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Sortenwechsel in Prag

Höher, schneller, weiter - Neues vom Kloner
Publiziert am: 03.05.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: H4CL
36. und 47. Blütetag

HC4L hat‘s drauf. Immer bessere Erträge auf kleinster Fläche sind nur durch penibles Arbeiten möglich. Wenn andere längst zufrieden ihre Ernte genießen, versucht unser Freelancer aus Prag immer noch, ein paar extra Buds aus der Growecke zu zaubern, indem er, egal wie erfolgreich die letzte Ernte war, kleinste Fehler sucht, aufspürt und beim nächsten Mal vermeidet. Auf diese Weise hat er es geschafft, echte Mörder-Buds zu züchten, aber der Perfektionist aus unserem liberalen Nachbarland ist nie ganz zufrieden und tüftelt weiter:

Der letzte Grow

Bisher habe ich auf einer Fläche von 1.44 qm zwischen 20 bis 25 Pflanzen in 7 Liter Töpfen blühen lassen (siehe Hanf Journal 129) Nachdem ich die Sorte gewechselt hatte und neue Mutterpflanzen herangezogen hatte, wurde es Zeit zu prüfen; welche Ergebnisse sich mit den bisherigen Erfahrungen erzielen lassen konnten. Da ich eine kurzblühende Sorte gewählt hatte, musste ich den Ablauf der Zucht anpassen und mit gewissen „Anfangsschwierigkeiten“ klar kommen. Meine bisherigen Durchgänge waren am Anfang immer Pflanzen, die aus Samen gezogen wurden, später gab es dann mal den ein oder anderen Steckling von Bekannten und seit einer gewissen Zeit arbeite ich nur noch mit Ableger meiner eigenen Mutterpflanzen.
Selbstgezogene Klone haben viele Vorteile. Einer der größten ist, dass man genau weiß, welche Sorte man in den Händen hält und mit welcher Pflege diese aufgezogen wurden. Durch zwei abgeschlossene Durchgänge mit Klonen der Sorte Spezial Kush #1 wurde mir bewusst, dass ich die bisherige Pflanzenanzahl wohl steigern sollte, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Mit 20 oder 25 Pflanzen in 7 Liter Töpfen hätte ich die Pflanzen wohl noch eine längere Zeit mit einer Lichtdauer von 18 Stunden wachsen lassen müssen. Da ich die Ableger nur drei bis vier Tage anwachsen ließ, konnte ich mit einer 400 Watt Natriumdampflampe im ersten Durchgang nicht mal 300 Gramm an schönen Blüten ernten. Es war schlicht falsch, die Pflanzen, gleich nachdem diese Wurzeln gebildet hatten, so flott in die Blüte zu schicken. Da hätte ich mehr Geduld haben müssen.
Bereits beim ersten Versuch merkte ich, dass die Pflanzen relativ wenige Nährstoffe brauchen und die Zugabe von extra Phosphor eigentlich nicht nötig war. Eine Überdüngung wurde anhand der viel zu dunkelgrünen Farbe zwar erkannt, aber das Spülen und die Erholung von circa einer Woche ist bei einer Blühphase von 46 bis 49 Tagen schon recht viel Zeit. Da ich zum Ende der Blütephase das Gefühl hatte, dass sich einige der Pflanzen nicht gut erholt hatten, war ich von der geringen Ausbeute nicht zu sehr enttäuscht. Beim zweiten Durchgang hatte ich Geduld und begann mit dem Düngen erst, als die Pflanzen Mangelerscheinungen aufwiesen. Dabei darf man nicht sofort auf das erste gelbe Blatt reagieren, das im unteren Bereich einer Pflanze zu finden ist, das ist normal. Wenn die schöne saftige grüne Farbe der Blätter anfängt nicht mehr zu strahlen oder anfängt zu verblassen, ist es mit Sicherheit an der Zeit, Nährstoffe zu geben. Mit genau 300 Gramm unter einer 400 Watt Lampe war das Ergebnis gut, aber noch steigerbar. Die Bilder zu diesem Report geben den dritten Durchgang wieder.

Mehr Steckis - mehr Ertrag?

Nachdem ich mich entschieden hatte, die Pflanzenanzahl zu erhöhen, standen nun 30 Ableger in 5,5 Liter Töpfen unter dem Adjust-a-Wings mit 400 Watt Natriumdampflicht. Bekannte von mir bevorzugen, die Pflanzen in die Blüteräume zu bringen und diese dort noch mal für eine bis zwei Wochen mit 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit pro Tag wachsen zu lassen. Ich wollte aber schauen, wie die Pflanzen mit weniger Platz zurechtkommen und überlege zur Zeit, die Anzahl noch mal zu erhöhen. Das Ziel der Übungen ist eine Anzahl bis zu 50 Pflanzen in einem großen Container zu züchten. Da die Spezial Kush #1 von mir mit ungefähr 10 cm in die Blüte geschickt wurden, hatten diese am Ende der Blüte eine Höhe von 45 cm bis 50 cm erreicht. Dabei bin ich noch am Überlegen, ob ich zwei Ableger in einen Topf züchte, oder einen großen Container selbe baue, um die ganze Fläche gut auszunutzen.


