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Zuhause Zelten ist „in“

Das schönste Hobby wächst und wächst
Publiziert am: 12.12.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Kimo | Fotos: Peter Marks
Gesunde Wuchsphase



Indoor Growing findet in Deutschland im Prinzip seit Mitte der 1990er Jahre statt. Waren es anfänglich noch eher professionelle Grower, die sich ihren illegalen Broterwerb von niederländischen Bekannten abgeschaut hatten, fing Mitte des Jahrzehnts mit der Eröffnung der ersten Growshops auch die Heimlichgärtnerei für den durchschnittlichen Kleinverbraucher langsam an.
Damals bestand das Equipment meist nur aus Lampe, Lüfter, Filter und bestenfalls einem Thermo-/Hygrometer sowie einem Ventilator, keine Rede von Klimareglern, Luftbefeuchtern oder gar Cooltube. Die meiste Zeit beanspruchte jedoch die Einrichtung einer geeigneten Grow-Kammer, denn auch der kleinste Grow bedarf eines abgetrennten Raumes, der mit einer Belüftung versehen werden muss.
Dieser Aufwand war es dann auch, der viele technisch nicht so versierte Menschen davon abhielt, sich ein neues, wenn auch illegales, Hobby zuzulegen. Daraufhin entstanden die ersten Growboxen in Kompaktbauweise, fertige Growschränke mit Equipment zum Preis von damals noch 2500DM (für die jüngeren Leser: circa 1300€). Die waren zwar qualitativ und bezüglich der Handhabung und Funktionalität sehr gut, jedoch relativ kompliziert zu montieren, sperrig und unflexibel.
Die Zeit war reif für eine leichte, flexible Kammer, die sich auch Pflanzenliebhaber mit schmalem Geldbeutel leisten konnten und die schnell auf- sowie abzubauen sein musste. Nach einigen Versuchen mit Prototypen brachte die Berliner Firma Eastside-Impex im Jahr 2001 die erste marktreife Homebox auf den Markt. Die Idee erwies sich schnell als genial, zudem die Pioniere in Sachen Zelten @home immer schnell auf Verbesserungsvorschläge von Kunden und Händlern reagieren. Hatten die ersten Zelte nur einen Luftauslass für die Abluft und ein kleines Loch für die Kabel, so verfügen die jüngsten Modelle der Familie über zahlreiche Anschlüsse für jede nur vorstellbare Ausstattungsvariante.
Auch gab es in der Anfangszeit nur ein Modell mit einem Quadratmeter Grundfläche, mittlerweile gibt es die Zelte für den Hobbyraum in allen nur erdenklichen Größen, von 0,16 (Dark Room 40) bis 28 m² (Homebox-Modular).
Natürlich sind mit der Zeit auch viele Kopien aufgetaucht, von denen einigen einfach nur grottenschlecht, andere aber durchaus brauchbar sind. Ich möchte in diesem Artikel nicht auf die einzelnen Hersteller, mit Ausnahme der „Erfinder“, eingehen und erwähne deshalb nur noch den Dark Room (Secrtet Jardin), weil sich dieser Boxenproduzent auch durch innovative Ideen zur Verbesserung des Growzelt-Standards auszeichnet.

Vorbereitung

Beim Kauf eines Zeltes, egal für welchen Hersteller man sich schlussendlich entscheidet, gibt es ein paar Punkte, die man vor dem Kauf unbedingt ausloten sollte:
Ist das Zelt wirklich lichtdicht?
Gerade bei Internetbestellungen kann man sich nie sicher sein, ob Bild und Ware auch übereinstimmen. Ein guter Growshop hat immer ein Ausstellungsstück der im Sortiment geführten Modelle aufgebaut. Man sollte das Personal bitten, eine Hochdruckdampflampe aufzuhängen, einmal alle Schlitze zu schließen und wenn möglich den Raum ein wenig zu verdunkeln.

