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Die Hanfberatung im Hanf Journal: Erste Hilfe für Kiffer

Kascha ist per e-Mail über kascha@hanfjournal.de zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht, nur blöde Antworten.
Publiziert am: 07.03.12 - Medienformen: Medienform Text

Aha!
Davide (ohne Alter und Wohnort) möchte wissen:
„Hallo,
ich wollte nur fragen, da ich meinen Führerschein jetzt anfangen wollte, und ich seit kurzem ein bisschen anfange, Kiffen auszuprobieren, und ich schon nächsten Monat anfangen soll, meint meine Mutter, dass da eventuell ein Test vor dem Führerschein gemacht wird. Stimmt das, und wenn ja, was kann ich machen?"

Kascha antwortet:
„Hi Davide,
das Thema Cannabis und Führerschein ist leider sehr kompliziert, und nicht immer logisch verständlich. Sowohl das „Fahren unter Cannabiseinfluss“, also ca. 12 bis 24 Stunden nach dem letzten Konsum, als auch der Verdacht auf regelmäßigen Konsum, auch wenn nicht genau definiert ist, was damit gemeint ist, führen in der Regel dazu, dass die Fahreignung angezweifelt wird.

Das passiert bei Alkohol nicht: Wer jeden Abend ein Feierabendbier trinkt darf, solange er keine Fahrfehler zeigt, sogar direkt danach noch Auto fahren insofern er nicht mehr in der Probezeit ist und keine Fahrfehler zeigt. Das hat nichts mit Verkehrssicherheit zu tun, da die Unfallwahrscheinlichkeit bei Cannabiskonsum in der Regel nur bis etwa drei Stunden nach dem Konsum leicht erhöht ist – wobei nicht alle dieser Unfälle ursächlich auf den Cannabiskonsum zurück zu führen sind.

Dass also nicht, wie bei Alkohol, effiziente Testmethoden entwickelt werden und wissenschaftlich fundierte Grenzwerte zusammen mit einer Einschätzung der tatsächlichen Fahrtauglichkeit – beispielsweise durch die Berücksichtigung von Fahrfehlern – angewendet werden, um tatsächlich berauschte Fahrer von Fahrern die praktisch fahrtauglich sind zu unterscheiden, liegt daran dass das Straßenverkehrsrecht zunehmend als Ersatzbestrafung eingesetzt wird wo eine direkte strafrechtliche Verfolgung vom Verfassungsgericht abgelehnt wurde.

So muss man bei der Behandlung von Cannabiskonsumenten nicht den Grundsatz zugrunde legen, dass ein rechtlicher Rahmen unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit sicher stellt, dass nicht berauscht Auto gefahren wird, sondern vielmehr den, dass Kiffen böse ist und Kiffer möglichst von gesellschaftlicher Teilhabe und auch der Teilnahme am Straßenverkehr ausgeschlossen werden sollen. So erklärt sich dann beispielsweise, dass man auch ein Jahr nachdem man zu Fuß mit einem Joint erwischt wurde, auch wenn das Verfahren eingestellt wurde, nicht mehr ohne Weiteres einen Führerschein machen kann.

Man wird dann in der Regel vor der Prüfung aufgefordert, mit einem Drogenscreening und einer medizinisch-psychologischen Untersuchung die Fahreignung nachzuweisen. Zum Vergleich: Komatrinkende Jugendliche machen mit 18 ganz normal ihren Führerschein. Solltest du noch nicht aufgefallen sein, musst du wohl auch nicht mit einem Test rechnen.

Wer allerdings, gerade in den südlichen Bundesländern, eine gewisse Rechtssicherheit in Bezug auf seinen Führerschein haben möchte, sollte entweder gar nicht kiffen, oder nur zuhause kiffen und generell aufs Autofahren verzichten – alle anderen Varianten, selbst der Feierabendjoint wenn man nur tagsüber Auto fährt, können früher oder später auch völlig ohne eine Verbindung von Kiffen und Autofahren zum Verlust des Führerscheins oder zumindest zu Anwaltskosten und unangenehmen Tests führen.“



Tim (ohne Alter und Wohnort) möchte wissen:
„Hallo liebes Hanf Journal,
Ich stecke zur Zeit in einer Zwickmühle, denn ich habe im September meine Ausbildung begonnen. Mir war von Beginn an klar, das innerhalb der ersten 3 Monate ein Drogentest gemacht wird, da dachte ich mir, dass ich eben mal einige Wochen aufhöre.

