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Danke taz!

Klischeehafte Darstellung der Hanfparade als Steilvorlage für Rechts-ein Kommentar
Publiziert am: 15.08.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Kimo
Bereitet Sorge: Die Berichterstattung der "taz" zur Hanfparade


Die "tageszeitung" kann durchaus anders, wenn sie will, aber leider berichten auch Redakteure wie Frank Sorge über Drogenpolitik. Sein Bericht zur Hanfparade besticht durch den undiffenzierten und Klischee behafteten Unterton, der ihm von der ersten bis zur letzten Zeile anhaftet:

"Viele Demonstranten sind es auch noch nicht, 13 Uhr am Wochenende entspricht nicht ganz den Gewohnheiten eines Kiffers."

Heisst: Kiffer sind antriebslos

oder

"Warum gehen nur noch ein paar tausend zur ältesten deutschen Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Medizin und Genussmittel"

Heisst: Der taz-Autor hat keine Ahnung und war mindestens seit sieben Jahren nicht mehr auf der Hanfparade, denn das war die größte Parade seit 2005. Fazit: Es kommen endlich wieder mehr.
Vor 2005 sind mehr Leute gekommen, weil die Polizei damals die Teilnehmden nicht gefilzt hat eine würdige Abschlussveranstaltung, die seitdem unter immer neuen Vorwänden von der Berliner Versammlungsbehörde verhindert wird, noch legal war.

oder

"Ein anderer Freund hat mir allerdings geraten, nichts zur Demo mitzunehmen. Der richtige Aktivist mache das danach, belehrte er mich. Als ich ihn später treffe, lächelt er breit und reicht an Mitdemonstranten den deutlichen Beleg dafür herum, dass er nicht willens war, seinem eigenen Rat Folge zu leisten."

Heisst: Die halten sich vor lauter Gier nicht an die selbst auferlegten Regeln.

Der Artikel alleine, der die eigentliche Problematik der Hanfprohibition und deren Folgen mit keinem Wort erwähnt, wäre keinen Kommentar wert, schließlich glänzt die "tageszeitung" immer wieder mal mit dem Unwissen ihrer Mitarbeiter/innen in Sachen Drogenpolitik.

Diesmal allerdings kann sie recht stolz darauf sein, islamophoben Rechtspopulisten mit dem Klischee "Kiffer pennen bis mittags" und "alle waren breit" eine Steilvorlage gegeben zu haben, die die Islamhasser und Sarazin-Verehrer daraufhin gerne verwerten, um die Hanfaktivisten rund um Steffen zu diffamieren. Eigentlich beschimpft und diffammiert das rechtsradikale Internetportal die "taz" regelmäßig, diesmal dient die alternative Tageszeitung dem radikalen Gedankengut gar als Quelle zur Hanfaktivisten-Hetze.

Deshalb sollte sich Frank Sorge mal überlegen, ob das Wachsen einer Demonstration während und kurz nach der Auftaktkundgebung ein Hanf-spezifsches Langschläfer oder eher ein allgemeines Phänomen ist. Gerade als Berliner kennt man das eigentlich: Jede Demo hat eine Auftaktkundgebung, in deren Verlauf immer mehr Teilnehmende dazustoßen. So wie bei der Hanfparade vergangene Woche auch.

Sorge, von Hause aus eigentlich ein begnadeter Lyriker, hat eine schön lesbare, handwerklich vortrefflich ausgearbeitete Geschichte über Dauerkiffer und Klischees verfasst, in der die Hanfparade 2012 auch mal erwähnt wird. Mit der Berichterstattung über eine der größten Demos, die Berlin 2012 gesehen hat, hatte das lyrische Meisterwerk des "Browserboys" allerdings recht wenig tun.

Wer mit solch hanebüchenen Klischees arbeitet, sich hingegen kaum mit den Inhalten beschäftigt hat, sollte lieber vom Bierfest im Bezirk Friedrichshain berichten, da kann nicht viel schiefgehen. Auch das mit den Rechtspopulisten nicht.



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