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Future Fambo

Es gibt wohl nur wenige jamaikanische Dancehallartists, die schon so lange im Business sind wie Future Fambo und trotzdem auf dem Boden geblieben sind.
Publiziert am: 06.10.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Janika Takats
Future Fambo

Der aus St. Ann (in dem Parish wurden unter anderem auch Bob Marley und Marcus Garvey geboren) stammende Künstler hatte seinen Durchbruch Anfang der 90er Jahre. Seitdem ist Fambo Teil der jamaikanischen Dancehallszene und arbeitet hart um sich seinen Platz in dem sich ständig wandelnden Business zu sichern. Kurz nach der Veröffentlichung seiner neuen Singles hat er sich zu folgendem Interview bereit erklärt.



Wie hat sich deine Leidenschaft für Musik entwickelt?
Mein Onkel ist Sänger der Gruppe Astronauts. Durch ihn bin in direkt mit Musik in Kontakt gekommen. Die Band hat damals in einigen Wettbewerben Teil genommen und war auch recht erfolgreich. Ich habe sie oft spielen sehen und war von ihren Auftritten beeindruckt. Dadurch ist bei mir der Wunsch entstanden selber als Artist auf der Bühne zu stehen.


Da warst früher auch Mitglied einer Tänzergruppe.
Ja, wir nannten uns Crazy Boys. Für mich war Tanzen damals Sport. Wir zogen von Party zu Party, um unsere neuen Moves zu präsentieren. Wir sind auch in Hotels aufgetreten und haben dadurch ein bisschen Geld verdient Es hat großen Spaß gemacht. Heute konzentriere ich mich aber ausschließlich auf meine Karriere als Sänger. Doch wenn ich auf der Bühne vor Publikum auftrete, kann ich meine Erfahrungen als Tänzer nutzen, um die Leute zu animieren.


Wenn man deine Karriere so betrachtet, hat man das Gefühl, dass du damals Anfang der 90er deinen Durchbruch hattest, dann eine Weile weg warst und 2010 mit noch größeren Hits dein Comeback hattest. Was hast du in der Zwischenzeit gemacht?
Ich habe mich einige Zeit lang mehr um meine Familie gekümmert, aber ich war trotzdem weiter im Studio und habe Songs aufgenommen. Ich war nie weg. So geht es im Musikbusiness. Man arbeitet die ganze Zeit und macht Aufnahmen, doch die Leute hören nichts von einem, es sei denn man hat einen Hit. Ich habe mich nie aus dem Geschäft zurückgezogen, doch ich brauchte einen Hit, damit mich die Leute wahrnehmen und ich wieder ins Gespräch komme. Wenn man eine Weile keine Hits produziert, denkt die Öffentlichkeit schnell, dass der Künstler aufgehört hat Musik zu machen. Drunken Dance 2007 war der erste Tune, durch den ich wieder mehr Aufmerksamkeit bekam. Danach hatte ich ein Comeback mit Rum and Red Bull, den ich zusammen mit Beenie Man aufgenommen habe. Der Song hat es international in die Charts geschafft.


Hast du deinen Style für diese Songs verändert?
Im Prinzip schon. Wenn man so lange dabei ist, muss man sich als Künstler neu erfinden. Auf der anderen Seit sollte man auch bestimmte Dinge beibehalten, um einen Wiedererkennungswert zu haben. In vielen meiner Lieder geht es um Partys und speziell ums Trinken, das ist mein Ding und das wissen die Leute.


Heißt das, dass Dancehall für dich ausschließlich eine Party- und Saufangelegenheit ist?
Nein. Für mich ist es ein Job. Selbst wenn ich nachts zu Partys gehe, bin ich nicht nur zum Feiern da. Auch wenn meine Musik nicht jedes Mal gespielt wird, ist es wichtig dort zu sein, um Leute zu treffen, um ein Netzwerk aufzubauen und zu pflegen. Dadurch sorgt man auch dafür, dass man im Gespräch bleibt.
Es geht einfach ums sehen und gesehen werden. Auch wenn ich manchmal frustriert bin und keine Lust habe, muss ich trotzdem eine gute Performance abgeben, denn das erwartet mein Publikum von mir. Der Hype ist toll, aber nicht von Dauer. Er ist fürs Publikum. Abgesehen davon bin ich ein normaler Mensch, der einen Job zu erledigen hat.


