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Die Hanfberatung im Hanf Journal: Erste Hilfe für Kiffer

Kascha ist per e-Mail über kascha@hanfjournal.de zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht, nur blöde Antworten.
Publiziert am: 01.08.11 - Medienformen: Medienform Text

Pitoresk

Christoph (ohne Alter und Wohnort) fragt:
,,Hallo liebes Hanf Journal Team,
ich habe zwei kurze Fragen an euch. Erstens: Was entgegnet ihr den Hanf-Gegnern, wenn diese behaupten, dass Cannabis-Konsum einen dazu führt, zu härteren Drogen zu greifen? Zweitens: Wie sieht‘s aus mit Eisbong rauchen, habe es neulich ausprobiert und finde es echt super. Allerdings hat ein Freund von mir sich total aufgeregt, und meinte, Eisbong wär ein absolutes No-Go für die Lunge. Stimmt das oder ist das übertrieben? Hoffe, dass ihr nicht zu beschäftigt seid und meine Fragen beantworten könnt.“


Kascha antwortet:
„Hi Christoph,
zunächst zu deiner ersten Frage, die ich für sehr wichtig halte, weil das Einstiegsdrogenmärchen seit einer gefühlten Ewigkeit dafür her halten muss, das idiotische Cannabisverbot zu rechtfertigen. Klingt ja auch logisch: Cannabis ist harmlos, aber wenn man schon mal angefangen hat, Drogen statt Alkohol und Tabak zu konsumieren, wird man über kurz oder lang bei Heroin und Koks landen. Dazu kommt, dass fast alle Heroinkonsumenten schon mal gekifft haben. Guckt sich der unvoreingenommene Bürger mit seinem Halbwissen einen Hepatitis-infizierten Heroin-Junkie an, wird er natürlich die Frage stellen, warum sich ein Mensch das antut – die einfachste und mit dem gesellschaftlichen Status Quo verträglichste Antwort ist, dass er mal eine Haschischzigarette geraucht hat und seitdem nicht mehr vernünftig entscheiden konnte. Menschen, die so einfach denken, kann man zum Beispiel entgegnen, dass erstens der Anteil der Cannabis-Konsumenten, die irgendwann zu härteren Drogen greifen, viel zu gering ist, um irgend einen Effekt anzunehmen. Zudem ist dieser Anteil in Ländern mit liberaler Cannabis-Politik vergleichsweise gering. Der einzige mögliche Effekt, der zwischen Cannabis-Konsum und dem Konsum anderer Drogen vermitteln könnte, ist die Illegalität selbst: Die Märkte werden nur unzureichend getrennt, so dass z.B. möglicherweise zu anderen Drogen gegriffen wird, wenn gerade kein Cannabis verfügbar ist. Es gibt jedenfalls keine wissenschaftliche Untersuchung, die die Einstiegsdrogen-Theorie bestätigt.
Zu deiner zweiten Frage: Eine Bong ist ein sehr intensives Rauchgerät. Im Gegensatz zu einem Joint oder einer Pfeife, die auch noch ein bisschen vor sich hin glimmen, bekommt man bei einer Bong sehr viel konzentrierten Rauch in die Lungen, was zu der erwünschten schnellen Wirkung führt. Um diesen Rauch tiefer und angenehmer inhalieren zu können, gibt es die Eisbong, die den Rauch auf eine angenehme Temperatur herunter kühlt. Dabei ist das Verhältnis von gerauchter Pflanzenmasse zur erzielten Wirkung besser als bei vielen anderen Rauchtechniken, ein Kopf mit 0,2g Gras und einem bisschen Tabak kann eine gefühlt stärkere Wirkung haben als 0,5g Cannabis mit Tabak gemischt in einem Joint. So etwas ist zunächst gar nicht schlecht, denn es spart nicht nur Geld sondern schont auch die Lunge, da man insgesamt weniger raucht. Andererseits hat dein Freund in gewisser Weise Recht, denn wenn man Rauch so tief in die Lungen atmet, setzt sich Kondensat ab, das nur schwer abgehustet werden kann. Gerade längerfristig ist das, insbesondere wenn vermischt mit Tabak geraucht wird und zusätzlich die giftigen Effekte des Nikotins wirken, wirklich nichts, wozu ich dir guten Gewissens raten kann. Die Inhalation bei einem Vaporizer ist ähnlich angenehm, und auch wenn die Wirkung nicht so schnell kommt, ist sie bei einem Vaporizer immer noch vergleichsweise stark, wenn man ein vernünftiges Gerät hat. Dafür ist ein Vaporizer viel lungenschonender, da kein Rauch, sondern Dampf inhaliert wird. Ich glaube, wenn man zu seinem Geburtstag mal eine Eisbong raucht, ist dagegen auch nicht viel einzuwenden – immerhin rauchen manche Menschen auch fünf Schachteln Zigaretten am Tag. Aber für den Dauergebrauch würde ich dir nicht dazu raten, das ist dann auch von der Wirkung wie einen Feierabendschnaps statt einem Feierabendbier zu trinken.“