Ist der Einlegeboden wasserdicht oder nur wasserfest?
Einige Anbieter sparen an den Einlegeböden und bieten statt einer wasserdichten Wanne nur einen Einlegeboden aus wasserfesten Kunstfasern an. Vor dem Kauf nachfragen. Undichte Böden bergen die Gefahr eines Wasserschadens und den damit verbundenen Risiken.

Kann ich ausreichend Equipment an die Decke der Box hängen?
Die Deckenkonstruktion sollte aus zwei, besser vier stabilen Stangen bestehen, das Dach darf sich nicht durchbiegen, nachdem Filter, Lüfter und Lampe montiert sind.

Gibt es ausreichend Ausgänge?

Notwendig für alle Kabel und Schläuche, die später verlegt werden müssen. Sind ausreichend Anschlüsse vorhanden sollte man darauf achten, dass auch hier kein Licht ein-oder ausdringen kann.

Hält der Reißverschluss tägliches Öffnen und Schließen aus?
Meist ist es der kaputte Reißverschluss, der das Lebensende eines Growzelts einläutet. Die namenhaften, oben erwähnten Modelle verfügen über einen relativ stabilen Zipper, denn das ständige Öffnen und Schließen, wechselnde Temperaturen und vor allen Dingen die Feuchtigkeit sowie das Einklemmen des inneren Lichtschutzes lassen billige Konstruktionen schon nach wenigen Wochen ein- oder ausreißen. Das Einnähen eines fünf Meter langen Reißverschlusses ist unbezahlbar und ist er einmal defekt, kann man das gute Stück endgültig entsorgen.

Erfüllen die Zuluftklappen ihren Zweck?

Sie müssen auch in geschlossenem Zustand ausreichend Frischluft hereinlassen, ohne dass Licht nach außen dringt. Ist das nicht der Fall, müssen sie zum Betrieb hochgeklappt werden, wodurch dann Licht aus dem Zelt dringt. Steht das Zelt in einer Ecke, so kann man die beiden zur Wand gelegenen Klappen problemlos so öffnen, dass kein Licht in den Raum dringt.




Das Original ist PVC-frei


Enthält meine Box in Spe PVC?

In einigen Kopien des Originals wurde PVC (Polyvinylchlorid) verwendet, das einen hohen Anteil Weichmacher enthält, vor allem Phthalsäureester, der verdampft und über Haut, Atemwege und Speichel in den Körper und auch in Pflanzen gelangen kann. Es gab User-Berichte über verfärbte Pflanzen sowie über sich auflösende Reflexionsschichten. Verantwortlich dafür sind bestimmte Weichmacher, die unter dem Verdacht stehen, sowohl leber- und nierenschädigend als auch krebserregend zu sein, sie greifen in den Hormonhaushalt ein und können Fortpflanzung und Entwicklung schädigen. PVC ist zur Spielzeugherstellung in der EU seit 1999 verboten. Lungen- und Gelenkerkrankungen sind bei Arbeitern in der PVC-Industrie als Berufskrankheit anerkannt.
Aus diesen Gründen verwenden verantwortungsbewusste Hersteller von Anfang an nur Polyethylen-Folien (PE) und Polyamid (PA) zur Herstellung von Growzelten.

Der Aufbau

Eine Homebox oder ein Dark Room sind innerhalb von 20 Minuten aufgebaut, das Innenleben bedarf dann ein wenig mehr Mühe. Es empfiehlt sich hier, von oben nach unten zu arbeiten, weil einmal montiertes Zubehör auf so kleinem Raum schnell im Weg ist. Der Raum, in dem der neue Hobbyschrank steht, muss unbedingt gut belüftet sein, ein ständig gekipptes Fenster ist Minimum, je mehr Frischluft desto weniger gibt es mit dem Hauptfeind aller Growräume: Hitze. Aus demselben Grund sollte der gewählte Aufstellort möglichst kühl, jedoch nicht weniger als 15 Grad Celsius haben. Alles in allem sollte man schon einen kompletten Nachmittag einplanen, denn auch wenn alles passt, müssen Schläuche geschnitten, zahlreiche Klemmen und Kabelbinder befestigt und einige Verteilersteckdosen verlegt werden.


