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Rolys Silberscheiben des Monats Oktober 2011

Publiziert am: 01.10.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Roly
Nena: Balladen

Nena: Balladen
sony music

Sie ist wohl eine der wenigen Mädels, die im Laufe der Jahre noch attraktiver werden, auch wenn ich ihren roten Ledermini ab und zu vermisse. In der Grundschulzeit unterschrieb ich zur Freude der Lehrerinnen meine Klassenarbeiten meist mit „Rolf“, da der nun mal Schlagzeuger und Freund meiner damaligen Flamme war. Kürzlich entdeckte ich beim Aufräumen auch zwei Schweissbänder mit dem Aufdruck „NENA“, und daher freue ich mich natürlich, ihr neues Album „Balladen“ zu hören. Nach den ersten NDW-Erfolgen hat sie mit der Zeit ihrem musikalischen Vokabular unzählige neue Facetten hinzugefügt, ihre ureigene, unverwechselbare Diktion zur ausdrucksstarken Stimme einer gereiften Künstlerin entwickelt. Entstanden ist so mit der Zeit ein reichhaltiger Katalog, der auch jede Menge Balladen enthält. Unglaublich schön sind besonders das meditative „In meinem Leben“, die salbungsvoll vorgetragene Piano-Version von „Liebe ist“, der ausserirdische „Mondsong“, das optimistische „Ohne Ende“, das magnetisierende „Zusammen“, das tragende „Weit über den Ozean“ und natürlich die fünf Klassiker ihrer ersten beiden Alben aus der New-Wave-Ära 1983/84 – meine Lieblingsballade ist der dynamische Synthie-Smasher „Es wird schon weitergehn“! Bin eigentlich kein Fan davon, wenn Künstler mit Greatest Hits, Best Ofs oder Weihnachtsspecials noch mal Kapital schlagen, ohne auch nur einen schöpferischen Finger krumm zu machen, aber diese Compilation (nur kurze Zeit im hochwertigen Digipak mit Silber-Druck) möchte ich doch gerne empfehlen. Denn Nena begleitet mich mit ihrer Musik wie eine beste Freundin durchs Leben. Herbstzeit ist Balladen-Zeit.

www.myspace.com/nenaseite
www.nena.de




The Stepkids: The Stepkids
stones throw

Diese aus Connecticut stammende Band besteht aus den drei Sängern/Songwritern Dan Edinberg, Jeff Gitelman und Tim Walsh, die ihre Wurzeln in der Jazz-Ecke und sich 2009 zusammengeschlossen haben, um verdammt gute Musik zu schaffen. Als Haupteinnahmequelle galt bis vor kurzem noch die musikalische Tourbegleitung von diversen Popstars (u.a. Alicia Keys und Lauryn Hill). Das ist nun erst einmal Vergangenheit, denn seit Anfang des Jahres sind The Stepkids bei Stones Throw Records unter Vertrag. Wer das Label kennt, weiß, dass sich dort nicht nur die Creme de la Creme der Rapmusik tummelt, sondern auch Künstler aus anderen Gefilden Unterschlupf gefunden haben. Nach ihren beiden Singles „Shadows On Behalf“ und „Legend In My Own Mind“ erscheint nun ihre selbstbetitelte Debüt-LP. „The Stepkids groove is a fusion of punk and jazz, West African and 1960s folk, neo and classic soul, classic funk and 20th century classical”, umschreibt das Label den Genre-Mix der Stepkids. Das Trio absorbiert diese Sounds, um daraus etwas Neues, Eigenes zu kreieren. All ihre Tracks sind wohl durchdacht, gut umgesetzt und ergeben ein harmonisches Gesamtwerk, welches den Zuhörer irgendwie in benebelte 1970er versetzt. Von kantigen Garage-Drumgerüsten bis zu verträumten Folkgesängen lässt die Band so ziemlich alles in ihre Musik einfliessen. Der Song „Suburban Dream“ besticht z.B. mit einem berauschenden Soundteppich voller Gesangsharmonien, Synthies und schwebenden Gitarrenriffs. „Santos And Ken“ erinnert mich an die Bee Gees, und „La La La“ sowie „Wonder Fox“ tragen viel Soul in sich. Psychedelischer Laid-Back-Sound.