Vorsicht beim Düngen

Die dritte Zucht mit 30 Klonen ergab eine Ernte von 335 Gramm. Nachdem ich die Pflanzen sofort nach ausreichender Bewurzelung in 7x7x8 cm Töpfen in den Blüteraum gebracht hatte, ließ ich den Adjust-a-Wings Reflektor ungefähr 80 Zentimeter mit einer 400 Watt Hochdrucklampe über den Pflanzenspitzen. Gegossen wurde mit etwas Wurzel Complex und einem hochdosierten vitamin- und aminosäurenhaltigen Booster. Die kleinen hatten alle die Umstellung auf die Blütephase gut geschafft, und es gab keine Ausfälle. Nach 13 Tagen haben die meisten Pflanzen dann die ersten weißen Härchen gehabt. Die Streckphase war in vollem Gange, keine der kleinen hatte Mangelerscheinungen oder ließ Probleme erkennen. Der Reflektor wurde jede Woche ein Stück näher an die Pflanzen gebracht, und befand sich zu diesem Zeitpunkt circa 60 cm von den Pflanzen entfernt.
In der dritten Woche gab ich das erste Mal Dünger für die Blühphase und immer noch regelmäßig Wurzel- sowie Blütebooster. Ich gieße in der Regel zwei- bis dreimal die Woche, aber gebe nicht jedes Mal den Dünger hinzu, es hat sich gezeigt, dass Dünger, der in Intervallen von jedem zweiten oder dritten Gießen von den Pflanzen gut verarbeitet werden kann. Zu viele Nährstoffe würden den Boden versalzen und verhindern eine optimale Entwicklung. Die meisten Erd-Mixe aus dem Growshop haben von den Herstellern eine Zeitangabe, bei denen keine Extra Nährstoffe gegeben werden müssen. Die Schemata der bekannten Düngerhersteller hingegen geben keinen Hinweis darauf, dass es hilfreicher wäre, mit den Nährstoffen etwas zu warten.
Im Übergang der dritten zur vierten Woche hat der Wuchsschub nachgelassen und die Pflanzen bilden nun mehr und mehr Blüten aus. Bei einigen Pflanzen fängt das Harz auf den Blättern an zu schimmern, das Aroma wird intensiver und lässt jedes Growerherz schneller schlagen. Der Reflektor wird auf 45 cm an die Pflanzen heruntergelassen. Mit der regelmäßigen Zugabe von Wurzel Complex habe ich aufgehört. Den Blütebooster habe ich bis zehn Tage vor dem Ende des Durchgangs gegeben. Grunddünger wurde in Intervallen von jedem zweiten Gießvorgang gegeben. In der vierten Woche habe ich dann den Reflektor noch 40 cm über den Pflanzen gehangen, Bambusstäbchen für mehr Stabilität der Pflanzen in die Töpfe gesteckt und mit einem einfachen Seitenschneider auf die gewünschte Länge gekürzt. Die Blätter waren saftig grün und das Aroma wurde intensiver.
In der fünften Woche zeigten einige der Pflanzen die ersten braunen Härchen. Es gab bis zum 36. Tag in der Blüte noch Dünger, danach nur noch Wasser bis zum geplanten Erntezeitpunkt von 49 Tagen. Am 42. Tag habe ich die Pflanzen allesamt noch einmal kräftig mit der doppelten Menge an klarem Wasser gespült, die ein Topf an Erde enthält, also 14 Liter pro Pflanze. Am 50. Tag habe ich dann geerntet. Der Reflektor befand sich in der fünften und sechsten Woche in einem Abstand von circa 30 cm über den Pflanzen.




















































50 Tage Blüte und Schluss




Nach 50 Tagen wird geerntet

In einem kleinen Trockenzelt mit Aktivkohlefilter und Absaugventilator brauchten die Blüten nur eine Woche, bis sie für den Gebrauch fertig waren. Wie bereits beschrieben wurden es 335 Gramm an schönen und vor allem sauberen Gras. Was 11 Gramm pro Pflanze und 0,84 Gramm pro Watt Lichtleistung entspricht. Allerdings wäre es genauer auszurechnen, wie viel Ernte pro Tag produziert worden ist, demnach habe ich in 50 Tage Blütezeit 6,7 Gramm pro Tag produziert. Bei 30 Pflanzen auf der Fläche waren immer noch viele Lücken im Blütendach, also werde ich demnächst probieren, einen großen Container mit guter Belüftung und Drainage zu basteln und vielleicht bis zu 50 Ableger blühen zu lassen. Da ich von Hand bewässere, werde ich diesen am besten mit Rollen versehen, um auch die hinteren Pflanzen kontrollieren zu können. Was ich erneut gelernt habe ist, dass die unterschiedlichen Sorten ihren eigenen Düngerbedarf haben, und Zeit in Betrachtung und Kontrolle der Pflanzen sich schnell rentiert. Maximaler Dünger bringt nicht maximale Erträge. Selbst nach einigen erfolgreichen Zuchten kommen immer wieder Punkte zum Vorschein, in die ich mehr Zeit fürs Verständnis investieren muss. Es wird ein interessanter Sommer. Grüße, HC4L.



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