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Wäre ja schade drum

Besser Vorbeugen mit dem Hanf Journal
Publiziert am: 17.04.12 - Medienformen: Medienform Text

Fressfeinde unter der Lupe

Es gibt wohl kaum einen Hobby-Gärtner, der noch keine Erfahrungen mit gefräßigem Kleinvieh oder Pilzen gemacht hat. Hat man einmal solch ungebeten Besuch zu Gast, ist es schwer, ihnen auch langfristig Hausverbot zu erteilen.
Noch schwieriger ist das frühzeitige Erkennen der Pflanzenschädlinge, oft weiß man nicht einmal, ob das schadhafte Wuchsbild auf Schädlinge, Pilze oder gar Krankheiten wie Viren zurückzuführen ist.


Wir haben hier acht der häufigsten Schädlinge und Pilze im Indoorbereich Aufgelistet. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit und mit dem Tipp, sich nach dem Entdecken der Ungetiere ein bisschen intensiver mit den Gegenmaßnahmen zu befassen, als es aufgrund der Kurzinfos hier möglich ist. Sonst heißt es bald wieder: „Sie leben“.
Natürlich raten wir immer zur Bekämpfung mit Nützlingen und auch dazu, Sprühmittel jedweder Art bei blühenden Pflanzen gar nicht und bei wachsenden nur dann einzusetzen, wenn ein Totalausfall droht.
Die farbigen Karten sollen bei der Einschätzung des Gefährdungspotentials behilflich sein, wobei wir bei dieser Einteilung von einem starken Befall des jeweiligen Schädlings ausgehen, der zudem sehr spät erkannt wurde. So wie es in der Praxis meistens ist.

Der Code

Nervt, ist aber immer biologisch in den Griff zu bekommen.

Nervt und ist nicht immer „biologisch“ zu bekämpfen. Bei starkem Befall „Chemo-Keule“ oder besser entsorgen. Führt zu Einbußen, nicht zum Totalausfall.

Besser weg damit, selbst die Chemo-Keule hilft nur kurzfristig. kann zum Totalverlust der Pflanzung führen. Bei ihrer Anwendung sind die Abbauzeiten und die Verträglichkeit für Nützlinge zu beachten. Nach den angegebenen Abbauzeiten sollte man auf jeden Fall auf Nützlinge umsteigen, um aus dem Kreislauf „Befall-Sprühen-neuer Befall-Sprühen...“ auszubrechen.



Die Weiße Fliege

Trialeurodes vaporariorum
Trivialname:
Größe: ~ 1,5mm

Die weiße Fliege ist eigentlich gar keine Fliege, sondern gehört zur Familie der Wollschildläuse und wurde wahrscheinlich Mitte des 19. Jahrhunderts aus Südamerika eingeschleppt. Die bei uns am häufigsten auftretende Art Trialeurodes vaporariorum ist circa 1,5 Millimeter lang, ihre Wachsauscheidungen lassen sie, obwohl eigentlich gelb, weiß erscheinen und mit einer Flügelspannweite von fünf Millimeter sind sie auch mit bloßem Auge gut zu erkennen. Anders dagegen die 0,2 Millimeter großen Larven, die aus den 100 bis 500 Eiern schlüpfen, die das Weibchen in zuvor gebohrte Kanäle auf der Blattunterseite der befallenen Pflanze abgelegt hat. Die geschlüpften Larven schädigen die Pflanze, bis sie sich nach einigen Tagen verpuppen und in diesen Stadium bis zum Schlüpfen bewegungsunfähig an der Blattunterseite bleiben. Schildläuse mögen es feucht, deshalb ist ein Befall in Mutterkammern häufiger, ihre bevorzugte Temperatur liegt bei 22 Grad Celsius oder höher.

Früherkennung
Kontrolle der Blattunterseiten auf Eier (Lupe).

Schadbild
Helle Saugstellen an den Blättern, die sich langsam über das ganze Blatt ausdehnen, bis es vergilbt und abfällt. Weißer, mehlartiger Belag durch fruktosehaltige Ausscheidungen, was wiederum einen idealen Nährboden für allerlei Pilze bietet.

Bekämpfung
Genau wie bei Blattläusen. Zwei- bis dreimalige Behandlung mit einer Neem- oder Rapsöl-Emulsion , Seifenlauge oder Brennnessel-Spritzbrühe. Gegen Pyrethrum (Chrysanthemenblütenextrakt) hat die weiße Fliege Resistenzen entwickelt, außerdem empfiehlt sich der Gebrauch von Klebefallen. Systematisch wirkende Mittel sind überflüssig.
Schlupfwespen (Encarsia formosa) sind der natürliche Feind der Weiße Fliege.





