab. Denn wer mit dem Angebot nicht zufrieden ist, greift schon mal den Präsidenten an. Der Erfolgreichste wird neuer Sonnenbrillenträger.
Die Milizen können ihr Anwesen oder den Präsidenten verteidigen, andere Milizen oder eben den Präsi angreifen. Beiden Seiten würfeln, nur der Präsident nicht. Seine Milizen zählen immer eins. Die höhere Summe gewinnt und dann passiert folgendes: Nichts, wenn der Verteidiger gewonnen hat. War der Präsident Opfer, bekommen nur die Nichtangreifer ihr Versprechen. Gewinnen die Angreifer, ziehen sie vom Verteidiger eine Handkarte. War der Verlierer Präsident, werfen alle ihre Versprechen ab und die Gewinner nehmen ihm jeder eine Handkarte ab.
Je schneller die Spieler an Geld kommen, um so näher rückt der Sieg. Dafür müssen sie Gebäude kaufen, denn jedes ist einen Siegpunkt wert. Wer zuerst fünf Punkte hat, gewinnt. Unter den Handkarten, gibt es zwei Luxuskarten, die ebenfalls einen Punkt wert sind. Also kann sich niemand sicher sein, wer einen Punkt in Petto hat.
Viva el Presidente ist ein schnelles, spaßiges Würfelspiel, dementsprechend ist das Glück der treibende Faktor. Die Sonnenbrille ist ein feines Gimmick und wer auf wenig anspruchsvolle Spielchen steht, gerne die anderen verarscht, das Thema mag, sollte sich den kleinen Bruder von „Junta“ anschaffen und später auch den großen Bruder.

Junta – Viva el Presidente
Autor: Sebastian Resl und Christoph Reiser
Verlag: Pegasus Spiele
Spieler: 3–5
Alter: ab 10
Dauer: knappe Stunde
Preis: ca. 25 Euro




Werwölfe

Erstmals habe ich dieses Spiel unter dem Namen „Werwölfe im Düsterwald“ 2002 in den Händen gehalten (Sonderausgabe Hanfparade 2003). Ein Jahr später gab es dann „Lupus in Tabula“, eine italienische Variante des Spiels. Grundsätzlich ging es auch da um nachts mordende Werwölfe, die tagsüber von der Dorfbevölkerung enttarnt werden müssen. Da waren die mordenden Bestien allerdings selbst brave Bürger. „Die Gemeinde“ und „Neumond“ erweitern das zuerst genannte Spiel.
Aber worauf ich eigentlich hinaus will, ist folgendes. Bei Pegasus ist 2009 ebenfalls Werwölfe erschienen. Jetzt auch in einer schicken Metallbox. Der Autor ist Ted Alspach. Was hat sich zum Original geändert? Ist es nur abgekupfert?



Grundsätzlich nichts, eingeführt wurde ein Grundspiel: Werwölfe, Dorfbevölkerung und Seherin, die in der Nacht vom Spielleiter erfährt, ob ein Dorfbewohner eine Bestie ist oder nicht. Alles andere sind Varianten: Spiel für mehrere Spielgruppen gleichzeitig, Szenarien für 5 bis 68 Spieler. Und eine große Anzahl an verschiedenen Charakteren eröffnen weitere Variationen. Einige sind aus den anderen Spielen schon bekannt. So tummeln sich unter den Dörflern Geister, Freimaurer, Aussätzige, paranormale Ermittler, Pazifisten; bei den Werwölfen Günstlinge oder ein Wolfsjunges. Aber vor allem sind viele Hinweise für den Spielleiter drin, die den Einstieg auch unerfahrenen Spielern ermöglichen. Denn eine Runde Werwölfe steht und fällt mit dem Moderator. Er leitet die Geschichte, er schafft Atmosphäre und darf dabei auf keinen Fall Hinweise geben und die fangen beim Ansprechen der Charaktere an, da gilt vor allem: Niemals das Geschlecht einfließen lassen.
Auf dem mitgelieferten Block kann sich der Moderator Notizen machen, so fühlt er sich zum Einen sicherer, zum Anderen dürften weniger Fehler geschehen. Denn schnell stirbt mal der Falsche, weil der Moderator vergessen hat, wen die Werwölfe ausgewählt haben.
Je nach Spieleranzahl gibt es 21 verschiedene Szenarien, die für genügend Abwechslung sorgen dürften. Für mich gehört „Werwölfe“ immer noch in jeden Spieleschrank. Wer also noch kein Exemplar hat, ist mit diesem gut bedient, denn es fasst so ziemlich alles bisher Dagewesene zusammen.


Werwölfe
Autor: Ted Alspach
Verlag: Pegasus Spiele
Spieler: 5–68
Alter: ab 8
Dauer: je nach Szenario
Preis: ca. 15 Euro




Solospiele

Seit geraumer Zeit haben Brettspiele oft einen Solospielmodus. Angefangen hat es mit „Agricola“, dem Ich-baue-mir-meinen-Bauernhof-Spiel. Es folgte „Im Wandel der Zeiten – Das Würfelspiel“. Beide habe ich diverse Male allein gespielt. Aber ich habe auch die eine oder andere Runde „Kniffel“ allein vor mich hin gewürfelt, wenn ich keine Lust auf Lesen oder sonstiges Freizeitvergnügen hatte.

Was dabei noch auffällt, die Ein-Personen-Nummern machen vor keinem Genre halt, was nach Essen 2010 und Nürnberg 2011 deutlich wird. So gibt es für das Phantasie-Kartenspiel „Thunderstone“ (Ausgabe 1/2011) die Erweiterung „Zorn der Elemente“, die neben weiterem Kartenmaterial für das Grundspiel auch eine Solonummer liefert. Eigentlich ist das Kartenspiel „Todesengel“ (angesiedelt im Warhammer 40.000-Imperium) ein Teamspiel, bei dem sich bis zu 6 Terminatoren dem Kampf gegen Symbionten stellen und nur ein Ziel haben: Überleben. Wie gesagt, auch diesen schier aussichtslosen Kampf kann einer allein wagen. Ein weiteres Spiel, das in der Zukunft angesiedelt, ist „Target Earth“, bei dem auch ein Spieler allein unsere Erde vor der Invasion durch Außerirdische retten kann. Selbst Friedemann Friese ist gerade dabei, ein Ein-Personen-Spiel zu entwickeln, das sich bei seinem Freitag-Projekt (www.2f-spiele.de) ergeben hat: Freitag und Robinson, so der Arbeitstitel, mal schauen, wann es fertig ist.
Eigentlich sind Ein-Personen-Spiele eher im Logik- oder Rätselsegment angesiedelt und Zauberwürfel und Sudoku sind da ja eher die Klassiker. Bei Huch! & Friends kommt in diesem Frühjahr nun der „Flex Puzzler“ auf den Markt, eine dehnbare Würfelkette, bei der die einzelnen Kettenglieder nach bestimmten Vorgaben gedreht und geknickt werden müssen. Ganz schön tricky, kann ich da nur sagen und anders als beim Zauberwürfel, passen Kette und Vorlage in jede Hosentasche. Ein-Personen-Spiele sind noch eine Marktlücke und dem Alleine-vor-dem-Computer-hocken-und-zocken vorzuziehen, ist von Experten aus dem Brettspielbusiness zu hören.
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