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Wenn das Undenkbare denkbar wird


Unserem Essayisten Sadhu van Hemp wurde die ehrenvolle Aufgabe angetragen, für unseren geliebten Bundespräsidenten Pastor Joachim Gauck das Exposé einer bürgernahen Weihnachtsansprache anzufertigen.
Publiziert am: 01.12.12 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Sadhu van Hemp
Joachim Gauck steht dazu. Foto: J.Patrick Fischer, Montage: marker - cc by sa 3.0


Das Hanf Journal veröffentlicht vorab und exklusiv die Gaucksche Gardinenpredigt zum Fest der Liebe, die als Jahrhundertrede in die deutsche Geschichte eingehen wird.

Frohe Weihnachten, meine lieben Mitmenschen!

Als ich vor einen Dreivierteljahr den Amtseid ablegte, schwor ich, meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, meine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben – und das so wahr mir Gott helfe. Und was soll ich sagen – der liebe Vater im Himmel hilft mir tatsächlich. Jeden Morgen wenn ich vor den Spiegel trete hält er Zwiesprache mit mir, um seinem Diener die nötige Kraft gegen die Verlockungen des sündigen Lebens zu schenken. Und das ist auch gut so, denn wer vom rechten Weg abweicht und sich beispielsweise via Anrufbeantworter mit dem leibhaftigen Teufel einlässt, den bestraft das lasterhafte Leben in Form einer kreditfinanzierten Ehefrau in Großburgwedel.

Nein, meine lieben Menschen da draußen im kalten, dunklen Germanenland, Sie haben einen Bundespräsidenten verdient, der frei von Sünde ist und sich nicht mangels eigener Größe mit denen gemein macht, die aus Eigennutz und Habgier dem Satan dienen und gegen die göttlichen Gebote aufbegehren. Ich kann Ihnen versichern, meine allerliebsten Bürgerinnen und Bürger, ich bin ein treuer Diener Gottes, also gänzlich frei von Eigensinn und Widerspruchsgeist! Ich bin jedermann gefällig und folge dem Gebot absoluter Selbstverleugnung, denn nur der Schöpfer allein gibt mir das Hochgefühl des eigenen Wertes, das ganz ohne irdischen Besitz auskommt. Dieser Geist der grenzenlosen Nächstenliebe herrscht nunmehr im Schloss Bellevue – und diesen Geist der Humanität und Freiheit will ich an diesem Heiligen Abend zu Ihnen hinaus ins Land tragen – auf dass Lüge, Hass und Missgunst keine Chance haben gegen die edle Gesinnung eines wahrheitstreuen, rechtschaffenen und patriotischen deutschen Volkes.

Doch Nächstenliebe setzt Vergebung voraus, die uns miteinander versöhnt – insbesondere mit unseren seit über einem halben Jahrhundert verfemten Nachbarn. Und von diesen verlorenen Seelen leben viele, sehr viele unter uns. Deshalb bekennen wir endlich unsere große Schuld, fortwährendes Unrecht in diesem unseren Staat widerspruchslos hinzunehmen! Schämen wir uns des damit verbundenen Leids, das wir diesen Unglückseligen aufbürden! Überwinden wir die Angst vor der eigenen Courage, um endlich vom alltäglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit abzulassen! Haben wir keine Scheu, und reichen wir all jenen Mitmenschen die Hand, deren unablässiges Freiheitstreben eine stete an uns alle adressierte Mahnung an das Gute im Menschen ist. Brechen wir in unseren Köpfen den Beton der Intoleranz, schließlich verlangt der christliche Glaube, dass wir uns auch mit denen verbrüdern, die unsere Feinde sind.
Und glauben Sie mir, liebe Landsleute, als ehemaliger Dissident, Bürgerrechtler und Widerstandskämpfer in der DDR-Diktatur weiß ich, wovon ich spreche. Auch ich war einst ein Aussätziger im eigenen Land, der aus Angst vor weltlicher Strafe in der Christmesse falsch Zeugnis ablegen musste. Ich predigte den Menschen das falsche Wort, segnete die Pharisäer, die das Volk mit diabolischen Versprechungen davon abzuhalten trachtete, den Pfad in die Freiheit über fremde Botschaften zu suchen. Ja, auch ich hatte einstmals einen steifen Hals und verschlief die Wende. Doch letztlich obsiegte der Mut zur Freiheit, und heute ist mein Name untrennbar mit der deutschen Einheit verbunden.

Und so spreche ich nun zu Ihnen als erster Bundespräsident mit ostdeutschem Migrationshintergrund, der in Westberlin residiert. Wer hätte das jemals gedacht? Und ich will Ihnen ein gutes Staatsoberhaupt sein. Yes, I can! Ich fordere deshalb nicht nur jenen berühmten Ruck, der durch Deutschland geht, sondern eine Initialzündung, die uns alle erweckt und aus der Finsternis der Lüge ans Licht der Wahrhaftigkeit führt. Und dazu zählt die Erkenntnis, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Und ich will als erster Bundespräsident damit anfangen und Ihnen schonungslos offenbaren, dass wir fortan zusammenrücken und auch die ins Boot holen müssen, die uns so wesensfremd scheinen. Deutschland kann es sich nicht länger leisten, aus reiner Willkür rund fünf Millionen gesunde und leistungsfähige Männer und Frauen zu stigmatisieren, ohne dass uns die Heilige Schrift dazu ausdrücklich anstiftet.

Meine lieben Christenmenschen, lassen wir es angesichts des demographischen Wandels nicht zu, dass sich Deutschland über kurz oder lang abschafft, nur weil es unser Hochmut verbietet, mit andersdenkenden Menschen harmonisch unter einem deutschen Dach zu leben. Öffnen wir endlich unsere Herzen, statt wie Kannibalen die eigenen Kinder zu fressen. In diesem Sinne will ich meine Amtszeit dazu nutzen, dem menschenverachtenden Anti-Hanfweltkrieg den Krieg zu erklären – und Gleiches erwarte ich von Ihnen, meine lieben Landsleute! Stoppen wir gemeinsam, Sie und ich, den Wahnsinn der Hanfprohibition! Volkes Groll und Zorn soll über die kommen, die von Herrschsucht getrieben und ohne jeden Skrupel Cannabispatienten und Genusskiffer kriminalisieren und diskriminieren. Erheben wir unsere Stimme gegen die Anti-Hanf-Mafia! Denn wer den von Gottes Hand gesäten guten alten Hanf mit Stumpf und Stiel ausrotten will, begeht Blasphemie und versündigt sich an der Schöpfung.
So soll es denn sein, Ihr mein liebes Volk! Und nun wollen wir demütig unsere Köpfe senken und unseren heiligen Vater im Himmel bitten, dass auf deutschen Boden nie wieder ein Joint ausgeht.
Meine beiden Frauen und ich wünschen Ihnen frohe und gesegnete Weihnachten.

Amen und auf Wiedersehen, Ihr
Joachim Gauck
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