Die Thripse

Thysanoptera
Trivialname: Gewittertierchen
Größe 1 bis 1,5mm

In Europa sind ungefähr 300 Arten bekannt, weltweit sogar bis zu 5.000 Arten, nicht alle Arten schädigen Pflanzen. Sie sind schlank, ungefähr ein bis 1,5 Millimeter lang, haben einen dunklen Körper und zwei gelblich-braun gestreifte, fransige Flügelpaare. Ein Weibchen legt durchschnittlich jeden Monat 60 Eier (!), die Larven der Thripse sind durchscheinend weiß. Einige legen ihre Eier mit einer Art Bohrer im Pflanzengewebe ab, andere an der Oberfläche der Pflanze. Die sehr hell gefärbten, flugunfähigen Larven durchlaufen innerhalb weniger Wochen diverse Stadien der Entwicklung. Bereits in manchen dieser Stadien schädigen sie die Wirtspflanze und sie können sich aufgrund ihrer Flugfähigkeit zu den umliegenden Pflanzen bewegen. Nach der Verpuppung schlüpfen die erwachsenen, ebenfalls flugfähigen Tierchen, die mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen sind.

Früherkennung
Blautafeln (Gelbtafeln haben sich nicht bewährt), schwarze Kottropfen auf der Blattunterseite (Lupe).

Schadbild
Zuerst bildet sich durch die Ausscheidungen der Tiere ein zuckerartiger Belag auf den Blättern, bald darauf fangen die unteren Blätter an, Frassstellen zu zeigen, sich gelb-braun zu verfärben um dann abzusterben.

Bekämpfung
Abduschen reduziert den Befall (Tüte über das Substrat stülpen, damit die Thripse nicht dort landen).
Eine Kombi-Behandlung mit Florfliegenlarven (Chrysoperla carnea) und Raubmilben (Amblyseius californicus) im Frühstadium.
Wenn möglich Wechsel des Mediums/Substrats, da sich die flugunfähigen Larven teilweise am und im Boden aufhalten.
Neemöl: Die ölige Oberfläche erschwert den Blasenfüßen die Bodenhaftung. Bei starkem Befall: Insektizid auf Dimethoat-Basis.
Alt-bewährte Hausmittel wie Knoblauchsud und/oder Schmierseife sind indoor wirkungslos.





Die Weichhautmilbe

Tarsonemus
Trivialname: Triebspitzenmilbe
Größe: < 0,2 mm

Die neue Indoor-Pest! Die Verbreitung dieser nicht mit bloßem Auge zu erkennenden Fraßfeinde im Indooranbau ist relativ neu und scheint immer problematischer zu werden.
Ihre Vermehrung geschieht durch mikroskopisch kleine, rötliche Eier: Hohe Luftfeuchtigkeit und mäßige Wärme unterstützen die Vermehrung. Weichhautmilben sind auch mit der Lupe nicht erkennbar, allerdings sind ihre rötlichen Eier als Einzel- oder Mehrfachgelege mit dem bloßen Auge als ‚Staubkorn‘ an der Pflanze erkennbar.

Früherkennung
Eiersuche. Bevor es zu sichtbaren Gewebeschäden kommt, rollen sich die Blattränder ein. Pflanze kopfüber halten und über ein Blatt weißes Papier schütteln. Man sieht dann die Tiere weglaufen.

Schadbild
Weichhautmilben schädigen zuerst die frischen Triebe, im Vegetationspunkt entstehen Verkrüpplungen, Wachstums- und Entwicklungsstörungen aller Art treten auf, bis die Blätter verkrüppeln und abfallen. Bei starkem Befall kann man fast zuschauen, wie die Pflanze innerhalb weniger Tage komplett abstirbt. Das Schadbild ist weitaus verheerender als bei der weit verbreiteten Spinnmilbe.

Bekämpfung
Luftfeuchtigkeit senken. Biologischer Pflanzenschutz hilft nur im Frühstadium (Raubmilben, Neem), aufgrund ihrer Größe werden Weichhautmilben jedoch oft erst mit fortschreitendem Schadbild erkannt. Bei sehr starkem Befall werden meist Akarizide angewendet, jedoch werden die Eier von diesen nicht in Mitleidenschaft gezogen, was eine regelmäßige Anwendung nach sich zieht. Viele Indoorgärtner vernichten deshalb einmal von Weichhautmilben befallene Pflanzen komplett.
Der natürliche Feind der Weichhautmilbe ist die Raubmilbe Amblyseius cucumeris (Bild).





