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Und nochmal Weed und andere Psychedelika

Mischkonsum, die Zweite: Psychonaut Paul ist zum wiederholten Mal der Erklärbär
Publiziert am: 06.11.12 - Medienformen: Medienform Text

Falsch betriebener Mischkonsum kann fatale Folgen haben

In der Septemberausgabe des Hanf Journals hatte ich euch den Psychonauten Paul vorgestellt. Paul ist ein sehr erfahrener Seelenkosmonaut, der schon ungezählte Male im Hyperspace des eigenen Bewusstseins gereist ist, der die Landkarte der so genannten schamanischen Wahren Wirklichkeit in sämtliche Richtungen befahren hat, und der jede Menge psychoaktive Kombos getestet hat. Heute erzählen wir euch von weiteren Formen des Mischkonsums – immer auf der Basis der Cannabiserfahrung und der Fragestellung folgend: Wie verändert sich die psychotrope Hanferfahrung unter Einfluss der diversen Psychoaktiva?

Safe Use
Der erste Teil dieser Ausführungen ist bei euch gut angekommen, deshalb wollen wir diesmal keinesfalls versäumen, euch ein ausführliches Safer Use mit an die Hand zu geben, denn mitunter sind die Connections, die Paul getestet und hier verarbeitet hat, nicht gerade ohne.

Im Umgang mit allen psychoaktiven bzw. pharmakologisch aktiven Molekülen ist immer, stets und allzeit zu beachten: Diese Substanzen sind keine Spielzeuge! Die Einnahme psychoaktiver Moleküle erfordert grundsätzlich ein spezielles Fachwissen um die Pharmakologie der jeweiligen Substanz(en). Dies ist in der Praxis jedoch nicht realisierbar, weil psychotrope Stoffe ständig und in aller möglichen Vielfalt und Kombination konsumiert werden – auch, ohne dass der Konsument um die komplizierten biochemischen Vorgänge innerhalb seines Metabolismus’ weiß. Wenn beispielsweise die Tante zum Kaffee ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte vertilgt, dann ist ihr vermutlich gar nicht klar, dass sie in diesem Moment einem wirklich abenteuerlichen Drogenmischkonsum nachhängt. Sie kombiniert nämlich Alkohol mit Koffein, übrigens eine Kombo, die in unserer modernen und ach so „drogenfernen“ Gesellschaft ganz besonders häufig konsumiert wird.
Zum gesundheitlichen Risiko, dem man sich mit dem Drogenmischkonsum aussetzt, gesellt sich – geht es um die illegalisierten Psychoaktiva – außerdem die Gefahr der prohibitiven Repression. Welche Bedrohung hier schwerer wiegt, hängt vom jeweiligen Fall ab. Häufig ist es die, die von der Drogenpolitik ausgeht.
Dabei versteht sich von selbst: Die hier und im Folgenden dargestellten Kombinationen dienen lediglich dokumentatorischen Zwecken. Die präsentierten Substanzen unterliegen in manchem Fall den Betäubungsmittelverordnungen und sind zum Teil in vielen Ländern verboten. Wir bitten dringlichst, die jeweils gültige Gesetzeslage zu beachten.
Außerdem gilt immer – auch dann, wenn eine Substanz durch den Gesetzgeber legalisiert ist: Wer sich und seinem Zentralnervensystem psychotrope Moleküle zufügen möchte, der sollte sich zuvor gründlich informieren. Und zwar über die Substanz an und für sich und auch über Dosis, Set und Setting sowie die möglichen Nebenwirkungen und Gegenmaßnahmen. Und weil eine der potenziell gefährlichsten Drogen nicht mal illegalisiert und dazu jederzeit und allerorten verfügbar ist, beginnen wir diesmal mit dieser – die Rede ist vom Alkohol.

Gras-Alkohol-Connection
Das sagt Markus: Alkohole sind eine Gruppe von organischen Ethanol-Verbindungen. Die OH-Gruppe, welche unter anderem die Polarität und somit die Lösungseigenschaften dieser Stoffe bedingt, charakterisiert die Stoffklasse. Alkohol ist außerdem ein Lösungsmittel.
Das sagt Paul: Wer kennt diese Connection nicht? Alkohol kann den Hanfrausch versüßen, aber auch zunichte machen – oder zu einer unschönen Erfahrung. Der erfahrene Kiffer genießt gern zum Joint, Bong oder Vaporizer ein kühles Bierchen, ein Glas Rotwein oder einen leckeren Likör. In der korrekten und jeweils individuell verschiedenen Dosierung ergänzt die leichte Beschwingtheit des Alkohols den Gras-Rausch um eine nette Nuance – vermag die Wirkung der Cannabinoide zu potenzieren. Ein Gran zu viel jedoch bzw. die unbedarfte Unerfahrenheit können die Kombination Alkohol-Cannabis zu einem Alptraum mutieren lassen. Kotzorgien, Verlust der sensorischen und motorischen Fähigkeiten bis hin zur Psychose ist alles drin, was nicht draußen ist.
Alkohol ist, und das darf man nie vergessen, ein sehr starkes Nervengift. Die Substanz ist in der Lage, andere Stoffe derart in ihrer Aktivität zu beeinflussen, dass deren Wirkungsweise sich um ein Vielfaches verstärkt – oder auch verändert. So kann aus einem unbeschwerten Hanf-Rausch mit einer nur leichten Überdosierung alkoholischer Produkte ein übles Erlebnis auf der Toilette werden.

