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Die häufigste Frage

im Hanf Museum
Publiziert am: 12.07.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Rolf Ebbinghaus - Direktor Hanfmuseum
Mittendrin im Hanfmuseum

Das Hanf Museum ist eine ständige Ausstellung rund um die Pflanze Hanf mitten in Berlin. Auf fast 300 Quadratmeter wird alles über die alte Kultufpflanze darstellt. Beginnend mit der Botanik über Anbau und Weiterverarbeitung bis hin zu den verschiedensten Produkten zeigt das Hanf Museum historische und aktuelle Verwendungen der alten Kulturpflanze Hanf. Schon seit über 17 Jahren existiert dieses bundesweit einzigartige Hanf Museum.

Berliner und Stadtbesucher kommen ebenso wie Schüler-, Azubi- und Erwachsenengruppen - den typischen Hanf Museums Besucher gibt es nicht. Und trotzdem, die mit Abstand am häufigsten gestellte Frage ist:
„Gibt es hier etwas zu kiffen?“

Natürlich müssen wir diese Frage verneinen ¨C selbst, wenn Cannabis nicht kriminalisiert wäre. Das Hanf Museum ist ein Museum und kein Verkaufsladen.

Nichtsdestotrotz brennt vielen die Frage auf der Zunge. Besuchen mehrere Gäste das Museum, egal ob alt oder jung, ob Männer, Frauen oder gemischte Gruppen, es findet sich immer jemand, der sich diese Frage nicht unterbinden kann. Gleich zu Beginn einer jeden Führung schallt es aus der zweiten oder dritten Reihe: „Was kann man hier denn Kiffen?“ oder „Kann man das rauchen?“

Bei Erwachsenengruppen reicht es meist für ein Schmunzeln, bei Schülern ist der strafende Blick des Lehrers sicher.
Erstaunlich, dass das Verhalten einer Gruppe relativ altersunabhängig ist. Selbst Senioren verhalten sich oft wie junge Schüler. Flüstern, Tuscheln, etwas albern sein - was bei 15jährigen normal ist, scheint selbst bei 65jährigen wieder zu erwachen, wenn sie eine Führung durch das Hanf Museum bekommen. Meist nehmen die ‚Gruppenclowns‘ die Fragen selbst nicht ernst - jeder weiß doch, dass Hanf verboten ist. Die Resonanz auf derlei Scherze spiegelt das Niveau der Gruppe wieder.

Anders ist es bei Einzelbesuchern. Gäste, die fremd in der Stadt sind, haben keine Anlaufstelle und keine Schwarzmarktkenntnisse, die den Wunsch nach genießbarem Hanf erfüllen könnten. So wenig wie ein Reisender aus Berlin den Schwarzmarkt in London, Paris oder Madrid kennt, so wenig kennt im Normalfall ein Berlinbesucher die hiesigen Verhältnisse. Also muss man fragen - und was ist da näherliegend, als im Hanf Museum zu fragen.

Es gibt jede Menge Wirtshäuser und Kneipen, auch im Nikolaiviertel in Berlin-Mitte, wo sich das Hanf Museum befindet. Rechts und links vom Hanf Museum laden Restaurants zu Essen und Trinken. Bierwerbung prangert an den Häusern und die Aushänge offeriern ein breites Angebot verschiedener Biersorten, Schnäpse und Liköre. Dort fragt man nicht nach Cannabis. Vor dem Hanf Museum hingegen hängt ein riesiges Hanfblatt - wäre doch unklug, woanders zu fragen.

Wir müssen unsere Gäste dahingehend enttäuschen.
Im Hanf Museum selbst wäre eine Cannabisabgabe ohnehin nicht sinnig, trotzdem würden wir den Fragenden gern die eine oder andere Stelle nennen können, wo es genießbaren Hanf gibt, ohne gleich in die Fänge der Polizei zu geraten. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat in seiner Weisung von 1994 den Bundesländern die Einrichtung von Abgabestellen empfohlen, doch seit über 18 Jahren blockiert die Politikerkaste die Umsetzung dieser höchstrichterlichen Empfehlung.

Das ‚Quäntchen‘ mehr an persönlicher Freiheit - wohin die Weisung des BVerfG‘s ziehlte - wird vom Großteil der Politiker ausgebremst oder gar ins Gegenteil verwandelt. Anstatt die Diskussion auf den Boden der Tatsachen zu bringen, wärmen sie, unterstützt von reaktionären Medien, die alten Lügen vom ‚Mörderkraut‘ bis zur ‚Einstiegsdroge‘ immer wieder auf und versuchen so das unsinnige Verbot mit (Schein-)Argumenten zu festigen.

Da verwundert es nicht, dass Hanf auf seinen Rauschaspekt reduziert wird.

Dass diese Reduzierung dem Hanf nicht gerecht wird, ist der wesentliche Grund für die Existenz des Hanf Museums. Hanf ist ein Rohstoff mit über 80% für den Menschen nutzbare Biomasse. Hanf kann die gnadenlose Ausbeutung fossiler Rohstoffe eindämmen. Hanf kann vielen kranken Menschen helfen, Leiden zu kurieren. Und hier beginnen die interessanten Fragen unserer Gäste: „Wie wird die Hanfpflanze zu einem Seil?“, „Wie gewinnt man das Hanfsamenöl, und wie verwendet man es weiter?“, „Welche Krankeiten lassen sich mit Hanf lindern?“ Die wirklich interessanten Fragen der Gäste zielen auf Hanf als Rohstoff, auf die Fasernutzung und die Verwendungsmöglichkeiten der Hanfschäben, der Samen, auf medizinische Anwendungen und und und - doch das Verbot behindert sämtliche konventionelle Nutzungen des Hanfes und stilisiert den Hanfrausch zu einem surrealen Abenteuer, das alle anderen Verwendungsmöglichkeiten des Hanfes unwichtig erscheinen lässt.

Solange Hanf verboten ist, wird es immer Lacher geben wenn jemand fragt: „Gibt‘s hier was zu Kiffen?“

Hanf Museum Berlin
Mühlendamm 5, 10178 Berlin-Mitte
Öffnungszeiten:
Di-Fr: 10-20 Uhr
Sa/So: 12-20 Uhr
Montags Ruhetag
www.hanfmuseum.de
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