Die Trauermücke

Sciaridae Bradysia impatiens
Trivialname:
Größe: 2-4 mm

Trauermücken treten oft in feuchtem Substrat auf oder werden gleich mitsamt der Blumenerde mitgeliefert. Die Trauermücke legt ihre Eier dort ab, wo sich organische Substanzen zersetzen: Auf der Substratoberfläche. Die Entwicklung vom Ei über das Larvenstadium bis zur fertigen Trauermücke beträgt sieben Wochen. Trauermückenlarven schädigen hauptsächlich das Wurzelwerk junger Pflanzen, saugen bei starken Befall jedoch auch direkt an Stielen und Blättern von Jungpflanzen.

Früherkennung
Weiße, 1-2 mm große, weiße Eier an der Substratoberfläche, sehr feuchtes Substrat.

Schadbild
Die Erde in Töpfen und Anzuchtsystemen ist voller kleiner, weißer 1-2 mm langer Larven. Die erwachsenen schwarzen kleinen Trauermücken schwirren über die Erdoberfläche.
Es kommt zu Fraßschäden an Wurzeln und anderen Pflanzenteilen durch die Larven. Insbesondere Jungpflanzen werden stark geschädigt, auch durch Pilze und Fäulnisbakterien, die an den Fraßstellen in die Pflanzen eindringen. So werden in kurzer Zeit ganze Bestände an Keimlingen vernichtet.

Bekämpfung
Wenn möglich weniger und nur noch von unten gießen, so dass die Substratoberfläche trocken bleibt. Eine Kombi-Behandlung aus Steinernema feltiae-Nematoden (zur Reduzierung des Befalls)und Bacillus thuringiensis israelensis (prohylaktisch) ist genauso effektiv wie die Anwendung systematisch wirkender Insektizide und deshalb dieser vorzuziehen.





Die Blattlaus

Aphidina
Trivialname:
Größe: 1,5 bis 7 mm

Die Blattlaus gehört auch zur großen Familie der Läuse und tritt in den unterschiedlichsten Farben von schwarz, braun über rot bis grün und alleine bei uns in über 800 Variationen auf. Die meisten für Zimmerpflanzen gefährlichen sind mit dem bloßen Auge gut zu erkennen. Probleme mit Blattläusen gibt es jedoch vornehmlich outdoor, wo sie bis zu sieben Millimeter groß werden. Sie besitzen sechs Beine und ein Fühlerpaar, bewegen sich langsam fort und haben am Körperende zwei Ausstülpungen (Siphone), durch die sie Honigtau ausscheiden. Blattläuse vermehren sich ungeschlechtlich durch Jungfernzeugung, was auch ihr explosionsartiges Auftreten vor allem im Frühling erklärt. Im Herbst paaren sich die Blattläuse, aus den 40 bis 100 Eiern schlüpfen dann im Frühjahr Weibchen, die wiederum ständig lebende Weibchen gebären. So geht es weiter bis zum Herbst, dann werden wieder Weibchen und Männchen geboren, die sich dann paaren, die Weibchen legen Eier usw. ... Blattläuse der selben Art können sowohl geflügelt als auch ungeflügelt sein. Ihre Eier legen sie häufig am Stängel, den Blattachseln oder auf der Blattunterseite ab.

Früherkennung
Kontrolle der Blattachsen und-unterseiten auf Eier (Lupe).

Schadbild
Sie zapfen mit ihrem stechenden Mundwerkzeug die Leitbahnen der Pflanze an und saugen sie aus. Das Schadbild durch die Saugtätigkeit ist wie das der weißen Fliege, der ausgeschiedene Honigtau fördert außerdem Pilzbefall. Auch gelten sie als Überträger pflanzlicher Viruskrankheiten wie dem Blattrollvirus.

Bekämpfung
Zwei- bis dreimalige Behandlung mit einer Neem- oder Rapsöl-Emulsion , Seifenlauge oder Brennnessel-Spritzbrühe, Pyrethrum (Chrysanthemenblütenextrakt), außerdem empfiehlt sich der Gebrauch von Klebefallen. Systematisch wirkende Mittel sind nicht zu empfehlen, da überflüssig .
Die Palette der Fraßfeinde von Blattläusen breit, am effektivsten haben sich Marienkäfer erwiesen, die sich jedoch nicht mit Ameisen vertragen, welche wiederum aufgrund der Honigtau-Ausscheidungen oft in Symbiose mit den Läusen leben. Zu empfehlen sind hier sowohl die Gallmücke (vor allem indoor) als auch die Flor- und die Schwebfliegelarve.