Gras-Coca-Connection
Das sagt Markus: Das Stimulans Kokain gehört zur chemischen Stoffklasse der Coca-Alkaloide, kommt im Coca-Strauch Erythroxylum coca vor und ist eng mit den Tropanalkaloiden der Nachtschattengewächse (Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin u.a.) verwandt.
Das sagt Paul: Die Gras-Coca-Connection ist vielfältig. Denn was ist schon Coca? Für mich übrigens immer noch Mama Coca. Wie sie traditionell genannt wird. Auf der einen Seite ist Mama Coca natürlich das Kokain, also das wirksame Prinzip aus dem Coca-Strauch. Auf der anderen Seite ist Mama Coca aber selbstverständlich und in erster Linie jener Strauch selbst, Erythroxylum coca. Beides eignet sich für eine Cannabis-Connection. Hanf in Kombination mit Kokain ist vor allem für aphrodisische Gourmets geeignet. Wirkt Kokain an sich schon enorm auf die Libido, so bereichert das Cannabis das körperliche wie auch psychische erotische Erleben. Generell kann festgehalten werden, dass Kokain den eigentlichen Cannabisrausch weitgehend verdrängt. Die sensible Anwendung der Connection ist allerdings ein Türöffner für Geist und Geschlechtsorgane. Eine andere Methode ist jene, die ohne das reine Kokain auskommt, allerdings deutlich seltener praktiziert wird – und zwar aus Mangel an Material. Es handelt sich um die Cannabis-Coca-Connection, bei der Marijuana oder Haschisch mit getrockneten und zerstoßenen Coca-Blättern vermischt wird. Eine extrem interessante Erfahrung! Immerhin beherbergen die getrockneten Coca-Blätter nicht nur bis zu zwei Prozent Kokain, sondern eine Vielzahl weiterer Verbindungen. Im Zusammenspiel mit Hanf entfalten Coca-Blätter ungeahnte, knallige Synergien!

Gras-Amphetamin-Connection
Das sagt Markus: Amphetamin und Methamphetamin sind indirekt wirkende Sympathomimetika vom Phenethylamin-Typus. Die Moleküle wurden medizinisch auf vielfältige Weise eingesetzt. Bis heute werden beispielsweise Kinder mit ADHS-Symptomatik mit Amphetaminderivaten (Ritalin®) behandelt. Die Substanzen werden aus diversen natürlichen Vorstufen gewonnen, z. B. aus Ephedrin-Derivaten.
Das sagt Paul: Pep und Gras – an sich ein Spaß. Oder etwa nicht? Für mich persönlich gilt im Prinzip dasselbe wie bei der Gras-Coca-Connection, wenn man jene mit Kokain versucht. Die Cannabis-Wirkung wird durch die stark sympathomimetische Effektivität des Meths grundsätzlich überdeckt – für die Alkoholwirkung gilt übrigens das selbe. Starke Bongraucher berichteten mir zuweilen, dass sie den akuten ersten Cannabis-Kick auch auf Pep als potent erleben. Jedoch handelt es sich in diesem Fall um Bongraucher, die ihr Cannabis mit Tabak mischen und durch die Wasserpfeife rauchen. Wir können also getrost davon ausgehen, dass immer nur der Nikotinflash in solcher Deutlichkeit zur Kenntnis genommen wird, nicht jedoch der Cannabis-Effekt, der ohnehin nicht direkt nach dem Zug an der Bong eintritt, sondern erst Minuten später.

Gras-Ibogain-Connection
Das sagt Markus: Das Tryptaminderivat Ibogain kommt im Iboga-Strauch Tabernanthe iboga und anderen Arten der Gattung vor und gehört zur Familie der Iboga-Alkaloide (andere sind zum Beispiel Voacangin, Catharanthin, Heyneatin, Coronaridin). Deshalb ist Ibogain nah mit den beta-Carbolinen verwandt. Ibogain lässt sich effektiv in der Behandlung von Abhängigkeiten einsetzen. So werden beispielsweise in Kanada Alkoholiker und Opiatsüchtige mit Unterstützung von Ibogainhydrochlorid therapiert.
Das sagt Paul: Beim Ibogain ist es im Grunde nur die einleitende Phase, in der ich eine Connection ausleben kann. Die Phase von der Einnahme bis zum Peak – sozusagen die psychoaktive Inkubationszeit. In dieser Phase bringt Cannabis mich auf eine sanfte Welle, die ohnehin schon von der Iboga-Wirkung erzeugt wird und mit Ganja oder Dope um ein Vielfaches sanfter erscheint.
Nach erreichen des Peaks gestaltet es sich schwer, einen Unterschied der psychedelischen Ibogainerfahrung mit und ohne zuvor eingenommenes Cannabis festzustellen. Ich kann keinen Unterschied des Iboga-Trips feststellen. Allerdings verhalten sich Connections mit reinem Ibogain anders als solche mit Zubereitungen, zum Beispiel Extrakten aus der Iboga-Wurzel.
In der Wurzel befinden sich nämlich noch weitere aktive Moleküle, die ebenfalls Synergismen erzeugen. So kann man sagen, dass der Hanfrausch die einleitende Phase des Iboga-Wurzeltrips eher flauschig gestaltet, während mir die Connection mit reinem Ibogain ein wenig kühler vorkam.

