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München fayert erfolgreichen Hanftag

Als im Frühling ein kleines Team verkündete, einen Hanftag in der bayerischen Höhle des Löwen, in München, zu veranstalten, bestand das Echo im Wesentlichen aus Befürchtungen. Die Angst vor einem massiven Polizeieinsatz und (daraus resultierend) verschwindend kleinen Teilnehmerzahlen war groß. Zum Glück kam alles ganz anders.
Publiziert am: 01.08.12 - Medienformen: Medienform Text


Am Morgen des 7. Juli sah es noch nicht nach einer gelungenen Hanfdemo aus. Wolkenverhangen präsentierte sich Bayern nicht gerade von seiner blau-weißen Schokoladenseite. Die Vorfreude in den Augen der am Hanftag-Startort Stachus (Karlsplatz) versammelten Helfer konnte dies indes kaum trüben. Nach Monaten der Vorbereitung und gerade in der Endphase manch durchwachter Nacht, wollte man heute endlich zeigen, dass sich auch Bayern wehren können.
Bis zur Auftaktkundgebung wurde es auf dem Stachus merklich voller. Auch die Polizei war inzwischen eingetroffen. Allerdings nicht, wie nach den Erfahrungen beim Hanftag in Berlin befürchtet, zum Schikanieren sondern gerade einmal mit einer knappen Handvoll Beamter, die sich höflich im Hintergrund hielten und ihren Einsatz auf das organisatorische Minimum beschränkten. Viel zu tun hätte es auch nicht gegeben, die zu diesem Zeitpunkt rund 200 Teilnehmer waren den Bitten des Orgateams gefolgt und blieben für die Demostunden weitgehend „hanffrei“.
Spätestens als Stefan Raabs „Gebt das Hanf frei!“ durch Münchens Fußgängerzone schallte und den Beginn der Veranstaltung hörbar machte, fragte sich auch die Masse an Touristen, was hier wohl los sei und so vergrößerte sich der Hanftag noch einmal um einige Dutzend interessiert blickende Gesichter.

Zunächst ergriff Hanfaktivist, Versammlungsleiter und Tagesmoderator Steffen Geyer das Mikrofon. Höhepunkt seiner gewohnt kämpferischen Rede war öffentliches Einüben zweier Sprechchöre, von denen „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns das Ganja klaut!“ eindeutig auf die größte Zustimmung stieß. Der laut Steffen für den „OttMob Hannover“ erfundene Slogan wurde schnell zum heimlichen Motto des Hanftags und sollte den Demonstrationszug den ganzen Tag begleiten.

Mit Musik von Isar Bass und Reden von Dominic Lehmann (Die Linke) sowie Dimitra Kostimpas (Grüne Jugend) verging die Startkundgebung wie im Fluge und es war Zeit, die erste Hanfdemo Münchens in Bewegung zu versetzen.
Zum Glück traf der von Fyah T und Green Foundation Sound musikalisch betreute Paradewagen gerade noch rechtzeitig ein und die auf gut 300 Hanfbegeisterte gewachsene Menge konnte loslegen.

Angeführt vom Cannabus ging es zur Regierung von Oberbayern. Auch die Sonne hatte inzwischen ihren Job getan und den Himmel vom in diesem Sommer allzuoft gesehenen grau-in-grau befreit. Bei bestem Demowetter ergriff Emanuel Kotzian (u.a. Herausgeber des Hanf Journals) auf der Zwischenkundgebung das Wort. In seiner Rede forderte er die Menge auf, anlässlich des bevorstehenden Oktoberfestes für drei Wochen auf den Verzehr von Bier zu verzichten. Würden dies alle bayrischen Hänflinge tun - so Emmi - stünde den Brauern der Angstschweiß auf der Stirn. Und mit deren so erzwungener Unterstützung sei die Legalisierung nur eine Frage von Wochen statt von Jahren. Florian Deissenrieder (Piraten Bayern) wollte sich dieser optimistischen Prognose indes nicht anschließen und warb stattdessen dafür, bei den im kommenden Jahr anstehenden Landtagswahlen jenseits der etablierten Parteien sein Kreuz zu machen.

Weiter ging es zur Bayerischen Staatskanzlei. Hier schilderte Steffen zunächst, welches Verschleierungshickhack der amtierende Ministerpräsident des Landes Horst Seehofer in seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister in Sachen Hanf betrieb. Danach erklärte Tarek Mantaoglu in einem öffentlich vorgetragenen Brief seinen Eltern, warum er trotz Hanfkonsums ein guter Sohn sei.

Im Anschluss zog der auf (laut Polizeisprecher) inzwischen auf rund 550 Personen angewachsene Demozug zurück zum Stachus, um dort mit Reden von Christoph Rossner (Piraten Bayern) und Maximilian Plenert (akzept e.V.) bei gepflegten Reggaeklängen eine Abschlusskundgebung zu feiern. Sechs Stunden Hanftag waren ohne polizeilich verfolgte Btm-Delikte oder größere Zwischenfälle vorbei und die Organisatoren schwankten zwischen Erschöpfung und Stolz.
Mit so großer Resonanz und damit, dass Legalisieren so viel Spaß machen kann, hatten nur die wenigstens gerechnet. Es war gelungen, das Demomotto „Hanf in Bayern – friedlich fayern“ auf den Straßen der Landeshauptstadt Realität werden zu lassen.

Am 7. Juli 2012 fand in München zum ersten Mal eine überparteilich organisierte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel statt. Die „Hanftag“ genannte Veranstaltung sah sich in der Tradition der Berliner Hanfparade und war Teil der Cannabiskultour. Organisiert wurde der Hanftag München von einem kleinen Team, das fehlende Demoerfahrung durch persönliches Engagement ausgleichen wollte und sich mit Steffen Geyer für Behördenkommunikation und Pressearbeit einen Orgaprofi mit an Bord geholt hatte.

Ihr Erfolg läßt das Team schon jetzt von weiteren Projekten träumen. Interessierte können sich auf der Hanfparade oder der Webseite des Hanftags über anstehende Aktionen informieren - hanftag-muenchen.de



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