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Drogen-Terror-Krieg

Neue Feinde braucht das Land
Publiziert am: 03.05.11 - Medienformen: Medienform Text

Schon fleissig am trainieren, eine US Brigade bereitet sich auf Afghanistan vor - Foto: Gary L. Kieffer via Wikimedia

"Über den Krieg in Afghanistan zu berichten, ohne den Opiumhandel als dessen eigentliche Ursache zu erwähnen, ist, als ob man das Öl im Irak-Konflikt ignoriere" Max Plenert

Nach Ende des Kalten Krieges brauchten Ost und West dringend neue Feinde, um ihre riesigen Potentiale an Kriegsgerät zu rechtfertigen. Da kamen die Islamisten und Drogen gerade recht, medial besonders wirksam ist es dann, beide Feindbilder miteinander zu verbinden. Was dabei herauskommt, lässt den Deutschen Michel erschaudern: Der T a l i b a n.
Dabei wird gerne vergessen, dass der Löwenanteil des Gewinns meist in den Ländern landet, in denen das Heroin konsumiert wird, Transport und Logistik zudem von dort aus finanziert und organisiert sind: in Westeuropa und den USA. Hier profitiert nicht eine, sondern beide Seiten bereichern sich finanziell und nehmen den Kollateralschaden billigend in Kauf (siehe Hanf Journal ...: Wer bringt uns den Schwarzen?). Offenbar haben die USA jetzt vor, fast unbemerkt vom Rest der Welt, auch kriminelle Banden in Mexiko zu Terroristen zu erklären. Das ermöglicht dann eine schleichende Invasion von US-Truppen in Nord-Mexiko. Denn anders als bei Kriminellen sind die "Special Forces" befugt, auch in fremden Ländern Einsätze gegen so genannte Terrorgruppen durchzuführen. Geht es "lediglich" um Kriminelle, so müssen die USA die Regierung des betroffenen Landes vorher fragen. So war es bis dato auch in Mexiko, wobei das mittelamerikanische Land bisher jedwede Einmischung auf seinem Territorium verbeten hatte.
Vergangenen Monat dann haben die USA sechs Drogenkartelle zu terroristischen Vereinigungen erklärt, viele Mexikaner fürchten nun eine schleichende Invasion US-amerikanischer Truppen.
Der Deal „Waffen gegen Drogen“ funktioniert immer besser, allerdings dürfen staatliche Organe noch nicht ausreichend mitmischen. Das könnte sich bald ändern und die US-Army hätte dann endlich einen Platz, ihre neuesten Entwicklungen vor der eigenen Haustüre auszuprobieren. Das gefällt den Strategen im Pentagon sicher nicht schlecht, zumal der CIA dann auch endlich wieder richtig mitverdienen könnte, so wie einst in Vietnam und wahrscheinlich zur Zeit auch in Afghanistan.
Anscheinend sind sich die Menschen in Europa immer noch nicht bewusst, dass in Mexiko mehr Menschen sterben, als im Irak und in Afghanistan zusammengerechnet. Trotzdem übernimmt die mediale Berichterstattung mit wenigen Ausnahmen die Sichtweise der mexikanischen oder US-Regierung. Unsere Redaktion hat sich einmal die Mühe gemacht, die Festnahmen seit Beginn der Drogenkriegs 2006 zu zählen, die Medienberichten zufolge ein "Schlag gegen das Organisierte Verbrechen" gewesen sein sollen. Bei 100 haben wir dann aus Zeitgründen aufgehört. Auffallend dabei ist, dass seit 2008, mit zunehmenden Umsatzzahlen der Kartelle, die "harten Schläge" gegen sie immer häufiger werden, ohne dass diese an Macht und Einfluss zu verlieren. Unerwähnt bleibt auch meist, dass eine Vielzahl der Festgenommen aus den Reihen der Polizei kommt, so wie erst wieder im April diesen Jahres: bei der Entdeckung eines Massengrabes und den damit verbundenen Festnahmen waren 16 der 17 Verdächtigen Polizisten.
Stellt sich die Frage, weshalb diese Formulierungen aus dem Munde korrupter, mexikanischer Politiker, immer wieder kritiklos in Artikeln und Reportagen weltweit übernommen werden. Die Entwicklung seit 2006 beweist eindeutig, dass sowohl die Festnahmen einzelner als auch der massive Einsatz von Militär offensichtlich keinerlei Auswirkungen auf den Deal "Waffen aus den USA gegen Drogen aus Mexiko" haben. Sehr wohl aber auf die bewilligten Mittel im Mexikanischen Bürgerkrieg.
Propaganda hat ist im weltweiten „War on Drugs“ die klassische Berichterstattung ersetzt und ist zu einem wichtigen Instrument geworden, von dem wiederum viele Arbeitsplätze abhängen: Die derer, die sich mit der repressiven Umsetzung befassen, die der Händler und last but not least die der vielen Geldwäscher und Vertuscher.
Wen wundert angesichts dieser Tatsachen das Ungleichgewicht der medialen Berichterstattung, bei dem Polemik und Ausgrenzung von Minderheiten rationale Argumente und wissenschaftliche Tatsachen regelmäßig in den Schatten stellen?
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