www.myspace.com/thestepkids
www.thestepkidsband.com




Nneka: Soul Is Heavy
yo mama

Geboren wurde Nneka Egbuna 1981 in einer kleinen Stadt namens Warri in Nigeria, mit 19 ging sie nach Hamburg, um dort Anthropologie zu studieren. Ihre Vorbilder - neben ihrem berühmten Landsmann Fela Kuti - hören auf die Namen Bob Marley, Mos Def, Talib Kweli, Mobb Deep und Lauryn Hill. Auf ihrem Debütalbum „Victim Of Truth“ (2005) sang sie mit ihrer mitreissenden Stimme über ihre Heimat, ihr Leben und ihre Träume. Der Nachfolger „No Longer At Ease“ (2008) mit dem Klassiker „Heartbeat“ brachte sie auf Tour mit Lenny Kravitz. Auf ihrem dritten Album „Soul Is Heavy“ verbindet Nneka nun Reggae, HipHop, modernen R&B mit Vintage Soul, Afrobeat und Elementen aus Flamenco und Sahara Desert Blues. Nach dem treibenden Opener „Lucifer (No Doubt)“ performt sie an der Seite von Ms. Dynamite das gefühl- und gedankenvolle „Sleep“, bevor in der ersten Single „My Home“ triumphierende Bläser und erhebende Reggae-Rhythmen die Reise der Sängerin ins Herz der Dunkelheit und eine ungewisse Zukunft beleuchten. Weitere Highlights sind das pointierte „Don’t Even Think“, die inspirierende Titelhymne, das wütende „Camouflage“, das schonungslose „God Knows Why“ (mit Black Thought von The Roots) und als Herzstück des Albums das alchemistische „J“. Ihre natürliche Energie kanalisiert Hoffnung und Optimismus, während sie sich gleichzeitig ihre Unbeugsamkeit und die kritische Beobachtung des Lebens bewahrt. Inzwischen ist der Name Nneka auf der ganzen Welt ein Synonym für Black Consciousness – ehrliche, stets reflektierende Musik mit großem Gefühl, großer Stimme und starker Botschaft. Soul is heavy!

www.nnekaworld.com
www.yomama.de




Augustus Pablo: This Is Augustus Pablo (Expanded)
vp records

Wenn der Sommer vorbei ist, holt man sich einfach das Sommerfeeling zurück. Das berühmte Reggae-Label VP Records macht’s möglich, und so möchte ich euch in diesem kleinen Special gleich fünf wunderbare Werke empfehlen: Los geht’s mit Augustus Pablo (im Mai 1999 in Kingston an den Folgen der Nervenkrankheit Myasthenia gravis durch Lungenversagen verstorben), der seinen für das Genre ungewöhnlichen Sound durch die Melodica kreierte und 1973 mit „This Is Augustus Pablo“ ein Dub-Album veröffentlichte, das wir nun im Re-Issue neu entdecken und geniessen dürfen. – Mit „Love You More“ hat sich der Star des Lovers Rock, Sanchez, mit dem Produzenten Donovan Germain zusammengetan und ein zeitloses Cover-Album eingespielt. So gibt es feine Neuinterpretationen von „Caravan Of Love“, „Nothing’s Gonna Change My Love For You“ oder auch „Right Here Waiting“. – Auf der Doppel-CD „We Remember Gregory Isaacs“ erweisen zahlreiche Künstler der Reggae-Ikone, die am 25.Oktober 2010 verstarb, ihre Ehrerbietung. Reggae-Edelsaxophonist und Produzent Dean „Cannonball“ Fraser hat sich gleich 16 Hits herausgepickt und intoniert diese auf der zweiten CD neu, indem er frische Akzente setzt und dennoch den ursprünglichen Charme von Gregorys zeitlosen Melodien bewahrt. – Soca-Fans kommen bei der 3-CD-Compilation „Ultima Soca Gold“ voll auf ihre Kosten, während mit dem Sampler „Biggest Ragga Dancehall Anthems 2011“ die Liebhaber gleichnamiger Musik zufrieden gestellt und zum wilden Dance angeregt werden. Big up, VP Records und danke für die volle Packung Dub, Reggae, Dancehall und Soca!

www.vprecords.com
www.planetreggae.com




Alexandra Stan: Saxobeats
sony music

Am 10. Juni 1989 in der 300.000-Einwohner-Hafenmetropole Constanta an der rumänischen Schwarzmeerküste geboren, bekam sie mit vier Jahren Klavier- und Gesangsunterricht. Nach dem Abitur tingelte sie zwischen Festivals und Wettbewerben und versuchte als Sängerin Fuss zu fassen. Vor drei Jahren lernte sie beim „Mamaia Festival“, dem grössten rumänischen Musikfestival, ihre heutigen Produzenten kennen. Seit Wochen dominiert ihre Hitsingle „Mr. Saxobeat“ die europäischen Charts und wurde laut Media Control der Sommerhit des Jahres. Nun hat die 22-jährige Sängerin Alexandra Stan ihr Debut-Album veröffentlicht und man hört auf den acht Songs unverkennbar, dass sie nahe an der türkischen und der russischen Kultur aufgewachsen ist und in Sachen Beats und Rhythmen auch sehr vom Balkan beeinflusst wurde. Ihre erste offizielle Single „Lollipop“ lief im rumänischen Radio und wurde inzwischen 53 Millionen Mal auf YouTube angeklickt. Das klingt natürlich extrem nach Mainstream, aber selbst da lässt sich zwischen gut und schlecht differenzieren. Alle Songs sind absolut catchy, melodisch und extrem tanzbar, und ihre laszive Stimme hat auch was. Neben energiegeladenen Dancefloor-Bomben wie die besagte Hit-Nummer „Mr. Saxobeat“, „Ting Ting“, „Crazy“, „Get Back“ (ASAP) und „Bittersweet“ sowie dem poppigen „Lollipop“ schlägt Alexandra Stan auf Songs wie „1.000.000“ und „Show Me The Way“ auch mal sanfte und romantische Töne an. Oben drauf gibt’s noch drei Remixes und zwei Extended Versions. Auf jeden Fall ist das ganze hier mehr als nur ein One-Hit-Wonder. „Saxobeats“ und einprägsame Melodien mit dem nötigen Drive.

www.alexandrastan.ro
www.saxobeats.com


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