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Schergen an die Macht

Die Personalpolitik der NATO in Afghanistan
Publiziert am: 22.08.11 - Medienformen: Medienform Text

Heroinverpackung mit Herkunftsangabe Foto: Counter Narcotics Police of Afghanistan (CNPA)/ Hirat

Während die UNODC den steigenden Heroin-Schmuggel beklagt, schaffen die Alliierten unter UNO-Mandat erst die Voraussetzungen für den blühenden Handel: Die australischen NATO-Truppen hatten kürzlich darauf gedrängt, Matiullah Khan zum Provinzgouverneur von Uruzgan zu ernennen, was dann auch geschah. Die südliche Provinz ist eines der Hauptanbaugebiete für Opium, jeder dort kennt Khan als mächtigsten und skrupellosen lokalen Drug- und Warlord. So skrupellos, dass die NATO-Soldaten der Niederlande die Zusammenarbeit verweigerten. Erst im April diesen Jahres machten seine Beamten Schlagzeilen, weil sie eine "Opium-Steuer" von den betroffenen Bauern kassierten. Khan ist nebenbei ein erklärter Gegner der Taliban.
Das Ganze erinnert an die Ernennung von General Razziq, der die mit US-Geldern finanzierte Khojak Passstraße kontrolliert, über die das meiste Heroin nach Pakistan geschmuggelt wird, von dem wiederum ein Großteil über die einzige Straße nach Taftan in den Iran weitertransportiert wird.

Der Bericht der UNODC verschweigt dabei so Einiges: Keiner der im vergangenen Jahr beim Heroin-Handel ertappten hochrangigen afghanischen Politiker wird dort erwähnt, dafür übt sich die UNO-Drogenbehörde in Spekulation über die Rolle der Taliban im Heroingeschäft.
Einmal heisst es, "[....], dass regierungsfeindliche Kräfte wie die Taliban nicht direkt in den Opiumhandel verstrickt sind [....]".
Oder: "[...] (Das Heroin) wird in Süd-Afghanistan meist von Patschunen und Balochen gehandelt."
Oder: "[...]Zusätzlich erhoben die Taliban eine Steuer für Bauern und Händler[...]." Wir erinnern uns: Nicht die Taliban, sondern die örtliche Polizei wurde bei der Erpressung von Schutzgeldern erwischt.
An anderer Stelle spricht der Report von "Taliban und anderen regierungsfeindlichen Kräften in Süd-Afghanistan, die den Handel mit Pakistan kontrollieren."
Was denn nun? Die Taliban, die Polizei, die Paschtunen oder alle oder doch keiner?

Trotz des ganzes Getöses ist und bleibt der mächtigste Druglord in eben dieser Gegend unser alter Bekannter General Razziq engster NATO-Verbündeter, während in der Nachbarprovinz sein Gesinnungsgenosse Khan auf internationalen Druck an die Macht kommt.

Ein Blick auf die Seite rawa.org nennt, anders als die UNODC, Namen und zeigt Gesichter von Beteiligten. Nach Lektüre einiger Beiträge zum Thema Heroin wird schnell klar, dass die gesamte Elite des Landes auf die oder andere Weise mitverdient.

Doch angesichts der fragwürdigungen Äußerungen von UNODC Chef Fedotow ist die zweifelhafte Rolle der UNO in Afghanistan nicht verwunderlich.
Er lobte die Drogenpolitik des Iranischen Regimes ob dessen Effizienz und Menschlichkeit. Herr Fedotow hat dabei eines übersehen: Im Iran werden regelmäßig Menschen wegen Drogenvergehen hingerichtet. Nebenbei weist der Gottesstaat nach Schätzungen der UNO mit zwei Millionen Heroinabhängigen die höchste Rate weltweit auf.



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