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Die Wanne ist voll

HC4L liebt’s von unten
Publiziert am: 02.05.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: HC4L/ Fotos: HC4L
Die Wannen gibt es in vielen Größen



Bei Artikeln unserer tschechischen Mitarbeiter merkt man immer wieder, dass Grasanbau @home dort ein wenig lockerer gesehen wird als hierzulande, bei meinem Besuch in Prag hielt es der Hanfbauer noch nicht einmal für notwendig, die Rollos runter zu lassen, während er mir seine Pracht präsentiert hat. Hat halt wenig zu befürchten, anders als im deutschsprachigen Raum. Deshalb: Nur schauen, nicht nachmachen, es sei denn, ihr wohnt in einem Land, in dem der Anbau von Hanf liberaler geregelt ist.


„Ich habe nun schon eine gewisse Zeit mit der Bewässerung in Garland Wannen experimentiert. Genauer gesagt spielte ich ein wenig mit der Kapillarkraft herum. Die Pflanzen sollten immer genügend Flüssigkeit zur Verfügung haben, auch wenn ich nicht täglich nach den Damen sehen konnte. Im letzten Herbst habe ich bestimmt einiges an Ertrag verschenkt, weil ich nicht rechtzeitig mit dem Gießen der Erde zur Stelle war. Ein Nährstofftank mit Pumpe und Bewässerungssystem hat mich bisher noch nicht gereizt, ich finde, gießen per Hand ist da sicherer. Trotzdem werde ich in der Zukunft mal ein extra Zelt im Keller aufstellen, um die Ergebnisse auf einem reinen Hydrosystem zu testen, mal schauen, wann ich die Lust dazu finde.

Eine Wanne als Riesen-Topfuntersetzer

An und für sich ist es keine Besonderheit, Pflanzen über einen Untersetzer zu gießen, die Garland Wannen gibt es nur in so vielen Größen, dass diese sich einfach angeboten haben. Ich hatte im letzten Jahr noch mehr Freude an besonders kurz blühenden Sorten (45-49 Tage), inzwischen bin ich auf Sorten mit einer Blütedauer von 58-63 Tagen umgestiegen. Die klassischen Sorten, die circa acht Wochen für die Blüte brauchen, sind wahrscheinlich die am meisten genutzten im Homegrowing. Auch die 7 Liter Töpfe nutze ich inzwischen nicht mehr, es hat sich für mich so ergeben, dass die 5,5 Liter Töpfe sehr gut funktionieren. In den 5,5 Liter Töpfen stelle ich je nach Sorte zwischen 30-36 Damen auf eine Fläche von 120x120cm. Bei der Zucht mit einem Erd-Mix kann der Topf mal angehoben werden, um zu prüfen welches Gewicht er hat, und ob dieser erneut Wasser benötigt. Mit Übung kann so ziemlich präzise gegossen werden und es bietet die Möglichkeit, Pflanzen die nicht so richtig in Schwung kommen, zu erkennen und zu prüfen, ob diese den Umtopfprozess gut überstanden haben. Wenn ich 36 Pflanzen auf eine Fläche von 120x120cm gesetzt habe, können die kränkelnden beruhigt entsorgt werden. Trotz der Vorteile per Gießkanne zu gießen, wollte ich die Kapillarkraft nutzen und die Damen über einen ziemlich großen Untersetzer gießen.

Im letzten Herbst habe ich trotz der Liebe zu den Pflanzen doch das ein oder andere mal nicht genügend Zeit für die kleinen gehabt, und inzwischen bin ich davon überzeugt, dass mich das schlampige Verhalten einiges an Ertrag gekostet hat. Vielleicht kennt ihr das, ein Festival hier, ein Trip da hin, und schon sind die Damen mal drei Tage durstig und die ersten Wurzeln sind beschädigt, weil diese schlicht ausgetrocknet sind. Um das zu verhindern, bin ich auf die Idee gekommen, zu Zeiten, wo ich nicht ständig in der Nähe der Pflanzen bin, mir die 120x120cm Garland Wannen ins Zelt zu packen und ordentlich zu fluten. Durch die Drainagelöcher können die Pflanzen dann über mehrere Tage hinweg ausreichend Wasser bekommen und ich muss mir nicht ständig Sorgen machen. Wenn die Pflanzen von den kleinen Töpfen (7x7cm bis 13x13cm) in die Blütetöpfe gesetzt werden, habe ich einmal kräftig mit der Gießkanne gegossen. Einmal kräftig gewässert haben die Damen bis in die zweite Woche ein ausreichend feuchtes Medium. Dabei sollte man aber auch auf die allgemeine Raumtemperatur achten, ein zu warmer Raum lässt das Medium schneller austrocknen und behindert die Wurzeln am Wachstum. Wurzeln, die schlecht im neuen Topf wachsen, führen zwangsläufig zu einem schlechteren Ertrag. Nachdem die Pflanzen den neuen Topf gut durchwachsen haben, wird auch der Wasserbedarf ansteigen.


