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Mexikanische Wochen

Bürgerkrieg in Mexiko?
Publiziert am: 01.07.11 - Medienformen: Medienform Text

Das Nachrichtenmagazin Focus meldet, dass in Mexiko wieder ein „Drogenboss“ gefasst worden sei. Die Meldung stammt eigentlich von der Mexikanischen Regierung und enthält die üblichen Floskeln, allen voran die des „schweren Schlages gegen die Kartelle“.
Um aufzuzeigen, wie der Alltag in Mexiko aussieht und wie sich die zahlreichen, harten Schläge gegen die Kartelle auf den Alltag der Mexikaner/innen auswirken, haben wir eine Wochen-Chronik des Drogenkriegs in Mexiko der Wochen vom 9.-21. Juni diesen Jahres, erstellt von stopthedrugwar.org, in Auszügen übersetzt:

9. Juni
In Morelia, Michoacan, finden Behörden 21 Leichen neben der Hauptstraße. Einige weisen Spuren von Folter auf.
In Hidalgo County, Texas, werden drei mutmaßliche Drogenschmuggler bei einem Feuergefecht mit US-Polizisten schwer verletzt.
In Ciudad Juarez erreicht ein Friedensmarsch die Hauptstadt, der von Präsident Calderon das Ende der Gewalt fordert. Er wird von dem Schriftsteller und Dichter Javier Sicilia angeführt, dessen Sohn Ende März zusammen mit Freunden erschossen worden war.
Ebenfalls in Ciudad Juarez wurden neun Menschen bei verschiedenen Vorfällen getötet, was den bisher gewalttätigsten Tag im Juni darstellt.

11. Juni
In der Kleinstadt El Terrero, Chihuahua, werden fünf Mitglieder einer Großfamilie erschossen. Zeugen sagen aus, die Mörder hätten nach jemand anderem gesucht. Die Familie wurde getötet, weil sie nicht wusste, wo sich die Person befand. Unter den Opfern ist ein drei- sowie ein vierjähriges Kind.

12. Juni
Im Stadtgebiet von General Teran, Nuevo Leon, werden drei verstümmelte und zerstückelte Leichen gefunden, die vermutlich Angehörige rivalisierender Kartelle waren.

13. Juni
In Chihuahua wird ein Polizist erschossen, als er ein Hospital verlässt, nachdem er am Vormittag desselben Tages bei einem Attentat angeschossen worden war.
In Monterrey hängt eine brennende, männliche Leiche gut sichtbar für alle Autofahrer und Fußgänger stundenlang an einer Autobahnbrücke.

14. Juni
In Tijuana wird der ehemalige Bürgermeister Jorge Hank Rhon von der Anklage wegen Verstosses gegen das Waffengesetz freigesprochen, um kurz darauf als Mordverdächtiger wieder festgenommen zu werden.

15. Juni
In den USA teilt eine bisher nicht benannte Behörde mit, dass unter den 193 Toten aus einem Massengrab, das im April in San Fernando gefunden wurde, mindestens ein US-Bürger gewesen sei.
In Nuevo Leon werden 33 Leute an einem Tag ermordet. Unter den Toten sind zwei Leibwächter des Staatsgouverneurs Rodrigo Medina, die entführt, ermordet und verstümmelt wurden, 14 davon wurden in einer Gefängnisschießerei vorsätzlich getötet.

17. Juni
Nochmal Nuevo Leon: 26 Polizisten werden inhaftiert, weil sie in den Mord an den zwei Leibwächtern verwickelt waren.
In Matamoros wird der Anführer der Los Zeta, Heriberto Lazcano nach einem grausamen Gewehrgefecht, getötet. Mexikanische und Amerikanische Behörden haben den Tot nicht bestätigt, da der Getötete vermutlich am selben Tag in eine Schießerei nahe der amerikanischen Grenze verwickelt war.

19. Juni
Mindestens 23 Menschen werden während des Wochenendes von den „Knights Templar“, einer Untergruppe der La Familia Michoacana, ermordet. Diese Morde wurden bereits Freitag angekündigt. Die LFM hat bereits Rache geschworen.
Im selben Ort werden sieben kommunale Polizeikräfte verhaftet, da sie in Verbindung mit dem Mord an einem mexikanischen Marinesoldaten, der am 11. Juni tot aufgefunden wurde, stehen. Er war einer der drei Marinesoldaten, die entführt und ermordet wurden.

20. Juni
Der Journalist Miguel Ángel López Velasco wird mitsamt seiner Frau und seinem Sohn erschossen. Er schrieb unter eine landesweit bekannte Kolumne über die Missstände und die Korruption im Lande.

21. Juni
Im Ort Cosio, Bundesstaat Aguascalientes, wird der Anführer der La Familia Michoacana an einer Autobahnmautstelle festgenommen. Jose de Jesus Mendez Varga, auch bekannt unter dem Namen „El Chango“ (der Affe) war Anführer der LFM.
In Ciudad Juarez werden mindestens sieben weitere Menschen getötet. In einem Fall wurde eine Tüte mit Kopf und weiteren Körperteilen an einer Kirche abgelegt. In einem anderen Stadtteil werden drei weitere Menschen in ihrem Haus niedergeschossen.
Im kleinen Städtchen Cuahtemoc, Sierra Chihuahua, bestätigen die Behörden acht weitere, brutal ermordete Personen.
In Mexico City berichtet der Salvadorische Präsident in einem Treffen mit Staatschef Calderon, dass die Zetas Leute nach El Salvador geschickt hätten, um durch korrupte Polizisten und Militärleute an Waffen zu kommen.

Fazit
Man kann zu diesem Zeitpunkt keine genauen Angaben zur Anzahl der Toten machen. Die einzige mexikanische Zeitung, die eine Statistik darüber führt, hat aufgehört zu zählen. Mit mehr als 1400 Ermordeten allein im April diesen Jahres, wird diese wohl die des Vorjahres übertreffen. Man schätzt die Gesamtzahl auf bereits 38 000. Diese Bilanz erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, denn lediglich die signifikantesten Fälle werden aufgrund der riesigen Anzahl an Morden überhaupt in den Medien gemeldet.
Der Drogenkrieg in Mexiko forderte bis Ende 2010 seit seinen Beginn im Jahr 2006 insgesamt 34,883 Menschenleben und somit mehr als im Irak und im Afghanistan-Konflikt zusammengerechnet.
Trotz zahlreicher Verhaftungen, medienwirksam als „harte Schläge gegen die Kartelle“ vorgestellt, ist die Tendenz auch 2011 steigend.
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