Du hast einen Hype, ums Alkohol trinken kreiert. Hast du keine Bedenken, dass die Leute es auf Grund deiner Songs mit dem Trinken übertreiben könnten?
Nicht wirklich. Letztendlich liegt die Verantwortung doch bei jeden selbst. Jeder einzelne muss sein Limit kennen. Ich übertreibe es nicht und ich sage auch niemandem, dass er zu viel trinken soll.
Alkohol ist legal und meine Musik hat keinen größeren Einfluss auf Menschen, als diverse Filme oder Serien, in denen sich Leute betrinken. Zudem sieht man auch überall Alkoholwerbung, die im Gegensatz zu meinen Songs gezielt darauf ausgerichtet ist, Leute zum trinken zu animieren. Ich fordere niemanden auf Alkohol zu missbrauchen. Ich sage lediglich „Habt Spaß!“


Ganja zu rauchen gehört auch zu Partyszene, obwohl es illegal ist. Findest du, dass Marihuana unter strenger Jugendschutzvorgaben legalisiert werden sollte?
Die Partyszene ist sicherlich nicht das beste Argument, dafür dass Weed legal sein sollte. Ich finde die Legalisierung von Ganja ist ein schwieriges Thema. Ich denke schon, dass es Erwachsenen zustehen sollte frei zu entscheiden, ob sie Weed nutzen oder nicht. Das Problem sind Kinder und Jugendliche.
Schon jetzt fangen, gerade in der ärmeren Gegenden auf Jamaika, Kinder sehr früh mit dem Rauchen an. Es wird mehr genutzt als Alkohol, weil es einfach viel billiger zu kriegen ist. Die Legalisierung könnte sie noch mehr dazu ermutigen, da rauchen dann wohl noch mehr als ‚cool‘ angesehen werden würde. Sicherlich würde es dann Jugendschutzvorschriften geben, aber deren Umsetzung ist wohl auf Jamaika kaum möglich. Trotz des Verbotes kann sich hier schon jetzt jeder von so ziemlich überall Gras besorgen. Dies würde durch die Legalisierung noch vereinfacht werden, sodass ein Schutz von Kindern und Jugendlichen einfach nicht gewährleistet werden kann. Und das ist natürlich ein Problem.


Du hast viele Songs gemeinsam mit andere Künstlern aufgenommen. Was reizt dich an dieser Zusammenarbeit?
Jeder Künstler hat einen eigenen Style. Die meisten dieser Kollaborationen wurden nicht groß im Vorfeld geplant und arrangiert. Es passiert spontan und es geht einfach um den Vybe. Die Song „Wedding Crasher“ zum Beispiel, den ich mit Sean Paul aufgenommen habe, ist auf diese Art entstanden. Wayne Marshall hatte den Riddim und hat mich und Sean Paul gefragt, ob wir ihn voicen wollen. Als wir im Studio waren, kam dann einfach alle zusammen. Den Song „This Life“ habe ich zuerst allein aufgenommen und später ist dann der Remix mit Mavado entstanden. Viele dieser Songs werden zu großen Hits, weil von mehreren Künstlern das Beste zusammen kommt.


Im Moment hat man das Gefühl, dass der Szene gerade die wirkliche Hits fehlen. Macht Dancehall eine Pause?
Dass dieses Gefühlt entsteht, liegt größtenteils an den Leuten, die die Musik spielen.
Es gibt in Jamaika eine Menge junger Talente, die Hitsongs haben. Chromixx ist einer davon. Er ist ein Rastafari-Artist, der wirklich gute Musik macht. Doch die meisten Leute haben wahrscheinlich noch nie von ihm gehört, weil sie sich nur auf das konzentrieren, was sie schon kennen.
Viele der junge Artist bekommen einfach nicht genug Aufmerksamkeit, weil die Selecta immer nur die gleichen Songs von den gleichen Künstlern spielen.
Sie entwickeln sich in ihrem Repertoire nicht weiter und suchen nicht nach Neuheiten. Dadurch werden die Partys langweilig und Newcomer haben keine Chance.


Was können wir von dir in nächster Zeit erwarten?
Ich werde ein paar neue Songs veröffentlichen und diese promoten. Erst grade habe ich einen Song für Buju Bantons Label aufgenommen. Das wird zur Zeit von seinem Sohn Marcus geführt. Den Song habe ich mit Beenie Man aufgenommen.
Es ist unserer erster gemeinsamer Song seit Rum and Red Bull. Außerdem habe ich auf meinem eigenen Label, Outstanding Records, einen neuen Song herausgebracht. Der Tune heißt „Who Does That“. Im Moment sind wir auch dabei eine Tour zusammenzustellen. Es sind Shows in Europa, Canada und den USA geplant.
Fühle mich glücklich, dass alles im Moment so gut läuft für mich. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich hart arbeiten muss, damit es so bleibt. Ich muss am Ball bleiben und darf den Fokus nicht verlieren.

Vielen Dank für das Interview.
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