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Rolys Silberscheiben des Monats Dezember 2011

Publiziert am: 12.12.11 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Roly
Poetry Slam Sampler: Poetry Tapes

Poetry Slam Sampler: Poetry Tapes
feez

Was 1986 in Chicago begann, erfreut sich seit einigen Jahren auch in Deutschland einer immer grösser werdenden Fangemeinde. Über 100 monatliche Veranstaltungen dieser literarischen Bewegung im deutschsprachigen Raum und mehrere regelmässige Fernseh- und Radioformate sprechen eine deutliche wie auch wortgewandte Sprache. Hierbei treten die Slammer im freundschaftlichen Dichterwettstreit der Moderne gegeneinander an. Vom brüllend komischen bis hin zum tiefsinnigen, sozialkritischen Spoken Word Text wird unter tosendem Applaus des Publikums alles auf die Bühne gebracht. Und so erschien Ende Oktober zeitgleich zu den in diesem Jahr in Hamburg stattgefundenen deutschen Meisterschaften mit „Poetry Tapes” der allererste Poetry Slam Sampler, für den exklusiv die Performances von elf Künstlern beim diesjährigen „Reim in Flammen Special“ im Kölner Stadtgarten aufgezeichnet wurden. Von den etablierten Poeten und Newcomern dieser Szene gefallen mir vor allem das wortwitzige „Der Puma“ von Sebastian 23 (Deutscher Meister 2008), die rhythmische Schweizer Alltagsbeobachtung „Unterwegs sein“ von Laurin Buser (U20 Meister 2010), die erstklassige Standup Tragedy „Aber sie stirbt“ von Nico Semsrott (Publikumspreis Stuttgarter Besen 2011, über 100 Poetry Slam Siege), das kindliche „Schüchtern“ von Clara Nielsen, das lebensbejahende „Euphorie! Euphorie!“ vom amtierenden Deutschen Meister Patrick Salmen, Sarah Hakenbergs humoristischer „Schwangerschaftstest” sowie die beiden ebenso höchst amüsanten Vorträge von Julian Heun (U20 Meister 2007). Freut euch auf 72 Minuten voll mitreissender Bühnenliteratur live aus Köln.

www.poetrytapes.com




Pitchben: Pitchslap
compost records

In der Kindheit leuchteten meine Augen bei der Rock Steady Crew, Grandmaster Flash & The Furious Five, Hashim, Man Parrish oder Egyptian Lover - und das tun sie auch heute noch. Wenn ich dann lese, dass The Whispers, D-Train oder Zapp die Einflüsse des Münchner Musikers und Produzenten sind, der in den 90ern als Teenager unter dem Namen M-Tech seine ersten Gehversuche als DJ machte und im Jahre 2002 die deutsche DMC Meisterschaft mit seiner gescratchten Interpretation des Break Machine-Klassikers „Street Dance“ gewann, hoffe ich natürlich, dass Pitchben auf seinem Debutalbum „Pitchslap“ Bezug auf seine Electro Funk-Helden der 80er nimmt. Und ja, der motivierte Künstler hat zehn ausnahmslos erstklassige Tracks mit eigens komponierten Trompeten- und Geigenarrangements sowie hochkarätigen Vokalisten (Adriano Prestel, Jason Jackson, Taprikk Sweezee) aufgenommen. Dazu gibt’s gewaltige Synthies und krachende Drums, die einen Sound schaffen, der Gott sei Dank heutzutage nicht allein am Laptop mit Soundlibraries zu bewerkstelligen wäre. Schon beim symphonischen Titeltrack zu Beginn ist es um mich geschehen, und auch der ausgereifte, groovige Sound von „(Don’t Trust) Mr. Berkofsky“, „Friday Night“, „Time Machine“ oder „Soda“ beschert mir eine wohlige Gänsehaut, lässt mein Herz springen und meinen Kopf nicken. Pitchbens Mission ist es, den Klang und das Feeling der Musik der 80er zurückzubringen, aber auch mit einem modernen Touch zu versehen. Und das ist ihm auf „Pitchslap“ mit Bravour gelungen. Kaum zu glauben, dass so ein Album aus Deutschland kommt. Extrem funky, liebevoll und vielschichtig!

