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Exportschlager Heroin

Stimme Russlands wirft Bundeswehr Untätigkeit vor
Publiziert am: 17.08.12 - Medienformen: Medienform Text

Heroin aus Afghanistan Foto: Counter Narcotics Police of Afghanistan (CNPA)/ Hirat

Nachdem Pakistan die Nachschubwege für die NATO aufgrund wiederholter Attacken US-amerikanischer Drohnen zeitweise geschlossen hielt, wurde ein großer Teil des Kleinen Grenzverkehrs über die afghanisch-tadschikische Grenze abgewickelt, wo auch die Bundeswehr stationiert ist.
Der Nachfolger von Radio Moskau, die staatlich finanzierte "Stimme Russlands" wirft den Bundeswehrsoldaten jetzt vor, mitverantwortlich für den zunehmenden Drogenschmuggel nach Tadschikistan zu sein:

"Die NATO-Truppen übernahmen ursprünglich keine Verantwortung für die Drogenbekämpfung, die zur Verschlechterung der Beziehungen mit der örtlichen Bevölkerung führen kann. Deshalb wollen sie das nicht. Doch es gibt auch die Vermutung, dass die afghanische Wirtschaft auf Drogengeld sehr angewiesen ist, so dass die westlichen Truppen keine Schwächung der Wirtschaft wollen, denn dadurch können Probleme entstehen. Was die deutschen Truppen betrifft, zogen sie sich im vergangenen Jahr in ihre Stützpunkte zurück und wollten das, was dort geschah, gar nicht wahrnehmen. Selbst die bewaffnete Auseinandersetzung in Badachschan hatte mit Drogenhändlern zu tun. Afghanischen Massenmedien zufolge werden gerade in diesem Gebiet Drogen gegen Waffen eingetauscht.[....]
Die deutschen Truppen ignorieren tatsächlich den Beschluss des NATO-Gipfels in Budapest von 2008 über die Teilnahme an der Drogenbekämpfung in Afghanistan. Diese Resolution sieht zwar keine Vernichtung von Mohnsaat vor – das ist ja eine Angelegenheit der afganischen Polizei. Aber die internationalen Truppen haben die Verpflichtung übernommen, Drogenlieferungen abzufangen und Drogenlabors zu vernichten. Doch der deutsche Kontingent verhält sich sehr passiv.[...]"
.

Beweise für die Anschuldigungen bleibt die "Stimme Russlands", anders als der NDR vor zwei Jahren, jedoch schuldig. Der NDR darf die damals erhobenen Vorwürfe gegen eine Düsseldorfer Logistfirma aufgrund eines Urteils der Pressekammer des Hamburger Landgerichts allerdings nicht wiederholen.
Unserer Redaktion liegt eine e-Mail eines ehemaligen Bundeswehrsoldaten von 2011 vor, der uns seine Erlebnisse in Afghanistan später telefonisch bestätigte, jedoch anonym bleiben möchte:

"Ich war 1999 bis 2003 als Unteroffizier / Stabsunteroffizier bei der Deutschen Bundeswehr undwar zwei mal in Afghanistan. Ich kann zwar nicht bestätigen, dass Drogen mit Bundeswehr Maschinen nach Deutschland gebracht würden. Aber wir haben afghanische Konvois gesichert, die braune, gelbe und Perlmutt weiß Päckchen geladen hatten. Das mussten wir mehrfach durchführen, nach dem ich einmal mich ein afghanischen LKW genährt hatte, wurden die sonst immer bekifften afghanischen Sicherheitskräfte doch sehr wach. Die Konvois gingen meist beladen von der Region Kabul bis nach Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan. Aber es würden auch andere Transporte mit Waren aus China (meist Chemikalien) nach Faisabad und dann weiter nach Jalalabad eskortiert. Nach dem ich meine Bedenken meinen damaligen Vorgesetzten geäußert hatte hieß es 'ich solle mir keine Sorgen machen, das wäre alles im Rahmen des Wiederaufbaus Afghanistans.' “

Bei den Chemikalien aus China handelte es sich wahrscheinlich um Essigsäureanhydrid, den Grundstoff zur Heroingewinnung.
Wir wissen trotz intensiver Recherche selbst nicht so genau, wie die 90 Prozent der weltweiten Heroin-Produktion nach Europa und Übersee kommen, eines ist jedoch offensichtlich: Ohne das Wegschauen der NATO-Truppen und anderer Verantwortlicher wäre es kaum möglich, dass die ganze Welt mit Heroin aus einem Land beliefert wird, in dem mehr westliche Soldaten, Sicherheits-, Logistik- und Aufbaufirmen stationiert sind als auf irgend einem anderen Fleck der Erde. Solch immense Mengen können auch kaum von kleinen Schleppern außer Landes gebracht werden. Da drängt sich die Frage, wer, außer den Organisationen und Firmen, die die Kriegslogistik im Lande organisieren, überhaupt die Möglichkeit hätte, solch immense Mengen an Drogen zu tarnsportieren, förmlich auf.



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