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Legalisieren?

Die Sicht einer Nichtkonsumentin und das therapeutische Potenzial von Cannabis
Publiziert am: 12.07.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Marieluise
Lupe rausholen angesagt

Für mich wird es 2012 der erste Besuch bei einer Hanfparade sein, aber ich freue mich schon sehr darauf! Ich habe keine Vorurteile und bin bereit, mich so gut wie es geht zu informieren, denn „verboten ist Hanf nun schon lange genug“ sagt mein Freund. Der geht da schon ein paar Jahre hin. „Wir müssen was für unser Recht tun. Lass uns auf die Straße gehen und für unsere Meinung demonstrieren. 40 Jahre sind genug und dafür muss man auch manchmal Gesicht zeigen“, sagte er dann immer.

Weil ich diesmal endlich sehen will, was er am Demonstrieren so toll findet, hab ich mich auf der Webseite der Hanfparade schlau gemacht. Da stand: Die erste Hanfparade fand im August 1997 statt und seitdem sind die Teilnehmerzahlen mal besser und mal schlechter. Das oft nur wenige Menschen kommen, liegt daran, dass viele Angst haben, dass sie von der Polizei strafrechtlich verfolgt werden. Dabei ist es doch nicht verboten, für etwas zu demonstrieren, das man für richtig hält! Ich muss keine Angst haben ¨C ich tue nichts Verbotenes. Meine einzige „Sucht“ sind Süßigkeiten. Zur Hanfparade werde ich aber trotzdem gehen, einfach weil ich denke, dass es an der Zeit ist, dass dieses falsche Gesetz abgeschafft wird.

Keiner sieht, dass durch eine Legalisierung viele Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, es weniger Kriminalität geben würde usw. Aber so etwas will kaum jemand hören. Viele Menschen denken nur an Negatives, wenn sie „Legalisierung von Hanf“ hören. Aber warum? Ist es vielleicht einfach nur, weil sie sich mit dem Thema nicht genügend beschäftigt haben? Wissen die nicht, dass Hanfsamen schon im alten China als sehr nahrhaft erkannt wurden? In letzter Zeit hört man immer mehr davon, dass Cannabis (so heißt der Hanf auf wissenschaftlich) Schmerzen lindern kann ¨C z.B. Ohrenschmerzen oder Kopfschmerzen. Ich habe gelesen, dass man den Hanf schon im Mittelalter und bis ins letzte Jahrhundert als Medikament benutzt hat. Während meiner Schwangerschaft las ich sogar davon, dass er früher gegen Wehenkrämpfe und nachgeburtliche Schmerzsymptome angewandt wurde.

Der medizinisch-therapeutische Nutzen des Einsatzes von Hanf zur Behandlung und Linderung bestimmter Krankheiten ist unumstritten, doch in Deutschland ist die medizinische Verwendung von natürlichem Cannabis aufgrund „betäubungsmittelrechtlicher Bestimmungen“ quasi nicht möglich. Warum?

Ich habe mal einen Artikel gelesen, wo eine Frau einen Gehirntumor hatte und der Konsum von Cannabis hat ihr wenigstens erholsame Stunden geschenkt. Man muss es ja nicht rauchen. Es gibt so viele Möglichkeiten Hanf zu konsumieren, ohne dass es in der Wohnung nach Rauch stinkt. Man kann sich einen Tee kochen, eine heiße Schokolade oder auch mal mit Hanf backen z.B. Muffins.

Keine Scham?

Viele Bekannte fragen mich, wie ich das finde, dass mein Freund kifft. Was soll ich da sagen. Klar ist es für mich keine Freude einen Partner zu haben, der Hanf konsumiert. Aber ich denke, er ist alt genug, um selbst für sich und seine Gesundheit zu entscheiden. Auf jeden Fall ist es besser er kifft, als dass er trinkt! Die meisten denken dann, ich würde heimlich auch kiffen, aber das stimmt nicht. Zwar habe ich meine Erfahrungen in jüngeren Jahren gemacht ¨C hat das nicht heute jeder mal probiert? ¨C, aber mir persönlich bringt es nichts. Das letzte Mal als ich versuchte, eine Bong zu rauchen, verbrachte ich den halben Tag vorm Klo. Das machte nicht wirklich Lust auf mehr!
Wenn in einer Beziehung einer kifft und einer nicht, dann braucht es klare Regeln. Wir haben von Anfang an immer klare Abmachungen vereinbart, an die mein Freund sich halten muss. Schon weil wir ein kleines Kind haben. Wir haben z.B. beide eine eigene Wohnung und alles was mit Drogen zu tun hat, muss mein Freund in seiner Bude tun. In meiner Wohnung werden nämlich nicht mal Zigaretten geraucht.

In einer Partnerschaft sollte man nicht versuchen, den anderen zu verändern, sondern ihn so nehmen, wie man ihn kennengelernt hat. Und das habe ich auch nie versucht. Das macht mein Freund mit sich von ganz alleine! Für mich ist es z.B. immer wieder unangenehm, wenn er zu uns kommt und nach Gras oder nach Hasch riecht, daher wäscht er sich danach gleich die Hände und putzt sich die Zähne. Jetzt werden einige Leser denken „nun übertreibt sie“, aber ich habe ein kleines Kind und das soll die Kifferei nicht mitbekommen.

Das klingt jetzt vielleicht so, als hätte ich was dagegen, dass mein Freund oder andere Menschen kiffen, aber so ist es nicht. Klar muss ich Hanfgeruch nicht in meiner Nähe haben, aber ich weiß, dass es für viele Menschen positive Effekte hat. Manchem hilft es gegen Schmerzen, andere machen es einfach nur, weil ihnen das „Breit sein“ gefällt ¨C was soll ich da sagen. Mein Freund kifft ja auch nicht wirklich viel. Ich habe da schon weitaus Schlimmeres gesehen.

Als ich ihn damals kennengelernt habe, war es schon abschreckend zu wissen, dass er kifft. Daher dauerte es eine Weile bis wir zusammenkamen. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, damit zu leben und heute macht es mir fast nichts mehr aus. Es nervt nur, wenn wir mal wieder sehr viel Besuch bekommen.
Wenn mich Leute fragen, was das Schlimmste daran ist, dass mein Freund kifft, dann sage ich: Die jeden Tag neue Angst, dass er von der Polizei heimgesucht wird und sie ihn mitnehmen. Das wäre für mich das Schlimmste, was passieren könnte. Ich mein´, wir haben schließlich eine Familie zusammen und das müsste doch eigentlich wichtiger sein, als ein doofes Verbot, dass eh nicht funktioniert!

Wir beide hoffen, dass es niemals zu so etwas kommt. Mein Freund kifft und er steht nun mal zu dem was er tut. Und egal was passiert, ich würde immer hinter ihm stehen. Deshalb bin ich dafür, dass Cannabis legalisiert wird, denn die 40 Jahre Hanfverbot sind längst genug. Ich bin für Arbeitsplätze, für Medizin, für Steuern und gegen Kriminalität - und deshalb gehe ich dieses Jahr eben auch auf die Hanfparade!
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