Mareike (ohne Alter und Wohnort) hat eine Frage:
„Hallo Kascha,
habe leider eine Menge Brix hier, und habe einmal Butter daraus gemacht! Dabei ist mir aufgefallen, dass das Brix am Gras bleibt. Habe es nachdem Aussieben wieder getrocknet und getestet. Das Gras knisterte und funkelte doppelt so stark. Nun meine Frage, kann es sein, das nur das THC sich in dem Fett löst???“


Kascha antwortet:
„Hallo Mareike,
ich hoffe, du hast nicht versucht aus dem Brix Butter zu machen? Es ist natürlich nicht so, dass sich nur das THC im Fett löst, sondern auch alle möglichen anderen lipophilen, d.h. fettliebenden, Bestandteile. Das sind beispielsweise auch einige Farb- oder Aromastoffe, die Butter ist ja hinterher auch grünlich und riecht anders. Brix ist allerdings nicht ein bestimmter Stoff, sondern eine Mischung aus sehr vielen verschiedenen Stoffen, darunter Polymerverbindungen und Zucker. Nun hängt es von den chemischen Eigenschaften dieser Stoffe ab, ob sie sich in der Butter lösen. Kunststoffe, die bei der Temperatur, auf die die Butter erhitzt wird, noch gar nicht weich werden, werden sich entsprechend auch nicht in der Butter lösen, der Zucker hingegen möglicherweise schon. Am Ende hast du also auch aus dem Brix wie aus der Hanfblüte, die bei der entsprechenden Temperatur fettlöslichen Stoffe heraus bekommen, während der Rest, auch ein bisschen THC, in der Blüte bzw. im Brix bleibt.

Natürlich stelle ich mir hier, ich war ja nicht dabei, die Frage, wie du das hinterher getrocknet hast? Die Blüte war ja nicht nass, sondern fettig, oder hast du sie abgewaschen? Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass ein Teil des Knisterns und Funkens auch daher kam, dass noch Fett im Gras war. Da man ja bei dem Brix nie wirklich Gewissheit über die Inhaltsstoffe haben kann, wäre ich damit jedenfalls vorsichtig. Mit der Herstellung von Butter hast du vermutlich eine relativ Brix-freie Butter, andererseits ist nie auszuschließen, dass auch dort schädliche Stoffe mit hinein geraten.“



Al Castone (ohne Alter, Thüringen) möchte wissen:
„Hey Hanf Journal,
viele andere Kiffer und ich würden gerne wissen, ob an dem Gerücht von OCB etwas dran ist, dass diese die Nationale Front, also die rechte Partei Frankreichs finanziell unterstützen? Denn dann müssten wir den Kauf boykottieren.“


Kascha erklärt:
„High,
es ist ja unglaublich, wie lange sich Gerüchte halten, auch nachdem schon längst geklärt ist, dass sie jeglicher Grundlage entbehren. In der Tat wurde dieses Gerücht, das natürlich kein Gerücht von sondern über OCB ist, schon vor mehr als 10 Jahren überprüft – und es kam heraus, dass da nichts dran ist. Mehr Informationen zu dem Thema, inklusive einer Stellungnahme der Firma OCB, findest du unter diesem Link: www.cannabislegal.de/cannabisinfo/fakes.htm#ocblepen. Interessant natürlich auch für alle anderen Leser, die immer wieder mit diesem Gerücht konfrontiert werden.“
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