Der Mehltau

Echter Mehltau

Falscher Mehltau

Mehltau ist der Oberbegriff für viele pflanzenschädigende Pilze. Generell unterscheidet man zwischen echtem und falschem Mehltau:
Echter Mehltau (Erysiphaceae): Sitzt als abwischbarer, zuerst weißer (Bild), später schmutzig-bräunlicher Belag auf den Oberseiten der Blätter. Die Sporen des echten Mehltaus haften an den Blattoberseiten, wo sie ein Pilzgeflecht ausbilden. Der Mehltau wird als Schönwetterpilz durch trockene und auch bei schwül-warmer Witterung sowie extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht begünstigt. Optimale Bedigungen findet er bei 70% Luftfeuchtigkeit und 20 °C.
Falscher Mehltau (Peronosporaceae): Bildung von grauer bis grauvioletter Pilzgeflechte. auf der Blattunterseite, auf der Oberseite bilden sich weiße, gelbliche, braune oder rötliche Flecken, die von den Blattadern begrenzt sind. Die Pilzsporen schwimmen im Wasserfilm auf nassen Blättern und dringen durch Spaltöffnungen in das Blatt ein, um so die Pflanze zu schädigen.
Früherkennung
Echter Mehltau: Optische Kontrolle auf „Schimmel“ an den Blattoberseiten und Stielen.
Falscher Mehltau: Optische Kontrolle auf Pilzgeflecht an der Blattunterseite.

Schadbild
Echter Mehltau: Weißer, schimmliger Belag auf den Blättern, später auch an den Blattachsen. Die Blätter verbräunen und vertrocknen und fallen ab. Bei Befall von Blattachsen/Stielen kann der Stängel absterben, die Pflanze kippt um.
Falscher Mehltau: Um selbst zu wachsen, entziehen die Pilze der Pflanze Nährstoffe und schädigen sie dadurch. Die Blätter vergilben von der Spitze her und fallen schließlich ab.

Bekämpfung
Echter Mehltau: Luftfeuchtigkeit senken, Temperatur über 25°C erhöhen. Mehrmals Hausmittel wie eine Milch-Wasser-Mischung (1/8 l Milch auf 1 l Wasser) oder Backpulverlösung zu sprühen.
Falscher Mehltau: Sprühmittel auf Kupferbasis (sehr bodenbelastend und wirken nur eingeschränkt) oder Fungizide (belasten den Organismus). In der biologischen Landwirtschaft gibt es in jüngster Zeit vielversprechende Erfolge mit Phosphor-Säure. Sehr hartnäckig.





Die Spinnmilbe

Tetranychus
Trivialname:
Größe: ~ 0,5 mm

Bevorzugt leben die Spinnmilben an der Blattunterseite, stechen mit borstenartigen Mundwerkzeugen die Pflanzenzellen an und saugen sie aus, bei starkem Befall sitzen sie auch auf der Blattoberseite. Sie schädigen die Epidermis (untere Oberhaut) und die Parachym- (Funktions-)zellen, so dass Luft eindringt. Deshalb bekommt das Blatt zuerst gelbliche Punkte, verfärbt sich dann vollständig und fällt ab. Ein häufiger Trugschluss ist, alle Spinnmilben seien an ihren Gespinsten zu erkennen, doch dies gilt nur für die gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae), welche im Innenbereich jedoch kaum vorkommt. Die vielen für den Indoor-Gärtner bedrohlichen Vertreter dieser Spaß-Bremse bilden keine Gespinste und sind deshalb nur durch ständige Blattkontrolle zu erkennen. Sie sind sie unter der Lupe relativ gut sichtbar und bei starkem Befall können ausgewachsene Tiere sogar per Hand abgesammelt werden. Spinnmilbenjagd, ein prima Geduldsspiel für trübe Tage.

Früherkennung
Ständige Kontrolle der Blattunterseiten auf Fraßspuren, Gelbtafeln.

Schadbild
Auf den Blättern treten bei Befall zunächst kleine helle, gelblichweiße Flecken auf. Stärker befallene Blätter nekrotisieren, ändern ihre Farbe von grün zu grau- oder kupferbraun, vertrocknen und fallen schließlich ab.

