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Undurchsichtiges Licht Teil 5

Mit Text, Grafiken und Fotos von Mr. José
Publiziert am: 03.04.13 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Übersetzung: Andrea Hallerova, KIMO
Text , Grafiken und Fotos: Mr. José

Willkommen zum nächsten Teil der Artikel-Serie von Mr.José über das Licht. Alle in dieser Artikel Serie veröffentlichte Ergebnisse basieren auf umfangreichen Messungen, die in der elektrotechnischen Prüfungsanstalt in Prag unter Mithilfe von Advanced Hydroponic of Holland und dem größten Growshops in Tschechien, der Firma Growshop.cz, umgesetzt werden konnten. Macht es euch gemütlich, wir machen uns an die Arbeit.

Reflektoren-Test
Wie ich in der letzten Ausgabe des Hanf Journals versprochen habe, geht es diesmal vor allem um Lampenschirme für Kunstlichtgärtner, also Reflektoren. Jede/r Grower/in überlegt sich wahrscheinlich sehr lange, welche Lampenabdeckung denn nun ideal für den Indoorgarten ist. Falls Ihr über die Wahl Eures Reflektors nicht nachgedacht habt und Euch für die billigste Variante entschieden habt, werdet Ihr sehen, ob Ihr richtig liegt- oder auch nicht. Wir sollten uns zuerst fragen, wozu ein Reflektor überhaupt dient, worin seine grundsätzlichste Aufgabe besteht. Der Name verrät es bereits: Das gute Stück soll möglichst viel Licht reflektieren.

Wichtige Parameter jedes Reflektors sind die Reflexions- und Streufähigkeit. Der Optimalfall wäre, wenn der Reflektor alles auftreffende Licht zu den Pflanzen zurückwirft und es zudem gleichmäßig über die ganze Anbaufläche verteilt. Zum Testen habe ich die meist verkauften Modelle, die in Tschechien in fast jedem Shop verfügbar sind, verwendet. Leider konnte ich nicht noch mehr Modelle vergleichen, aber ich glaube, dass ich in diesem Jahr noch zum Testen weiterer Modelle komme. Zum Test hängen folgende Reflektoren in der Box: Reflektor „Hobby“ 50x40 cm, Waveflector XL und XXL und Reflektor Adjust A-Wing Medium Avanger, mit und ohne Spreader.

Damit der Test aussagekräftig wird, liefen alle vier Reflektoren unter den gleichen Bedingungen:
-Zelt: Homebox Silver 120x120x120 cm,
-Leuchtmittel OSRAM Plantstar 400W/600W
-Vorschaltgerät GIB Lighting NXE 400 oder 600W auf „Super Lumen“ Stufe


Alle Messungen wurden in einer Entfernung von 40 cm (400W) oder 60 cm (600W) vom Leuchtmittel ausgeführt.


Reflektor „Hobby“ 50x40 cm



Ein „Hobby“ Reflektor kostet inklusive Fassung und Kabel ungefähr 20 Euro. Für diesen Preis bekommt Ihr einen Schirm, der Euch das Licht auf der Fläche 80x80 cm sehr gut reflektiert und streut. Einen gewissen Nachteil sehe ich darin, dass in der Mitte der Anbaufläche, also direkt unter der Entladungslampe, die PAR Intensität sehr hoch ist und sich einem Wert von 200 PAR W/m² nähert. Besser wäre, wenn die Intensität auf der Fläche gleichmäßiger verteilt würde. Falls Ihr einen „Hobby“ Reflektor auf der von uns zum Test genutzten Fläche von 120x120 cm nutzen wollt, ist ein solcher Reflektor unzureichend. Nur 39% dieser Fläche werden mit einem für die Indoor-Zucht optimalen Wert von 60-100 PAR ausgeleuchtet.


Reflektor Hobby 50x40 cm, 400 W Plantastar in 40 cm Entfernung von der Anbaufläche

Ein „Hobby“ Reflektor ist für eine Fläche von 80x80 cm geeignet. In Falle der Verwendung für eine Fläche 120x120 cm werden nur 39% der Fläche gut beleuchtet.



