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Da kann man nichts machen ...

sag ich nie wieder!
Publiziert am: 11.07.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Steffen Geyer
Mitmachen ist wichtig!

Wenn am 11. August die inzwischen 16. Hanfparade durch die deutsche Hauptstadt zieht, werden sich leider wieder nur einige Tausend der mindestens vier Millionen Cannabiskonsumten des Landes beteiligen.
Rechnet man die Abermillionen Angehörigen dieser „direkt Betroffenen“, die ungezählten Nutzhanfgebraucher und Könnten-von-Cannabismedizin-profitieren-Menschen zu den potentiellen Teilnehmern hinzu, kann man jene verstehen, die an der Zugkraft solcher „öffentlichen Politikspektakel“ zweifeln. Noch schwerwiegender ist die Frage nach den medialen und politischen Erfolgen, die sich aus Demonstrationen wie der Hanfparade ergeben (können). Erwartet auch nur eine/r der Teilnehmer/innen ernsthaft, dass sich die Bundeskanzlerin bei einem Blick aus dem Fenster angesichts der paar Demohanseln dazu entschließt, dass Hanfverbot zu beenden? Sind oft hunderte Kilometer Anfahrtsweg gerechtfertigt, wenn die Hanfparade und ihr Anliegen „Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel“ es noch nicht einmal in die Tagesschau schaffen? Wäre es möglicherweise erfolgversprechender die rund 15.000 Euro Veranstaltungskosten in die Hosentaschen der „richtigen“ Politiker zu stecken? Ist die Hanfparade ihr Geld und den ehrenamtlichen Einsatz der vielen Dutzend Aktiven überhaupt wert?
Die Antwort auf diese Fragen kann nur „Jein“ lauten. Wir wissen nicht, wie sich die politische Diskussion um Cannabis ohne die traditionsreiche Demonstration entwickelt hätte. Niemand kann sagen, ob unser Engagement in den Herzen und Köpfen der Nichtkonsumierenden ankommt oder welche politischen Entscheider die Parade zum Nachdenken anregt. Aber deshalb die Flinte ins Korn werfen? Niemals!

Vielen - zu vielen - scheint das Hanfverbot unüberwindlich. Die allermeisten Hänflinge des Landes haben sich damit abgefunden, ihrer Leidenschaft heimlich nachzugehen. Den Kopf unten halten und möglichst unauffällig durchs Leben gehen mag der leichte Weg sein, der richtige ist er nicht! Wer sich dem öffentlich geführten Diskurs verweigert, wer sein eigenes „in Ruhe gelassen werden“ über das Wohl der Vielen stellt, vergibt die Chance auf eine Änderung des vier Jahrzehnte währenden Unrechts leichtfertig.
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Alle vier Minuten wird in Deutschland ein Kiffer von der Polizei schikaniert. Alle vier Minuten ein Strafverfahren für eine Tat ohne Opfer. Alle vier Minuten ein unnötiger Angriff auf Menschenwürde, Lebensgestaltung und die Freiheit über sich selbst zu verfügen.

Wie viele Leibesvisitationen in aller Öffentlichkeit, wie viele Führerscheinentzüge, wie viele Verurteilungen braucht es, bis ihr Millionen Heimlichkiffer begreift, dass kein Politiker und kein Richter euch die Legalisierung auf dem Silbertablett zum Geschenk machen wird? Wie viel Unrecht wollt ihr ertragen, bis ihr endlich aufsteht und „Das reicht“ sagt? Wie viel Hass, wie viel Verleumdung, wie viel Lügen wollt ihr ertragen, bevor ihr euren Anblick im Spiegel nicht mehr ertragt?
Kotzt es euch nicht auch an, Freunden, Familie und Kollegen fortwährend etwas vor zu machen? Wisst ihr nicht, dass in der Geschichte der Menschheit Unrecht stets von denen gebrochen wurde, die es erdulden mussten? Habt ihr keinen Funken Ehre im Leib?
Ich für meinen Teil werde mich nie darauf einlassen, meine Entscheidung für Cannabis zu verbergen. Ich schreie Drogenfreiheitsaposteln, Bedenkenträgern und der „Aber die Kinder“-Fraktion lieber ein „Fuck you!“ ins Gesicht, als meines hinter einer Maske zu verstecken. Es ist und bleibt weder falsch, noch unmoralisch Cannabis zu konsumieren. Und kriminell bin ich nur weil man mich kriminalisiert! Es ist mir gleich, wie lange und schmerzhaft der Kampf für mein Recht auf meinen Rausch werden wird. Ich werde den nötigen Weg gehen und sei er noch so steinig. Ich tue das, weil ich weiß, dass kein falsches Gesetz ewig währt und weil ich weiß, dass ohne eigenes Engagement, ohne Gesicht zeigen und das Maul auf zu machen, ohne dahin gehen wo es weh tut, nicht einer von euch Heimlichkiffern den Arsch hochkriegen würde!
Ob dir die Hanfparade passt, ist mir wurscht. Und ob du kommst oder lieber auf dem Sofa einen Durchziehst und deine Angst vor dem Outing pflegst so langsam auch! Ich werde in Berlin sein. Ich werde laut sein. Ich werde mir mein Recht auf Hanf erkämpfen!
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