DAS INTERVIEW:
„Dann bau‘ ich den Filter ab und genieß‘ den Geruch“



Wir haben uns mit einem Kleingärtner getroffen, der sich ohne großes Vorwissen vor nicht allzu langer Zeit ein Komplettset mit einer Homebox als Grundlage gekauft hat und diese seit vier Monaten im Hobbykeller aufgebaut hat. Bert ist Anfang 30, Familienvater und unterscheidet sich kaum von seinen Arbeitskollegen, mit denen er eine Menge Hobbys teilt. Die einzige Ausnahme: Bert ist seit 14 Jahren Gelegenheitskiffer.



Hanf Journal: Hi Bert.*

Bert: Hi.

Hanf Journal: Du hast dir also so ein Komplettset gekauft?

Bert: Ja, das „Komplettset ‚Erde‘ mit Homebox“ im größten Berliner Growshop, ohne Namen nennen zu wollen. Die hatten ein 600 Watt Set für unter ein wenig mehr als 600 Euro. Da sag ich mal, das is‘ ein guter Euro pro Watt, da hat der Bert gleich mal zugeschlagen. Jetzt habe ich schon zwei erfolgreiche Durchgänge hinter mir.

Hanf Journal: Hast du es selbst abgeholt oder im Netz bestellt?

Bert (grinst): Im Netz bestellen lassen, vom Untermieter meiner Oma. Der kifft seit 45 Jahren und sieht aus wie Franz Müntefering.

Hanf Journal: Hat alles zusammen gepasst?

Bert: Soweit ich beurteilen kann: Ja. Nur beim Lüfter haben sie ein wenig gespart. Ich habe mich dann mal in Foren schlau gemacht, bei 600 Watt Hochdruck-Dampflampen auf so kleinem Raum wäre eine Nummer größer, also 360m³/h schon besser. Aber ich habe die Box im Hobbykeller, da ist es sowieso kühl. Ansonsten hat das Set prima gepasst.
Hanf Journal: Wie war dein erster Durchgang?
Bert: Prima. Ein Kumpel hat mir 16 White Widdow Stecklinge besorgt und ich habe mir noch Erde geholt. Die war nicht im Set, deshalb habe ich die noch dazu bestellt. Was man hier auf dem Land im Baumarkt bekommt, ist nicht zum Growen geeignet. Deshalb habe ich mir mit dem Set gleich noch zwei Sack guten Growmix bestellt. Anfangs habe ich mit HESI Wurzel-Komplex und den B´CUZZ Einkomponenten-Dünger Erde gedüngt, später dann kamen statt des Wurzelkomplexes BUD-XL von House und Garden sowie PK 13/14 dazu, es wurde nur einmal die Woche gedüngt: Nach Anleitung, ohne EC Meter. Mein Wasser hat zum Glück von Hause aus einen guten PH-Wert von 6,0.



White Widdow


Hanf Journal: Warum gerade White Widdow?

Bert: Man nimmt, was es gibt. Ich würde mir auch gerne Samen kaufen und selektieren, aber das mit den Stecklingen ist schon stressig und teuer genug. Das Endprodukt ist gleich, ich sag mal, das Samenverbot hat einen neuen Schwarzmarkt geschaffen: Den Stecklingsmarkt. Wenn ich wählen könnte, würde ich gerne mal eine kanadische Sorte wie Romulan anbauen, aber mit den Samen ist das hier so ein Problem, wie ihr ja auch wisst. Dafür ist es mit Stecklingen schön schnell und für 100 Euro, also 7 Euro pro Klon, habe ich die Hütte voll. Bei guten Samen bekomme ich mit 100 Euronen keine Kammer voll, es sei denn, ich kauf mir ein Mini-Zelt und selektiere mir eine Mutterpflanze. Wenn man einmal eine leckere Sorte selektiert hat, sind Stecklinge in meinem Augen die bessere, weil einfachere und schnellere, Variante.

Hanf Journal: Wie viel erntest Du so im Schnitt?

