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Wie die Hanflegalisierung Atomkraftwerke ausschalten kann

'raus mit den Pflanzen!
Publiziert am: 01.07.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: tribble
BILD: AKW Isar - Foto: Franzfoto cc-by-sa 3.0
Wir bauen Kraftwerke. Wir verbrennen Kohle. Wir bauen Dämme in Flüsse. Und das alles um Elektrizität herzustellen und um unsere Pflanzen im Indoorgarten zu beleuchten. Einige der Lichter, meist 600 bis 1000 Watt Natriumdampflampen, brennen 18 Stunden am Tag. Mit Lüftern, Entfeuchtern und Sicherheitskameras kommt man bei großen Plantagen locker auf eine Stromrechnung von über 3000 Euro im Monat - mehr als die Miete. Welchen Effekt würde die Legalisierung auf das Anbauen im Haus haben? Es gibt Wissenschaftler, die darüber nicht spekulieren. Aber viele Pflanzer glauben, dass der Preis für Gras sinken würde. Durch die hohen Kosten für Elektrizität und Diesel würden einige Pflanzer gezwungen sein, zu biologischeren Methoden des Anbaus zurückzukehren. Die Umweltbelastung durch Outdoorplantagen sind gut dokumentiert, die beim Indooranbau weniger.


Die Produktion von Cannabis in geschlossenen Räumen braucht enorme Energiemengen und der Energieforscher Evan Mills vom Lawrence Berkeley National Laboratory, University of California, hat sich dessen angenommen. Er hat diese Untersuchungen auf eigene Faust durchgeführt und besteht darauf, keine Wertung über Cannabisproduktion oder Konsum abzugeben. Ihm sei die Verbreitung von Informationen darüber wichtig, da es dazu bislang kaum welche gebe und das völlige Fehlen einer Regulierung der Industrie bedeutet, dass dort sehr einfach Energie eingespart werden könnte.
So errechnete Mills für die USA eine Stromrechnung von fünf Milliarden Dollar (3,4 Mrd. Euro) jährlich, ein Prozent des gesamten US-Stromverbrauchs. Dies entspräche zwei Millionen Haushalte und CO²-Emissionen, die drei Millionen Autos entsprechen. In Kalifornien, dem größten Produzenten, läge der Stromverbrauch aus dem Anbau bei drei Prozent aller Elektrizität. Ein Joint entspräche damit einer 100-Watt-Lampe über 17 Stunden und 900 Gramm erzeugtem CO².

[1]
Zahlreiche US-Bundesstaaten erlauben aus medizinischen Gründen Marihuana, obwohl es nach Bundesgesetzen verboten ist. In 17 Staaten ist der Anbau dort legal, nach Bundesgesetzen nicht. Darum werden – genauso wie bei uns – die Plantagen großteils in Häusern errichtet, um der Verfolgung zu entgehen. Viele kennen diese Räume aus Fotos aus Fotos, dem Internet oder US-TV-Serie “Weeds”, die auch schon bei uns im Abendprogramm lief.
Das Problem ist, dass die Produktion verdeckt stattfindet und damit ist sie ineffizient und es entwickelt sich keinerlei Umweltbewusstsein. Cannabis-Plantagen sind heller als Operationssäle, haben sechsmal so hohe Luftumwälzung als Biotech-Labors und den Stromverbrauch eines Rechenzentrums. Würde man den Anbau ins Freie verlegen, wäre er nicht energieintensiver als bei anderen Kulturpflanzen: Erst die Kriminalisierung des Hanfanbaus begünstigt die Energieverschwendung.
Als Energiemix wird die Verwendung verschiedener Primärenergieformen zur Energieversorgung bezeichnet. In Deutschland basiert die Energieversorgung hauptsächlich auf fossilen Energiequellen (2009: 57,8 %) Die Kernenergie ist mit 24,9 % und die erneuerbaren Energien mit 17,3 % dabei. [2]
Die 24,9 Prozent aus dem Energiemix werden durch die in Deutschland laufenden 17 Reaktoren [3], welche insgesamt etwa 20490 MW herstellen, erzeugt. Der einzelne Reaktor hat damit einen Anteil von durchschnittlich nur 1,29 % Prozent. Wenn wir also nun von der Annahme ausgehen, dass auch hierzulande 1 Prozent des Stroms für Cannabis-Plantagen genutzt werden, kann durch eine Neuregelung, die den Anbau von potentem Cannabis auf dem Feld ermöglicht, mindestens ein Atomkraftwerk ausgeschaltet werden.
Was die Frage der Qualität des Outdoor-Cannabis angeht, so schreibt auch das Hanf Journal im April 2011 [4]:
Für ein Kilogramm [Gras] gelangen etwa 2000 Kg Kohlendioxid in die Atmosphäre, was aufgrund der sonnigen Lage Kaliforniens nicht ganz nachvollziehbar ist. Kalifornien gilt als landwirtschaftliches Paradies, in dem viele exotische Früchte gedeihen, unter anderem auch Hanf. Zu Beginn der Marihuanakultur in Kalifornien in den 1970ern wurde ausschließlich draußen angepflanzt. Ein Grund für die große Nachfrage nach Indoorgras ist, dass es für potenter gehalten wird, was auch heftigst von der hydroponischen Industrie promotet wird. „Das ist eine aus der Luft gegriffene Behauptung“ sagte Dave Lampach, Präsident und Mitbegründer der Steep Hill Lab, einer Einrichtung für medizinisches Marihuana. „Es gibt keine definitiven Unterschiede zwischen Indoor- und Outdoor-Gras, lediglich die Gene bestimmen, wie stark eine Marihuanasorte ist.“

Quellen:
[1] evan-mills.com/energy-associates/Indoor_files/Indoor-cannabis-energy-use.pdf
[2] www.naturstrom.de
[3] de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernreaktoren_in_Deutschland
[4] www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2011/130_april/s41_0411_Kalifornien.php

Geschrieben von Martin, die Hanfplantage.de
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