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Der Boss 'ne kleine Nummer

Die großen Nachrichtenagenturen als "embedded journalists" im Drogenkrieg
Publiziert am: 08.08.12 - Medienformen: Medienform Text

Seit 2006 starben in Mexiko über 55.000 Menschen an den Folgen der Prohibition

Wenn Deutsche Medien die staatlichen Propagandameldungen der Regierung Mexikos wieder mal unkritisch übernehmen, stecken fast immer die Nachrichtenagenturen "dapd", "dpa" oder "Reuters" hinter der urspünglichen Meldung.
So wurde gestern wieder über die Verhaftung eines Drogenbosses in Mexiko berichtet, der zu den "berüchtigsten und gefährlichsten Gangstern" des Landes gehöre.

Schaut man auf die Liste der 37 meist gesuchten "Bosse", so sucht man den verhafteten Eliot Alberto Radillo allerdings vergeblich. Bei der DEA zählt Radillo ebenso nicht zu den gesuchten Drahtziehern im mexikanischen War On Drugs.
Auch bei wikipedia wird der Verhaftete nicht als Mitglied in der Führungsriege des gerade aufkommenden "New Jalisco Kartells" genannt, dem er angehört haben soll. Das New Jalisco Kartell ist relativ neu, agiert im verhältnismäßig reichen Bundesstaat Jalisco im Westen Mexikos und gilt als eine Art Ableger und Verbündeter des mächtigen Sinaloa-Kartells.
Eigentlich taucht "El Pancho" erst nach seiner Verhaftung als Drogenboss in den Medien auf.

Echte Erfolge gibt es hingegen im Drogenkrieg nicht zu vermelden, ganz im Gegenteil: Trotz der massiven Verhaftungswelle und zahlreichen Exekutionen geraten immer mehr Bundesstaaten wie das bisher relativ friedliche Jalisco in den Einflussbereich der Kartelle.
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