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Unsere neue Rubrik: Hanfsport

„Langsam habe ich das Gefühl,
dass ich mit meinem linken Fuß mehr anfangen kann,
als nur Bier zu holen.“
(Thomas Müller, Fußballspieler)
Publiziert am: 07.08.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Roly
Roly macht nun auch Leibesübungen - siehe BalanceSwing DVD...haha

Zu diesem originellen Gefühl gratulieren wir Ihnen ganz herzlich, Herr Müller. – Ja, wie schon länger angedacht und redaktionsintern oftmals diskutiert, fehlt dem Hanf Journal noch eine Sport-Rubrik. Und eigentlich fackeln wir da nicht lange, vor allem wenn es um das Abfackeln von Sportzigaretten geht. „Es lebe der Sport“, jodelte schliesslich schon Rainhard Fendrich und der muss es ja wissen.

Eine Anfrage an den DFB (für den ambitionierten Bong-Weitwurf-Profi: das ist der Deutsche Fußball-Bund) bezüglich Alkohol und Gewaltprävention während der gerade zurückliegenden, für mich persönlich recht unspektakulären Europameisterschaft, wurde auch nach mehrmaligem Nachfragen per Mail und Telefon leider noch immer nicht beantwortet, daher werde ich in diesem kleinen Spocht-Dossier mal ein wenig darüber referieren, wie der DFB zu der Thematik wohl zu stehen scheint. Hier und da wird auch das Thema Doppelmoral kurz angerissen, wenn’s recht ist.
Auf der Webseite des DFB unter dem Stichpunkt Training und der Überschrift „Alkohol kann, muss aber nicht“ las ich folgendes: „Alkohol fördert die Geselligkeit durch seine berauschende Wirkung, kann aber zu abstoßendem Verhalten und Sucht führen. Niemand darf genötigt werden Alkohol zu trinken. Alkoholfreie Getränke sollten immer in ausreichender Menge bereitgestellt werden.“ Das klingt doch schon mal recht vorbildlich, aber wie es in der Praxis aussieht, wissen wahrscheinlich die meisten von uns. Diese Mündigkeit, die man hier dem geneigten Alkohol-Konsumenten zuspricht, hat der meist in Stadien randalierende Kiffer natürlich nicht.

Jetzt mal im Ernst: Bekiffte Fans sind doch erfahrungsgemäß wesentlich friedlicher als besoffene. Rückblickend auf die EM 2000 hatten bereits die Niederländer sehr gute Erfahrungen damit gemacht, da die (meist britischen) Hooligans nach einem Coffeeshopbesuch viel zu stoned waren, um sich die Köpfe gegenseitig einzuschlagen. Vier Jahre später gab es in Portugal sogar eine Anweisung an die Polizei, kiffende Fans nicht zu belästigen, das Alkoholverbot hingegen wurde strengstens überwacht. Dass es bei dieser EM kaum Ausschreitungen gab, haben wir alle registriert. Und dass sich bei der WM 2010 in Südafrika viele Fans nicht nur eine Vuvuzela ins Maul gesteckt haben, da seit dem Alkoholverbot in den Stadien noch mehr „Dagga“ gekifft wird als vorher, entlockte uns ein noch viel grösseres Schmunzeln.

Aber zurück zum DFB: Seit September letzten Jahres unterstützt der DFB die Initiative „Alkoholfrei Sport genießen!“, eine Aktion, mit der der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bis Ende diesen Jahres bundesweit Sportvereine ansprechen möchte. Damit folgt der DFB der Einschätzung zahlreicher Expertisen, die besagen, dass der Sport und damit auch der Fußball präventiv gegen jede Art von Sucht wirken. Man möchte „Wissen verbreiten, für das Thema sensibilisieren, Bewusstsein schaffen.“ Klingt alles ganz gut bzw. finde ich das Motto wesentlich glücklicher gewählt als die damalige Kampagne „Keine Macht den Drogen“.

In einem Interview mit Frau Prof. Dr. Elisabeth Pott sagte die Direktorin der BZgA im letzten Jahr: „Insgesamt beobachten wir in den vergangenen Jahren einen Rückgang beim Alkoholkonsum Jugendlicher. Dabei stimmt aber auch, dass ganz bestimmte Jugendgruppen leider nach wie vor ganz besonders viel Alkohol trinken. Junge Männer etwa trinken deutlich mehr Alkohol als junge Frauen. Bei 18 bis 21-jährigen Männern liegt der durchschnittliche Wert bei 111 Gramm reinem Alkohol pro Woche, das entspricht 2,75 Liter Bier pro Woche. Entscheidend ist bei Jugendlichen auch das Gruppenverhalten, der Freundeskreis hat hier einen wesentlich größeren Einfluss als auf Erwachsene. Ganz klar möchte ich aber auch unterstreichen, dass wir hier keine Abstinenzkampagne betreiben. Wir rufen nicht dazu auf, keinen Alkohol zu trinken. Es geht uns um den verantwortlichen Umgang mit Alkohol.“

Ja, genau diesen verantwortlichen Umgang würde man sich für andere Drogen auch wünschen. Wir Leistungssportler vom Hanf Journal wissen doch auch um unsere Vorbildfunktion und lehnen jede Form von Dogma strikt ab. Daher plädieren auch wir nicht für ein striktes Alkoholverbot in deutschen Stadien. Was würde das auch bringen, wenn sich einige „Fans“ dann halt eben beim Warm-Up zuvor vermutlich umso heftiger abschiessen. Bei allem geht’s immer um Mündigkeit, Aufklärung und Verantwortung, und ein Traum wäre es doch, wenn jeder Stadiongast nach (!) dem Spiel sein Bierchen schlürfen darf und während des Spiels einfach von der Security ein Tütchen gereicht bekommt. Nur so als Idee …

Unsereins „freut“ (bei dem Rumpelfußball, der in der 2.Bundesliga so gepflegt wird, ist der Begriff natürlich relativ) sich nun auf die neue Saison. Während der feine Herr Redaktionschef wohl eher blau-weissen Rauch ins Stadion blubbert (und wir reden hier ganz gewiss nicht von der ollen Hertha, sondern von Herne-West, auch gerne „Meister der Herzen“ genannt), fiebert meine nicht-rheinische Frohnatur mehr mit Stanislawski und seiner rot-weissen Gurkentruppe mit, die lieber als Karnevals- denn als Fahrstuhlverein betitelt werden möchte. Bei den beiden Auswärtsspielen in der Hauptstadt werde ich da zwischen Olympiastadion und der Alten Försterei auch sicherlich wieder einige Erfahrungen sammeln dürfen, wer mit den (un)nötigen Promillen auf zwei fest eingeplante Siege des ruhmreichen 1. FC Köln nicht klarkommt. Kann ja nicht sein, dass einem da grundlos das Gesicht saniert wird, nur weil man die Droge Alkohol mal wieder im Übermass in sich reingeschüttet hat. Und ja, ich weiss auch, dass viele der Geissböcke keine braven Lämmer sind, auch wenn ein Gaffel Kölsch nicht so dumm knallt wie ein Berliner Pils. Aber hey – es ist ja gesellschaftliches Problem, auch wenn es sich im Fußball leider besonders bemerkbar macht. Wie auch immer: ein Spiel dauert oftmals 90 Minuten, eine Leberzirrhose geht meist in die Verlängerung …

Wir sind gespannt, ob die tolle DFB-Kampagne Früchte trägt und werden hier in unregelmässigen Abständen, je nach Wert der Neuigkeit, ein paar schriftliche Leibesübungen zum Besten geben. Sport frei!
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