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Die Hanfberatung im Hanf Journal: Erste Hilfe für Kiffer

Kascha ist per e-Mail über kascha@hanfjournal.de zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht, nur blöde Antworten.
Publiziert am: 01.08.11 - Medienformen: Medienform Text

Observation

Oskar (ohne Alter und Wohnort) fragt:

„High liebes Hanf Journal-Team,
ich bin jemand, der, bevor er eine Droge nimmt, sich gründlich über diese Droge im Internet informiert. Ich habe vor ein paar Wochen mit einem Freund Pilze gegessen. Das war ein wunderschönes Erlebnis für mich und ich glaube ich habe auch relativ viel über das Leben gelernt durch diese Erfahrung. Dann habe ich vor ein paar Tagen ein Mädchen kennengelernt die, wie sich heraus gestellt hat, das überhaupt nicht verträgt (also kiffen). Sie hat das schon mal erlebt, dass sie extrem starkes Gras (nur) geraucht hatte und das so heftig war, dass sie dachte sie müsste sterben und sie hatte danach 2 Wochen eine Art Psychose, die erst wegging, als die Ärzte ihr Beruhigungsmittel gegeben hatten. Etwas später erzählte sie auch von ihrem Zwillingsbruder, der vor einem Jahr einen LSD-Trip genommen hatte und bis heute eine Psychose davon getragen hat. Diese Geschichten haben mich sehr beschäftigt, weil ICH kaum was im Internet von Psychosen gelesen hatte, die von Trips kommen. Ich dachte so etwas passiert jeder millionsten Person. Aber durch direkte Recherchen im Internet habe ich von Leuten wie der Abi Anne gelesen, die auf ihrer Abiparty ihren ersten und letzten LSD-Trip genommen hat und seit dem auf dem Boden einer Klinik rum rutscht und nicht mal mehr alleine essen kann. Oder von meiner Mutter: Eine Kollegin hatte einen Enkel, der sich selbst umgebracht hat, weil er nicht mehr mit seiner, durch einen Trip ausgelösten, Psychose klar kam. Diese Dinge haben mich sehr doll beschäftigt, weil ich sie bis vor Kurzem für fast unmöglich gehalten habe und ich deshalb auch schon selber solche Art der Drogen genommen habe.“


Kascha antwortet:
„Hi Oskar,
das ist in der Tat ein wichtiges Thema: Einerseits, weil diese „Horror-Trips“, die zum Teil irreversibel zu sein scheinen, ein wichtiges Argument der Legalisierungsgegner sind (aus der reichlich naiven Sichtweise heraus, dass ein Problem das tabuisiert wird dadurch verschwindet), andererseits weil dies für die Betroffenen und ihre Angehörigen und Freunde in schlimmeren Fällen ein wirklich heftiges Problem sein kann – bis hin zum Suizid, wie du selbst erwähnt hast. Tatsächlich haben psychoaktive Substanzen unter Umständen das Potential, latente Psychosen, das heißt psychische Probleme, die bisher nicht zu Tage getreten sind, auszulösen. Das kann einerseits bei Stoffwechselstörungen im Hormon- oder Neurotransmitterhaushalt passieren, andererseits auch, wenn man bestimmte Probleme bisher unterdrückt hatte. Cannabis hat dabei eine geringere Wahrscheinlichkeit als beispielsweise LSD, solche Psychosen auszulösen, nicht zuletzt, weil es deutlich schwächer wirkt. Besonders bei starkem Gras und hohen Dosierungen kann es aber zu einem Gefühl von Kontrollverlust kommen, das zu Panikattacken führen kann von denen man sich erst einmal wieder erholen muss. Auch bei der so genannten Cannabisabhängigkeit, bei der Konsumenten extrem viel kiffen und dabei ihr restliches Leben vernachlässigen, hängt vermutlich vieles mit der psychischen Ausgangssituation des Konsumenten zusammen. Von Pilzen sind weniger Fälle einer auf den Konsum folgenden längerfristigen psychotischen Störung bekannt als von LSD, häufiger sind hier Fälle von Realitätsverlust unter dem akuten Einfluss der Substanz. Daher ist es zum Beispiel auch empfehlenswert, LSD nicht als unerfahrener Drogenkonsument einzunehmen: Wer zum Beispiel bereits mit Gras Probleme hat, hat möglicherweise auch ein erhöhtes Risiko, auf andere psychoaktive Drogen – das gilt auch für Alkohol – stärker zu reagieren und sollte seinen Drogenkonsum diesem Risiko anpassen. Solche Risiken können auch in der Familie liegen, wie es möglicherweise bei deiner Bekannten und ihrem Zwillingsbruder der Fall ist. Leider gibt es aufgrund der aktuellen politischen Situation (die auslösenden Drogen sind, abgesehen vom Alkohol, illegal, was es schwer macht sowohl den Gesamtkonsum als auch den Anteil der problematischen Konsumenten zu bestimmen) eben keine verlässlichen Statistiken oder Erhebungen, wobei aber das Psychoserisiko eben auch vermutlich nicht statistisch sondern individuell durch die jeweilige Prädisposition, also gewissermaßen Veranlagung, bedingt ist.“