Bekämpfung
Bei geringem und mittlerem Befall mit Nützlingen (Kombi-Behandlung mit Raubmilben der gattung Amblyseius cucumeris). Eine ausgewachsene Raubmilbe saugt fünf bis sieben Spinnmilben oder 20 Spinnmilbeneier pro Tag aus. Propylaktisch: Neem-Öl
Bei sehr starkem Befall werden meist Akarizide angewendet. Wir raten hiervon allerdings ab, da die Spinnmilbe schneller als jeder andere Schädling resistent gegen solche Mittel wird. Außerdem werden die Eier nicht in Mitleidenschaft gezogen. Pyrethrum (Chrysanthemen-Blütenextrakt) enthält oft das notwendige synthetische Synergist (vom griechischen synergein = zusammenarbeiten), einem künstlichen Zusatz, der das Chrysanthemen-Blütenextrakt richtig wirken lässt), das umstrittene Piperonylbutoxid (PBO). Bei einigen Produkten (Beispiel: Spruzit Neu) ist dieser Stoff mittlerweile durch Rapsöl ersetzt. Besser vor dem Einsatz dieser „halbchemischen“ Keule genau informieren. Pyrethrum und PBO wirken auf das zentrale Nervensystem und sind unter Medizinern nicht unumstritten.
Tabaksud und andere Hausmittelchen sind auch hier wirkungslos.





Der Polizist

Taurus vulgaris
Trivialname: Freund & Helfer, Bulle, Hanfjäger
Größe: 1600-2100mm

Vernichten binnen Minuten ganze Ernten und zerstören Lebensläufe unbedarfter Hanfgärtner. Fehlende Vorsicht, Prahlerei und schlecht gefilterer Abluft sind die Hauptursache für einen Befall. Hier unterscheidet man zwischen dem gierigen (Taurus avidus) und den pflichtbewussten Polizisten (Taurus pius).
Taurus avidus: Kommt in Deutschland selten vor, raucht selbst Hanf und kann durch sein Wirken regelmäßig und ganz umsonst seine Vorräte auffüllen. Es gibt seltene Exemplare, die Pflanzen beschlagnahmen, um dann mit ihnen Handel zu betreiben.
Taurus pius: Der pflichtbewusste Polizist verabscheut Hanf, seitdem er mit 17 im Vollsuff nach seiner ersten und dann wohl auch letzten Tüte Würfelhusten bekommen hat.Mit diesem Tag hat er sich zur Aufgabe gemacht, das Übel sprichwörtlich bei der Wurzel zu packen und alles, was mit Hanf zusammenhängt, gnadenlos zu bekämpfen.
Einige Vertreter beider Spezies leben mit dem Civis pius (pflichtbewusster Bürger, umgangssprachlich: Denunziant) und canis cannabis (Grashund) in Symbiose.



Früherkennung
Taurus avidus:
Fehlendes Rückgrat.
Taurus pius: Bildungsdefizit, stereotypes Kopfzucken beim Wort „Hanf“, oftmals Alkoholaffinität.

Schadbild
Sie fallen meist sofort nach der Lokalisierung einer oder mehrerer Hanf-Pflanzen über diese her und reißen sie samt Wurzelwerk heraus, selbst verblühte, getrocknete oder Jungpflanzen bleiben nicht verschont. In selteneren Fällen oder bei der Entdeckung größerer Pflanzenansammlungen locken sie weitere Artgenossen an und warten gemeinsam so lange, bis sich ein Befall lohnt. Ein Ernteausfall von 100 Prozent ist garantiert, außerdem ist mit einer Geld- oder sogar einer Freiheitsstrafe zu rechnen. Meist ist ein Befall von Taurus avidus nicht ganz so schlimm wie der von Taurus pius, da nur ein Teil der ausgerissenen Pflanzen in der Anklageschrift erscheint.

Bekämpfung
Liegt das Kind erst im Brunnen, sind die Pflanzen hinüber: Nützlinge oder Spritzmittel gegen Taurus avidus und Taurus pius gibt es nicht. Lediglich gute Rechtsanwälte können die extremen Schäden noch begrenzen. Gegen diese Art der Schädlinge hilft nur der prophylaktische Einsatz von Aktivkohlefiltern, Schalldämpfern sowie Verschwiegenheit und ein einwandfreier Lebenswandel. Hanfaktivisten und -Lobbyisten helfen dabei nur bedingt und auch nur bei langfristigem Einsatz.


Taurus vulgaris auf Beutefang - Foto: hanfparade.de
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