Bert: Beim ersten Durchgang waren es knapp 300 Gramm, im Moment sieht es noch ein wenig besser aus. Also ich bin noch nicht bei der magischen Grenze von einem Gramm/Watt, nähre mich aber langsam. Ich denke, wenn ich das Set-Up noch ein wenig auftune und mir ein EC, ein pH-Meter und eine Osmose-Anlage kaufe, erreiche ich bei einem der nächsten Durchgänge mein Ziel von 400 Gramm. Das Trocknen erledige ich auch im Zelt, da mir drei Durchgänge pro Jahr reichen, kann ich den dadurch entstehenden Zeitverlust verkraften.

Hanf Journal: Wie viel Strom kostet Dich die Box im Monat?

Bert: Nicht mehr als ein PC, der den ganzen Tag läuft. Ich habe es nicht auf den Cent ausgerechnet, aber die monatlichen Stromkosten belaufen sich auf 30-35 Euro. Da kommen dann noch einmal ungefähr 15 Euro für den Nachkauf von Erde, Dünger und anderen Kleinigkeiten dazu. Mein eigenes Gras kostet mich ungefähr 1,50 Euro und ein wenig Arbeit pro Gramm.

Hanf Journal: War das der Grund für Dich, mit dem Growen anzufangen?

Bert: Nein, Gott bewahre. Ich hatte nie ein Problem, meinen Wochenend- und Party- Konsum zu bezahlen, ich verdiene eigentlich ganz gut und rauche nicht täglich. Das Problem war, dass ich seit zwei, drei Jahren nur noch gestrecktes oder aus anderen Gründen nicht rauchbares Gras bekommen habe. Ich hatte vorher schon ein wenig über‘s Growen gelesen und zwei meiner Freunde bauen schon seit ein paar Jahren im kleinen Rahmen an. Nachdem ich sie des Öfteren nach einer kleinen Ecke Weed angehauen hatte, weil es nirgendwo was Ordentliches gab, lag die Idee nicht fern, mir das gleiche Hobby zuzulegen.



Nicht schlecht für's erste Mal



Hanf Journal: Angst, mal erwischt zu werden?

Bert: Angst sollte man vor anderen Dingen als dem Bust eines Growzelts haben. Natürlich habe ich schon daran gedacht und der Gedanke, wegen ein paar Pflanzen vorbestraft zu sein, ist nicht gerade schön. Aber ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, wenn ich keinen Mist mache. Vorsicht ist wichtig, Angst sollten nur Leute haben, die anderen durch ihr Handeln schaden und so zu recht ein schlechtes Gewissen haben. Das mache ich mit dem Zelt nicht. Ich sehe das eher wie Tacitus: „Früher litten wir an Verbrechen, heute an Gesetzen.“ Sollte es passieren, werde ich dem Richter erhobenen Hauptes entgegentreten meine Position darlegen. Nicht ohne vorher erwähnt zu haben mir darüber bewusst zu sein, dass er mich aufgrund der Gesetzeslage verurteilen muss, obwohl einzig und allein ein Freispruch der Gerechtigkeit Genüge täte.
Hanf Journal: Weise Worte, hielten es alle so wären wir in Sachen Legalisierung sicher schon einen Schritt weiter. Was würdest du als erstes tun, wenn es endlich legal wäre?
Bert: Den Filter abbauen und den Geruch genießen.

Hanf Journal: Na, das ist ja mal 'ne Idee. Andere denken dann ans Geld verdienen, du an den Filter. Danke für das Interview, tschüss Bert.

Bert: Grüße an die LeserInnen da draußen, seid nett zu euren Mädels. Tschö.



Was Bert da tut, ist natürlich illegal und darf unsere LeserInnen nicht zum Nachahmen ermuntern. Wir dokumentieren Berts Geschichte lediglich, um auf die Auswirkungen der Hanf-Prohibition und deren skurrile Blüten hinzuweisen. Dieser Artikel dient der Aufklärung, nicht als Anleitung. Also Finger weg !!

*Name von der Redaktion geändert




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