Der Sonne entgegen




Der Bedarf schwankt stark

Ich war zu Beginn der Bewässerung über die Wannen der Ansicht, dass es okay wäre, einmal wöchentlich 45 bis 50 Liter Wasser in diese zu kippen, und den Rest der Kapillarkraft zu überlassen. Dabei lag ich doch falsch. Für die Zeit, in der es fest stand, dass ich 5 Tage oder länger nicht bei den Kleinen sein konnte, war diese Methode sehr gut geeignet. Mit 45 Liter Wasser in der Wanne brauche eine Woche lang nicht gewässert werden. Auch wenn einiges Wasser als Luftfeuchtigkeit verschwindet und nicht direkt im Topf landet, war es schlicht zu viel. Manchmal ist weniger mehr. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Damen in voller Blüte waren und das rasante Höhenwachstum zunahm, musste auch mehr Wasser gegeben werden. In der Zeit ab dem 10-12 Tag in der Blüte fangen Cannabispflanzen an, ein Vielfaches an Größe zu entwickeln und bei manchen Sorten dauert dieser Wuchsprozess bis in die sechste Woche hinein. Sorten mit einer besonders kurzen Blütezeit (bis 7 Wochen) bleiben in der Regel etwas kleiner und stellen diesen Streckungsprozess bereits in der vierten bis fünften Woche ein. Exotische Sorten, von denen in Zuchten in geschlossenen Räumen relativ selten berichtet wird, können auch mal eine Blütezeit von 10, 12 oder noch mehr Wochen brauchen. Von diesen Sorten wird berichtet, dass einige davon bis zum Lebensende noch im ständigen Höhenwachstum sind.

Zurück zu meinen Protokollen: Ich habe bemerkt, dass die Pflanzen besser damit klar kommen, wenn die Wannen nicht so voll gekippt werden. Je nachdem, welche Topfgröße ihr auswählt, solltet ihr beobachten, wie lange das Medium benötigt, das vorhandene Wasser vollständig aufzusaugen. Es hat sich bei mir so ergeben, dass die Pflanzen in der ersten Woche nun einmal 25 Liter Wasser bekommen, und dafür einen Tag brauchen um es aufzusaugen. Bereits in der zweiten Woche kippe ich 30 Liter Wasser in die Wanne. Für die Zeit der dritten bis zur fünften Woche gab es bereits 2-mal in einer Woche Nährlösung, am Anfang noch 2 x 25 Liter, später bereits 1 x 25 Liter und 1 x 30 Liter. Es ist erstaunlich, wie schnell die Pflanzen das Wasser verbraucht hatten, wenn die Blüte in vollen Zügen ist. In der sechsten Woche war der Höhepunkt erreicht, es gab 2 x 30 Liter Nährlösung.

Gegen Ende langsam und vorsichtig

In der siebten Woche gab es nur noch 1 x Nährlösung und gegen Ende der siebten Woche begann ich damit, nur noch reines Wasser zu geben. In der siebten Woche habe ich bemerkt, dass der Wasserbedarf geringer geworden ist und es gab nur noch 1 x 25 Liter Nährlösung und 1 x 20 Liter Wasser. In der achten Woche gab es noch einmal reines Wasser, 1 x 20 Liter. Zum Zeitpunkt der Ernte (Tag 60 bis 61) war der Erd-Mix noch etwas feucht. Die Pflanzen haben gegen Ende der Blüte ganz offensichtlich weniger Durst und damit das Medium nicht zu nass ist oder. das Wasser zu lang steht, muss weniger gegossen werden. Einige Nachteile ergeben sich bei dem Bewässern über Wannen. Ich habe bemerkt, dass sich schnell ein weißer Salzfilm am Boden der Wannen entstand, weil das Medium die Flüssigkeit zwar innerhalb von einem Tag aufgesaugt hatte, aber die Salze im Wasser relativ schwer sind und sich schneller absetzten, als die Töpfe vollgesaugt waren. Dieser Salzfilm kann nach einem Durchgang gut mit warmem Wasser entfernt werden. Ein Nass-/Trocken-Sauger reinigt die Wanne ebenfalls gut. Durch die Methode die Pflanzen über die Kapillarkraft zu gießen, entsteht die Gefahr, dass die Damen, die weiter hinten und somit schwerer erreichbar sind, nicht so ordentlich kontrolliert werden. Dadurch, dass die Pflanzen nicht mit der Gießkanne einzeln gegossen werden und damit gleichzeitig das Gewicht und allgemeiner Zustand betrachtet wird, bekommen auch die Töpfe, die noch genügend Feuchtigkeit enthalten, trotzdem eine volle Ladung Wasser. Das kann bei Pflanzen, die den anderen „hinterherhängen“ dazu führen, dass das Medium zu stark versalzt und diese Damen sich nicht gut entwickeln werden.



Gleichmäßig bewässert, gleichmäßig gewachsen


Die Schwachen aus dem Töpfchen

Deswegen bin ich dafür, die kränkelnden Ableger auszusortieren und spätestens nach zwei Wochen der Blüte genau nachzusehen, welche Pflanzen es offensichtlich nicht schaffen, mit den anderen mitzuhalten.
Es ist in jedem Fall nötig, die Damen wenigstens alle zwei Wochen doch mal einzeln aus dem Zelt zu nehmen und genau zu betrachten. Die abgestorbenen Blätter gegen Ende der Blüte müssen auch aus der Wanne entfernt werden.
Mir hat diese Methode einiges an Zeitersparnis gebracht, und ich muss die Pflanzen nicht ständig bewegen. Aus manchen Büchern ist zu entnehmen, dass Cannabispflanzen es mögen, nicht ständig bewegt zu werden, und ich habe ebenfalls das Gefühl bekommen, dass die Damen gut darauf angesprochen haben, länger in Ruhe stehen zu dürfen. Ich denke, mit dieser Methode kann man auch in der wärmeren Zeit mal eine Woche in den Urlaub fahren, ohne jemand in derartige Projekte einbeziehen zu müssen. Überhaupt ist es sehr ratsam, so wenig Personen wie möglich über die Zucht dieser heiß begehrten Pflanze in Kenntnis zu setzen.
Investiert ein wenig Zeit in verschiedene Bücher, hinterfragt alles mehrmals und ihr werdet nicht mehr lange auf unnötige Besuche beim Dealer angewiesen sein. Ich wünsche euch viel Erfolg.“




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