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Ohne Wietpas....

....wird es auch nicht besser:
Zutritt zu Coffeeshops soll beschränkt werden
Publiziert am: 05.11.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Michael Knodt
Amsterdam und Utrecht bleiben für Touristen erst einmal offen, der Rest ist unklar

Wer die Abschaffung des „Wietpas“, die jüngst in den Koalitionsverhandlungen zwischen VVD und PvdA beschlossen wurde, als Sieg der Coffeeshop-Szene feiert, hat sich wohl zu früh gefreut.
Langfristig sollen die Coffeeshops der Niederlande nur noch dort gemeldete Personen bedienen, wobei ein einfacher Auszug aus dem Melderegister reichen soll, um Zutritt zu einem Coffeeshop zu erlangen . Was sich für Einheimische dann als unproblematisch erweisen könnte, wäre für Touristen ein Desaster. Allerdings lässt die neu vereinbarte Regelung aufgrund der Formulierung „lokale Anpassungen seien möglich“ auf ein wenig Spielraum hoffen. Die Bürgermeister von Amsterdam und Ütrecht haben bereits angekündigt vorerst alles so zu belassen, wie es ist. Die grobe Richtung ist hingegen klar: Coffeeshops sollen langfristig nicht mehr als Puffer der verfehlten Drogenpolitik Deutschlands, Frankreichs und dem Rest der Welt dienen, in denen Prohibitionsopfer aus der gesamten EU mal die Diskriminierung, die sie zuhause erfahren, für ein paar Tage vergessen dürfen. Ob man das als deutscher oder belgischer Kiffer gut oder schlecht findet, wird nichts an der Situation ändern. Die Niederländer/innen haben mit der Wiederwahl von Mark Rutte auch gegen eine in ihren Augen zu liberale Cannabispolitik gestimmt.

Jammern wird jetzt also nicht mehr weiterhelfen, wir müssen in Deutschland jetzt umso mehr sehen, dass es voran geht. Wir sind gerade am drogenpolitischen Scheideweg, die nahe Zukunft und somit auch die kommende Bundestagswahl werden entscheiden, ob wir es Ländern wie Tschechien, Portugal, Österreich oder Spanien gleich tun, indem schrittweise eine echte Entkriminalisierung der Konsumenten und Kleinstgärtner/innen stattfindet.
Oder werden wir Staaten wie Schweden, Polen, Norwegen oder Slowenien zum Vorbild nehmen, die weiterhin auf dem illusorischen Abstinenzdogma bestehen und Konsum akzeptierende Ansätze selbst bei Cannabis komplett ablehnen? Das Thema wird trotz der ignoranten Haltung beider „Volksparteien“ in den Medien viel häufiger kritisch beleuchtet und kommentiert als es noch vor Jahresfrist der Fall war. Das selbstbewusste, erfolgreiche und vor allen Dingen seriöse Auftreten der US-amerikanischen Hanfaktivsten der zweiten und dritten Generation, fast 60.000 Tote allein in Mexiko, von der NATO bewachte Mohnfelder in Afghanistan oder auch reihenweise zu Unrecht eingezogene Führerscheine zeigen mittlerweile auch bei uns Wirkung, selten zuvor war der Ruf nach einer Richtungsänderung in der Drogenpolitik lauter als das im Moment der Fall ist: Die Bundeskanzlerin muss innerhalb weniger Monate zweimal über Gras reden, Piraten, Grüne und Linke positionieren sich immer eindeutiger, in der FDP rumort es nach Lindners Joint (siehe Kasten) und selbst in der SPD bröckelt es in Sachen „Zero Tolerance“ ganz langsam, auch wenn man sich noch sehr schwer tut, einmal Beschlossenes umzusetzen, so wie es in Schleswig-Holstein zur Zeit bei der „Geringen Menge“ der Fall ist. Doch auch die Gegner sind, besonders in Deutschland sehr mächtig denn sowohl die Pharma- als auch die Alkohol-Lobbyisten arbeiten hinter den Kulissen mit finanziellen Mitteln, von denen der Deutsche Hanf Verband nicht einmal zu träumen wagt, hart am Fortbestand der Prohibition. Die Hanfparade in Berlin sowie zahlreiche, andere Legalisierungsveranstaltungen haben 2012 beweisen, dass es auch in unserer Republik ein riesiges Potential und auch die Möglichkeiten gibt, mehr zu tun als alle fünf Jahre das Kreuz an der vermeintlich richtigen Stelle zu machen. Ein Blick über den großen Teich zeigt, wie es funktionieren könnte.

Die USA beweisen gerade, was passiert, wenn Drogenpolitik durch engagiertes und seriöses Auftreten der Beteiligten ein Teil des bürgerlichen Protests wird: Sechs Bundesstaaten stimmen am Tag der Präsidentschaftswahl über die legale Verwendung von Cannabis zu medizinischen oder zu Entspannungs-Zwecken ab und die Chancen stehen überall ausgezeichnet. Dort haben aufgrund der medialen Präsenz des Themas bereits viele verstanden, dass Hanfverbot und Drogenkrieg nicht dazu dienen, die Bevölkerung vor Schäden zu schützen, sondern viel mehr Unheil anrichten, als das ein regulierter Cannabismarkt je könnte.
Passend hierzu meldete die dapd Ende Oktober, dass in Deutschland massiv Drogengelder gewaschen werden, seit es der Mafia in Italien erschwert wird, ihre Gewinne zu legalisieren. Genau aus diesem Grunde geht es nicht nur um den legalen Feierabend-Joint, sondern die Grundwerte unserer Gesellschaft. Die Geschichte hat bewiesen, das Korruption viel mehr zu zerstören vermag, als Hanf es je vermocht hat.

Mehr aktuelle Infos zum Wietpas findet Ihr unter: keinwietpas.wordpress.com
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