Waveflector XL



Der nächste getestete Reflektor ist der Waveflector XL, den ihr für ungefähr 40 Euro bekommt. Für ein paar Euro mehr bekommen die Pflanzen bereits 68% der optimalen PAR W/m²-Dosis auf der gesamten Fläche. Wenn wir uns auf eine Fläche von 100x100 cm konzentrieren, dann beleuchten wir 86% der Fläche mit 60 oder mehr PAR W/m², was nicht schlecht ist. Darüber hinaus muss man in Betracht ziehen, dass man beim Growen auf einer 100x100 cm Fläche auch eine kleinere Homebox verwendet, wodurch das Licht noch besser ausgenutzt würde. Bei der Verwendung einer 1m² Box würden ungefähr 95% Prozent der gesamten Fläche mit einem guten Wert zwischen 60 und 100 PAR/m² beleuchtet, was ein hervorragendes Ergebnis ist.

Ein Waveflector XL zusammen mit 400 W Entladungslampe, beleuchtet eine 100x100 cm Fläche fast perfekt und selbst auf einer 120x120 cm Fläche macht er sich nicht schlecht. Seht Ihr, dass der Wert am oberen und unteren Rand Werte um 80 PAR W/m² erreicht, in dem Zentrum der Anbaufläche bewegen wir uns in einem Bereich von 100 PAR W/m². Das ist ein zweifellos großer Vorteil gegenüber dem „Hobby“-Reflektor, der das meiste Licht auf die Mitte der Fläche wirft.


Waveflector XL, 400 W Plantastar in 40 cm Entfernung von der Anbaufläche

Der Waveflector XL weist ein prima Preis/Leistungs Verhältnis auf und ist für eine 100x100 cm Fläche optimal. Die Grafik zeigt die Ergebnisse auf einer 120x120 cm Fläche.


Waveflector XXL

Hierbei handelt es sich um den großen Bruder des oben beschriebenen Reflektors, der knappe 20 Euro mehr kostet als der XL. Für eine 120x120 cm Fläche erwies sich der Waveflector XL als hervorragende Lösung, weil er 75% der Homebox XL mit mehr als 60 PAR W/m² ausgeleuchtet hat. Wenn man dann statt des 400 Watt Leuchtmittels ein 600er einsetzt, wird eine exzellente Ausleuchtung der ganzen Fläche mit durchschnittlich 100 PAR W/m² erreicht. Das zeigt auch, dass die 600W Lampe für die gegebene Fläche ideal ist. Bemerkenswert ist auch, dass beim WaveflectorsXXL in der Mitte der Anbaufläche keine Maximal-Werte erreicht werden, wie es bei den vorigen Modellen der Fall war. Die breiten Reflektor-Flügel streuen das Licht noch besser an die Ränder der Homebox, wo es traditionell am dunkelsten zugeht.


Waveflector XXL, 400 W Plantastar in 40 cm Entfernung von der Anbaufläche.

Der Waveflector XXL erreicht fast die gleichen Werte wie der XL allerdings wird durch ihn das Licht etwas besser gestreut: 75% der Anbaufläche werden mit mehr als 60 PAR W/m² beleuchtet und besser gestreut als beim kleinen Bruder, dem XL. Der versorgt 68 Prozent der 1,44m² mit ausreichend Licht.


Bei 600 Watt und einem Abstand von 60 cm von der Anbaufläche.

Wenn wir in den Waveflector XXL eine 600 W HPS Lampe einsetzen, erreichen wir eine fast optimale Ausleuchtung einer 120x120 cm Fläche. 95% der Fläche werden dann mit mehr als 70 PAR W/m² beleuchtet.