Sabrina (ohne Alter und Wohnort) möchte wissen:

„Hallo.
Ich rauche jetzt seit ca. 8 Jahren regelmäßig Bong, ohne Probleme. Vor drei Tagen rauchte ich abends einen Kopf (den ersten am Tag). Zuerst war alles so wie immer, doch nach ca. 30 Sek. hatte ich einen epileptischen Anfall. Ich war bei Bewusstsein, atmete aber komisch mein Kopf kippte nach hinten und meine Hände zuckten. Nach ca. einer Minute war dieser vorbei und ich vollkommen breit und hatte einen Fressflash. Ich habe solche Angst, das das wieder passiert und habe den Konsum vorerst eingestellt. Allerdings will ich auch nicht ewig aufs Bong rauchen verzichten. Meine Frage ist nun, ob es an der Konsumform lag, am Gras oder Tabak? Ich hatte das noch nie und bin echt verunsichert....vielleicht einen Tipp oder eine Idee?“


Kascha antwortet:
„Hi Sabrina,
zunächst bin ich mir nicht vollkommen sicher, ob du da einen epileptischen Anfall hattest – so etwas kann ich auch nicht per e-Mail klären und du solltest, falls du diesen Verdacht wirklich hast, einen Arzt konsultieren. Es gibt auch Epileptiker, die ohne Probleme Bong rauchen, dann allerdings mit dem Setting und der Dosierung vorsichtig sein sollten. Nach deiner Schilderung ist es aber auch denkbar, dass du einen so genannten Tabakflash hattest: Nikotin ist ein Nervengift, das eben bei schneller und konzentrierter Aufnahme wie in der Bong unter Umständen auch schneller und konzentrierter wirkt. Die Mischung in der Bong sollte aus diesem Grund, vor allem für Nicht-Zigarettenraucher, 50% Tabak nicht übersteigen, im Zweifelsfall lieber einen kleineren Kopf rauchen. Nichtraucher, die nach längerem Tabakentzug (das heißt, seit gestern oder länger nichts geraucht) und zum Beispiel auf nüchternen Magen einen Bong-Kopf rauchen, merken den Tabak auf jeden Fall und dazu gehören auch Taubheitsgefühle, Atemprobleme und Zittern. Cannabis wirkt etwas langsamer als Tabak, so dass eine unmittelbare Wirkung beim Rauchen üblicherweise nicht dem THC zuzuschreiben ist. Wenn du nicht aufs Bong rauchen verzichten willst solltest du vorsichtshalber mit einem Arzt, dem du vertraust, klären, ob das ein epileptischer Anfall gewesen sein könnte, ansonsten sollte man in der Bong auch eben immer möglichst wenig und nicht zu starken Tabak verwenden.“



Markus (ohne Alter und Wohnort) hat eine Frage:

„Hallo Kascha,
ich rauche so ein bis zweimal Gras pro Woche, ( ohne Tabak ) in einem Kawumm.
Ich bin immer erstaunt, wie unterschiedlich stark die Wirkung bei ungefähr gleicher Menge Gras ist. Mal werde ich eher müde, nächstes mal geht die Wirkung in Richtung LSD-Trip. Ist das wirklich nur von der momentanen mentalen Verfassung abhängig ?“


Kascha antwortet:
„Hi Markus,
die Wirkung hängt zu einem gewissen Teil auch von den Konsumumständen ab, weshalb übrigens erfahrenere Konsumenten in der Regel weniger schlechte Erfahrungen mit beispielsweise zu hohen Dosierungen machen. Außerdem hängt es noch vom gerauchten Gras ab. Schwaches Gras macht durch einen höheren Cannabidiol-Anteil in der Regel mehr müde als breit, während stärkere Grassorten einen sogar vom Schlafen abhalten können weil man so sehr mit den psychedelischen Komponenten der Wirkung beschäftigt ist. Darüber hinaus macht es einen großen Unterschied ob man auf vollen oder auf leeren Magen kifft und wie fit man sich gerade fühlt – manche Kiffer behaupten sogar, bei Regen anders breit zu werden als bei Sonnenschein. Die mentale Verfassung kommt dazu, da eben vorhandene Stimmungen verstärkt werden können, wenn man müde ist wird man also müde und wenn man in Partylaune ist wird man eher lustig. Da spielen also viele Faktoren zusammen, und du solltest die gesamten Rahmenbedingungen genau beobachten wenn du das für dich optimale Setting finden möchtest.“
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