Gras-Opium-Connection
Das sagt Markus: Im Opium, das aus dem Milchsaft der unreifen Kapseln des Schlafmohns Papaver somniferum gewonnen wird, kommen die Opiumalkaloide vor. Die hauptwirksamen psychoaktiven Moleküle sind dabei die natürlich vorkommenden Verbindungen Morphin und Codein. Beide Substanzen können aus einem weiteren Opiumalkaloid gewonnen werden: dem Thebain, auch Paramorphin genannt
Das sagt Paul: Ganz ehrlich?! Forget it! Ich halte von dieser Connection nichts, die von manchen angeblich als so toll empfunden wird. Ehrlich gesagt, glaube ich den Berichterstattern auch nicht wirklich, dass sie die Erfahrungen tatsächlich gemacht haben. Denn Opium – man kommt ja nach wie vor nicht so leicht ran – hat seine ganz eigene Wirkung. Und klar ist die mit Cannabis kombinierbar, man muss das nur mögen. Wer mir aber erzählt, er habe Opium zusammen mit Haschisch durch die Bong gezogen „und echt voll was gemerkt“, der hat es bei mir nicht so leicht. Erstens raucht man Chandu, also Rauchopium, ganz anders als Cannabisharz. Man raucht es in diesem Sinne eigentlich gar nicht, sondern man verdampft es eher. Aber das wäre ein anderes Thema.
Zweitens ist der Peak der beiden Substanzen auf sehr unterschiedlichen Punkten der Zeitachse und drittens braucht man schon einiges an Erfahrung, um von einer Gras- oder Hasch-Opium-Connection wirklich etwas zu haben. Wird das Cannabis als Grundlage für eine Opiumerfahrung entsprechend vorher konsumiert, kann der im Hanf enthaltene Cannabinoid- und Terpen-Mix die Opiumwirkung auf interessante und auch angenehme Weise bereichern. Man muss, wie gesagt, diese Synergie aber mögen. Ich selber mag sie nicht.
Ich empfinde einen Opiumrausch vom Cannabis als gestört. Genauso wie ich einen Hanfrausch vom Opium als gestört empfinde. Ich finde, jede Substanz hat ihr Wirkspektrum – und das ist von der Natur ziemlich perfekt angelegt und ausgetüftelt. Wenn also Opium, dann in Reinform. Ohne Tabak, ohne Cannabis. Das gilt zumindest für mich.

Gras-Nachtschatten-Connection
Das sagt Markus: Die psychoaktiven Nachtschattengewächse, die Solanazeen, beispielweise der Stechapfel Datura spp., die Tollkirsche Atropa spp., das Bilsenkraut Hyoscyamus spp., die Alraune Mandragora spp. und die Engelstrompete Brugmansia spp., enthalten entheogene Tropanalkaloide, zum Beispiel Atropin, Scopolamin und Hyoscyamin. Die Einnahme der Nachtschattendrogen, das sind zumeist die Blätter, Blüten, Wurzeln, Früchte, Samen und weitere Pflanzenteile der genannten Gewächse, birgt große Gefahren, weil die enthaltenen Moleküle vom stark halluzinogenem Charakter sind bzw. bei entsprechender Dosierung sein können. Von der Einnahme aller Nachtschattengewächse und -zubereitungen ist dringend abzuraten!
Das sagt Paul: Nur etwas für todesmutige oder lebensmüde Zeitgenossen. Ich habe Erfahrungen damit, und zwar zur Genüge. Mit sämtlichen Pflanzen, aber die Wirkung war immer die gleiche. Tropanalkaloide eben. Im Gemisch mit Cannabisprodukten und/oder anderen psychoaktiven Pflanzen und Pilzen werden die Nachtschattengewächse in älteren Drogenbüchern aus der „Szene“ in so genannten Hexenhammer- oder Majoon-Rezepten und ähnlichen Abwandlungen aufgeführt. Um Gottes Willen, Vorsicht! Hier gilt nur eines: Finger weg in allen Lebenslagen!
Die Tropanalkaloide üben in falscher Dosierung auf den menschlichen Organismus verheerende Wirkungen aus. Exemplarisch sei allein das herzwirksame Atropin genannt, das in unkontrollierter Überdosierung schnell zum Tod führen kann.
Auch in der Majoon-Form ist diese Connection nur für extrem erfahrene, selbstverantwortliche und drogenmündige Psychonauten.
Im Zweifel gilt immer – ich betone es nochmal: Finger weg von Nachtschattendrogen!

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