www.pitchben.com
www.compost-records.com




Deeder Zaman: Pride Of The Underdog
modulor

Mit dem Namen Deeder Zaman konnte ich zuerst nichts anfangen, doch kaum erklang der erste Track seines Albums „Pride Of The Underdog”, strahlte ich glücklich in der sicheren Annahme, den ehemaligen Sänger der Asian Dub Foundation zu hören. Im Alter von 14 Jahren war der aus East London stammende Rapper mit bengalischen Wurzeln Mitbegründer der britischen Band, deren Musik sich durch sozialkritisch-politische Texte sowie ihren Mix aus Jungle, Ragga und Dub auszeichnete. Nach sieben Jahren gab er im Jahre 2000 seinen Ausstieg bekannt, widmete sich anderen Projekten und veröffentlichte 2008 in Japan sein Solo-Debutalbum „Minority Large“. Nun erfreut mich der Nachfolger mit 13 feinen Tracks. In der ersten Single-Auskopplung „Us And Us“ stellt Deeder seine Rap Skills unter Beweis und thematisiert den Israel Konflikt sowie das Verhalten westlicher Regierungen in diesem nicht enden wollenden Streit. Nach dem dubbigen Opener „Delgado Riddim“ gibt’s mit „Baby I Love You So”, „Brothers And Sisters“ und „Roots Man“ klassischen Roots Reggae mit viel Seele. Das mit Bläsern und vielen Hall-Effekten gespickte „Trixta“ ist tiefer Downbeat vom Feinsten, während mich das treibende „Want To Know“, der Jungle-Hit „Jesus“, das afrikanisch angehauchte „1 Call“, der Jungle Mix von „Baby I Love You So“ sowie „Us And Us“ im Alcuacil Dubkilla HI-FI Mix besonders mitreissen. An der Seite des legendären Dub-Produzenten Adrian Sherwood (On-U Sound) und zahlreichen Gästen kann Deeder Zaman seine Vorliebe für Experimente und die etwas dickeren Beats in der Tradition der Asian Dub Foundation nicht verbergen. Gut so – sehr gut.

www.myspace.com/deederzaman
www.deederzaman.com




Various: Greensleeves Dubstep Chapter 1
greensleeves records

Mit Greensleeves Records hat sich eines der grössten und bekanntesten Reggae- / Dancehall-Labels im Vereinigten Königreich mit amtlichen UK Dubstep-Produzenten zusammengetan, um 14 Dancehall-Klassikern von u.a. Johnny Osbourne, Mavado, Admiral Bailey, Gappy Ranks, Gyptian, Vybz Kartel und Barrington Levy den Feinschliff der Neuzeit zu verpassen. Mitte des Jahres gab es bereits einen Vorgeschmack, als das Dancehall-Konglomerat The Bug und MC Flowdan einen Remix von Ding Dongs „Badman Forward Badman Pull Up“ als 12“ veröffentlichte. Nun ist daraus mit „Greensleeves Dubstep: Chapter 1“ ein ganzes Album geworden, auf dem vor allem die beiden Digital Mystikz-Mitglieder Coki und Mala, Horsepower Productions, V.I.V.E.K., Terror Danjah, TMSV, LDD und Kromestar dick wummernde Remixes abliefern. Eine Top-Compilation für alle Fans, die den guten, alten Dub in den aktuellen Entwicklungen des Dubsteps vermissen. Ausserdem ehrt und feiert VPs Classic Reggae-Ableger „17 North Parade” zwei letztjährig viel zu früh verstorbene Legenden: Auf dem 3-Disc-Deluxe-Package „The Ruler (1972-1990) - Reggae Anthology“ gibt es neben ausführlichen Linernotes und raren Fotos nicht nur 40 schöne Tracks von Gregory Isaacs († 25.10.2010) zu hören, sondern auch das historische Konzert „Live At Brixton Academy 1984“ auf DVD zu bestaunen. Das 3-Disc-Deluxe-Paket „Hard Time Pressure“ dagegen ist ein Tribut an den erst spät erfolgreichen Sugar Minott († 10.07.2010) und begeistert mit 36 seiner grössten Hits sowie einer DVD vom Splash „Live in Japan 1986“. Ein Dubstep-Update und zweimal Reggae-History vom Feinsten.

www.vprecords.com




Various Artists: Santa’s Funk & Soul Christmas Party
tramp records

Ob man in der Adventszeit das Radio einschaltet oder durch eine Einkaufspassage läuft, oftmals lauschen wir Wham’s kitschigstem Song und Wochen vor dem eigentlichen Fest scheint der Zenit an musikalischer Weihnachtsfreude überschritten. Manche Songs sind ja auch wirklich schön, aber aufgrund ihres hochfrequentierten Abspielens nicht gut für Ohren und Nerven. Desillusioniert von diversen Weihnachtscompilations mit den ewig gleichen Hits haben Jan Kohlmeyer und Tobias Kirmayer ihre Plattensammlungen akribisch durchforstet, aus über 50 gefunden Songs aus den Genres Funk, Soul und Jazz eine kleine, aber feine Auswahl unverbrauchter Sound-Raritäten ausgewählt und präsentieren diese nun auf ihrer „Santa’s Funk & Soul Christmas Party“. Alle Produktionen stammen von Künstlern, die es bedauerlicherweise in ihren musikalischen Hochzeiten nie zum verdienten Ruhm geschafft haben. Detroit Junior bittet am „Christmas Day“ zum Jive, Rare Groove gibt’s mit Lee Rogers in „You Won’t Have To Wait Till Xmas”, bevor Gary Walker in „Santa’s Got A Brand New Bag” einen bluesigen Twist hervorzaubert und Vernon Garrett mit Sir Stan & the Counts den Funk von „Merry Christmas Baby“ sowie den „Christmas Groove” wohl im Blut haben. Weitere Highlights sind die Soul-Perlen von Rose Graham und Binky Griptite, Jimmy Jules & Nuclear Soul System. So hab’ ich neben meinen geliebten Motown-Aufnahmen nun 13 weitere Songs, bei denen ich mich auf das Fest der Liebe freuen kann und die ich gerne weiterempfehle. Wer hier nicht zumindest mit dem kleinen Fusszeh in der dicken Wollsocke mitwippt, hat definitiv die Winterstiefel zu eng geschnürt.

www.tramprecords.com

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