Adjust A-Wings Avenger Medium



Von den preislich günstigeren Lösungen gehen wir jetzt zu einem Reflektor über, dessen Kauf sich die meisten Grower schon eine Weile durch den Kopf gehen lassen. Wen wundert‘s? Der Preis des mittelgroßen Adjust-a-Wings Avengers liegt bei ungefähr 100 Euro, was nicht gerade wenig ist. Weshalb der relativ hohe Preis? Dafür gibt es mehrere Gründe, die man erst beim Praxistest erkennen kann. Die Unterschiede fangen bereits beim Auspacken und dem Zusammenbau der Reflektoren an. Ein „Wing“ ist sehr einfach und ohne zusätzliches Werkzeug zusammenzubauen. Auch das Anbringen von Fassung und Drähten gestaltet sich aufgrund der praktischen Klemmvorrichtung für die Kabel unkompliziert und kundenfreundlich.

Doch damit nicht genug, auch beim Leuchtmittel kann mithilfe zweier Einstellschrauben an der Fassung dessen Abstand zum Reflektor stufenlos verstellt werden, wodurch bei unterschiedlichen Flügelspannweiten die jeweils beste Ausleuchtung erreicht wird (siehe Tabelle). Je geschlossener der Reflektor ist, desto größer sollte die Entfernung des Leuchtmittels vom Reflektor sein. Außerdem kann man einen Adjust-a-Wings im Gegensatz zu vielen Reflektoren auch mit einer größeren CLF Lampe (200 oder mehr Watt) bestücken. Auch die Ausstattung eines „Wings“ ist schon ab Werk komplett, sucht man beim Waveflektor erfolglos nach Kabel oder Spreader, sind diese beim Wing im Preis inbegriffen. Der Spreader ist mit wenigen, einfachen Handgriffen schnell montiert und das mitgelieferte Kabel ist auch bei hohen Räumen lang genug. Die Flügel vom Waveflector XXL werden mit der Zeit ein wenig schlaff und lassen sich schwer wieder richten, während das für den „Wing“ verwendete Material stabiler ist und auch aufgrund der mitgelieferten Spannvorrichtung immer die gewünschte Spannweite aufweist.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Waveflektoren umständlicher zu montieren sind und weder Kabel noch Spreader im Lieferumfang enthalten, wofür man 25 Euro Aufpreis rechnen muss. Zudem ist das Material dünner.
A-Wings verfügen über eine hervorragende Verarbeitung, bestehen aus hochwertigen Materialen und Kabel sowie Hitzeschild sind im Lieferumfang mit inbegriffen. Wenn ich eine Entscheidung treffen sollte, die auch auf finanziellen Aspekten beruht, würde ich Folgendes machen: Bei einer kleinen oder mittelgroßen Box (Homebox S oder L) nähme ich einen Waveflektor XL, bei einer größeren Box würde ich einen Adjust-a-Wings Large installieren. Müsste ich gar nicht aufs Geld schauen, wäre ein Adjust-a-Wings immer die erste Wahl.

Werfen wir jetzt einen Blick auf die Messergebnisse. Der Adjust A-Wing Medium überholt seinen Konkurrenten, den Waveflector XL, in der beim durchschnittlichen PAR W/m² Wert fast um 10 Prozentpunkte. Was allerdings die Gesamtausleuchtung der Fläche angeht, beleuchtet der A-Wing 69% der Fläche mit einer höheren Dosis als 60 PAR W/m², was im Vergleich zur 68% beim Waveflector XL nicht wirklich einen Unterschied macht. Vergleicht die Werte in der Grafik einfach selbst und vergesst nicht, die teilweise sehr signifikanten Unterschiede in der Farbskala zu beachten: Im roten Bereich erreicht der Waveflektor XL zum Beispiel 110 PAR W/m², beim „Wing“ sind es dort 150 PAR W/m².




Der Adjust A-Wings Medium erreicht durchschnittlich einen höheren PAR-Wert als alle getesteten Reflektoren, ist aber mit 69% Prozent optimaler Ausleuchtung nur unwesentlich besser als der Waveflektor XL.