Allerdings habe ich erfahren, dass diese Firma auch gelegentlich unangekündigte Zwischentests macht. Daher würde ich gerne wissen, wie oft ich es mir jetzt wirklich leisten kann, wirklich mal 1-2 Tütchen zu rauchen. Auch interessant für mich wäre natürlich, wie man THC und die Abbaustoffe nun wirklich am besten aus dem Körper bekommt. Es mag für manche natürlich schon ein Anzeichen für Sucht sein das ich mir darum so Gedanken mache, aber ich würde mir ungerne den Joint am Wochenende nehmen lassen.“

Kascha antwortet:
„Lieber Tim,
bei einigen Berufen, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern, ist es in gewisser Weise nachvollziehbar, dass Drogentests durchgeführt werden. Nicht nur, um schusselige Kiffer zu outen – das ist ja auch mehr ein Vorurteil als ein tatsächliches Problem – sondern auch um dem Missbrauch von Wachmacherdrogen abseits von Kaffee vorzubeugen. Bei anderen Unternehmen dienen die Drogenkontrollen vor allem der Durchsetzung einer seltsamen Firmenideologie, was ich persönlich etwas beängstigend finde.

Das Problem mit unangekündigten Drogentests ist nun, dass man sich darauf nicht vorbereiten kann. Cannabiskonsum ist allerdings, selbst wenn man nur einen Joint geraucht hat, zumindest einige Tage oder Wochen nachweisbar. Ist also beispielsweise regelmäßig alle drei Monate ein Test, dann nutzen viele Konsumenten die Woche nach dem Test sozusagen als Zeitfenster um ein paar Joints zu rauchen. Übertreiben sollte man es auch in dieser Woche nicht, denn die nachweisbaren Abbauprodukte reichern sich im Körper an – je mehr man kifft, desto länger dauert die Ausscheidung der Abbauprodukte. Um die Ausscheidung zu beschleunigen hilft es, Fettgewebe zu verbrennen, und den Stoffwechsel und vor allem Entgiftungsprozesse anzukurbeln und zu unterstützen. Anders gesagt: Sport treiben und viel trinken, vor allem Wasser und Entschlackungstees.

Wenn man viel trinkt wird allerdings auch der Urin dünn, was ihn bei einem Test möglicherweise unbrauchbar macht. Deshalb sind auch solche Tricks eher schlecht für die kurzfristige Anwendung. Für Notfälle gibt es künstliche Penisse an die man einen Beutel mit synthetischem und drogenfreien Urin anschließen kann – wird man dabei erwischt ist die Entlassung allerdings wohl sicher.

Wie du dich jetzt verhalten solltest hängt vor allem davon ab, was genau getestet wird: Wird nur untersucht, ob ihr breit zur Arbeit kommt, und nicht auf Abbauprodukte, kannst du Freitag abends schon mal einen Joint rauchen ohne dass der am Montag noch nachweisbar ist. Ein Bluttest auf Abbauprodukte ist in der Regel genauer und zuverlässiger als ein Urintest, in jedem Fall ist es vor allem wichtig, mindestens 3 Wochen vor dem Test nicht mehr zu kiffen.“



Loxy (ohne Alter und Wohnort) möchte wissen:
„Hey,
kann man bei Hanfsamen, die von einer Hanfpflanze ohne THC kommen, die für Textilien verwendet wurde, eine neue Pflanze mit THC züchten? Wenn ja, wie am besten?“

Kascha antwortet:
„Hi,
prinzipiell ist das möglich: Die „THC-freien“ Sorten wurden ja auch aus Sorten gezüchtet, die mehr THC enthalten. Deshalb darf auch nur zertifiziertes Saatgut für den Anbau verwendet werden, das maximal 0,2% THC enthält, denn der THC Anteil würde sich bei Wildwuchs durch die Bestäubung aus illegalen Cannabisplantagen auf einem etwas höheren Niveau einstellen. Das wäre allerdings bei einem im Vergleich zum eher niedrigen THC-Gehalt recht hohen Cannabidiol-Gehalt eher so genanntes „Kopfschmerzengras“, von dem man eher müde als high wird, wenn man überhaupt etwas merkt.

Eine neue Pflanze mit höherem THC-Gehalt selbst zu züchten ist recht aufwändig, und ich dürfte dir an dieser Stelle auch gar nicht erklären wie du das machst. Was ich dir aber sagen kann ist, dass man dies schrittweise über mehrere Generationen hinweg tun muss, was bei Naturlicht mehrere Jahre dauern würde und bei beschleunigtem Anbau mit Kunstlicht immer noch sehr viel Aufwand und Zeit kosten würde.“

kascha@hanfjournal.de
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