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Zombie Nation

Killer Croc beißt zu, im Namen der Prohibition.
Publiziert am: 01.08.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Kommentar von mze

In Russland sind Junkies noch ärmer dran als sonst wo auf der Welt. Dabei hat Russland die höchste Heroinabhängigkeit in der Bevölkerung weltweit. Über zwei Millionen Menschen sind trotz strengen Drogenverboten nach Bayer´s entfremdeten Hustensaftprodukt Heroin süchtig. Doch nicht nur, dass die kranken Süchtigen wie Schwerstkriminelle von der Polizei behandelt werden, auch die Beschaffungsproblematik führt die fatalen Auswirkungen der konsequenten Prohibition in schrecklichste Missstände, die einem Horror-Film entsprungen seien könnten.

Ein Heroinersatzstoff, das Opiat Desomorphin, das aus rezeptfreien Codein-Tabletten gewonnen wird, mit Farbverdünnern, Lösungsmitteln und Phosphorsäure aufbereitet, verbreitet sich in Russlands Drogenküchen und in den Körpern schwerst abhängiger Konsumenten, welche ihn auf Grund der fleischfressenden Wirkung naheliegend „Krokodil“ getauft haben. Die Injektion der Krokodilplörre verursacht ein Abfaulen des körpereigenen Fleisches am lebenden Subjekt. Man wird durch den Gebrauch der gepanschten Substanz somit regelrecht in einen menschlichen Zombie verwandelt, bevor man meist qualvoll den Tod erleidet.

Nutzer der gepanschten Droge droht schon direkt im Erstkontakt die Entstehung eines Abszesses, falls die Vene während des Injektionsversuches nicht getroffen wird. Selbst bei erfolgreicher Injektion verändert sich aber die Struktur der Haut und des Fleisches, das schuppig und grün wird, wie von einem Reptil. Bei regelmäßiger Anwendung, und die ist garantiert, da Croc stärker aber kürzer als Heroin wirkt und dazu günstiger zu bekommen ist, beginnt sich folgend das absterbende Gewebe vom Körper zu lösen. Bilder von Menschen mit klaffenden Wunden, bei denen man bis auf die kaputten Knochen sehen kann, mit angefaulten Sehnen und eitrigen Muskelresten, die in verwesenden Körperteilen weiter verderben, sind ein neues Ergebnis der eisernen Drogenpolitik, die seit den UN-Drogenkonventionen ein gewaltiges Übel am Laufen halten, dass sie einst eigentlich zu lösen vorhatten.

Es scheint dazu möglich als würde die Russische Sozial und Gesundheitsministerin Tatyana Golikava mit ihrem Mann dem Industrie und Handelsminister Wiktor Borissowitsch Christenko am Übel über Umwege profitieren, da ihr Sohn für den Hersteller der meist verkauften, nicht verschreibungspflichtigen Medikamente, die zur Zubereitung der verunreinigten Drogen benötigt werden, arbeitet.

Die Firma Pharmstandard brüstete sich schon 2007 stolz mit sechs vertretenen Produkten unter den 20 erfolgreichsten frei erhältlichen Arzneien Russlands vertreten zu sein, um ein Jahr später ihre Einnahmen nochmals um 50 Millionen Euro zu erhöhen. Eine Summe, die selbst von Russlands größten organisierten Verbrechersyndikaten nicht mit illegalen Drogenverkäufen erwirtschaftet wird. Als man im Herbst 2009 in der Krasnoyarsk Region codeinhaltige Medikamente rezeptpflichtig machen wollte, wandte sich Pharmstandard an die Bundestaatliche Anti-Monopol Behörde und erzwang so eine Beendigung der Diskussion im Namen des freien Handels und garantierte einen weiteren Verkauf.

Ein Produktionsstopp der günstigen Codeintabletten, die den Preis von Heroin bei weitem unterschreiten, wäre ein anderer, einfacher Ansatz den Weg aus der Krokohölle zu beginnen. Nur noch preislich über dem Heroinschwarzmarktkurs angebotene Schmerzmittel anzubieten würde die Produktion von Krokodil direkt ad absurdum führen. Jedoch liegt dies offensichtlich nicht im Interesse der verantwortlichen “Familienmitglieder”. Prohibitionisten geht es folglich nur um die Beendigung des Konsums der von ihnen bestimmten Substanzen.

Der Auslöser des Horrortrips von Krokokonsumenten ist schließlich wieder nicht die eigentliche Substanz, das Desomorphin, sondern nur die laienhafte Produktion durch Konsumenten und Dealer, die zu einer sauberen Produktion des Heroinersatzes nicht befähigt sind.

Die Moral hinter dem Drogenkrieg bleibt daher angesichts der täglichen Meldungen aus Mexiko und dem Schindluder, das global mit Menschenleben getrieben wird, wie man es am Beispiel Russland sieht, Lichtjahre hinter den Ansprüchen der eigentlich geplanten Erfolge. Eine drogenfreie Welt in “love, peace and harmony“ durch einen prohibitionistischen Krieg generieren zu wollen, erscheint nur dann logisch, wenn man die Alternative eines staatlich kontrollierten Handels als weitaus schrecklicher ansieht als die derzeitigen, eigens produzierten Missstände.
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