Adjust A-Wings mit Spreader (Hitzeschild)

Zum Lieferumfang des Adjust-a-Wings gehört der Hitzeschild, weshalb das gute Stück natürlich auch mit dem zur Hotspot-Vermeidung gedachten Tool getestet wurde. Sobald man den Hitzeschild verwendet, kann der mittlere „Wing“ mit dem Waveflector XXL konkurrieren, und zwar nicht nur dadurch, dass er 74% der Fläche mit mehr als 60 PAR W/m² Dosis beleuchtet (gegen 75% beim Waveflector XXL), sondern auch die durchschnittliche Intensität lag mit 72,5 PAR W/m² gegenüber 67 PAR W/m² deutlich höher als beim großen Waveflektor. Achtet bei der Grafik darauf, wie gleichmäßig das Licht verteilt wird. Der höchste Wert wird hier nicht in der Mitte gemessen, die richtig gut beleuchteten Stellen verteilen sich schön gleichmäßig über die ganze Homebox. Wird das Leuchtmittel weiter weg vom Reflektor positioniert, vergrößert sich die ausgeleuchtete Fläche aufgrund des geänderten Einfallswinkels des Lichts.


How To Adjust A-Wings


Quelle Hanfjournal



Adjust A-Wings mit Spreader, 400W Plantastar in 40 cm Entfernung von der Anbaufläche

Dank des Hitzeschilds kann es der Adjust A-Wing mit dem Waveflector XXL auf einer Fläche von 120x120 cm locker aufnehmen. Es werden 74% der Fläche mit mehr als 60 PAR W/m² bestrahlt.

Natürlich wäre es gut, auch die Waveflectoren mit dem Spreader zu testen und so zu prüfen, wie die Lichtstreuung beeinflusst wird, besonders auf einer 120x120 cm Grundfläche. An den Grafiken kann man sehen, dass der bessere Lichtstreuungs-Effekt größerer Reflektoren besonders bei größeren Anbauflächen zur Geltung kommt. Wir haben allerdings nicht geplant, unsere Tests in größeren Räumen durchzuführen, werden den Waveflektor aber bei gegebener Zeit auch diesem Test unterziehen …


Waveflector XL mit 600 W Osram Vialox

Weil ich die 600 Watt Lampe schon für den großen Waveflektor installiert hatte, will ich Euch das Ergebnis für den kleinen Bruder, dem Waveflektor XL, mit einem 600 Watt HPS-Leuchtmittel nicht vorenthalten. Auch dieser Durchgang hat wieder gezeigt, dass für 120x120 Grundfläche die 600 Watt Variante eine bessere Wahl ist. Auch der Waveflektor XL kann hier besser als beim 400 Watt Test glänzen. Die am besten beleuchteten Punkte sind gleichmäßig über das Zelt verteil, der kritische Wert von 60 PAR W/m² wird an keiner Stelle der Box unterschritten. Man sieht aber auch, dass sich der große Bruder ein wenig besser macht, denn dessen Werte liegen um 8 Prozentpunkte höher. Der Hersteller selber empfiehlt bei der Verwendung seiner XXL-Version 600 Watt oder mehr für das Leuchtmittel, was die Tests bestätigen.




Ein Waveflector XL mit einer 600 Watt OSRAM Vialox bietet auch ohne Verwendung des Hitzeschilds eine sehr gute Ausleuchtung und Lichtstreuung.

Gesamtbewertung



Ich habe oft das Gefühl, dass die Veröffentlichung von Messergebnissen für Pflanzenverliebte zu technisch und zu kompliziert ist. Deshalb bemühe ich mich um eine nachvollziehbare Darlegung und eine übersichtliche graphische Darstellung. Damit die Testergebnisse auch bei der Anwendung für kleine Grower helfen, habe ich eine grafische Übersicht für den Gebrauch@home zusammengebastelt. Dort könnt Ihr sehen, welche Reflektoren/Leuchtmittel Kombination ich aufgrund meiner Testergebnisse für welche Fläche empfehlen würde.
Ich betone noch einmal, dass alle Tests mit 400/600 Watt NXE-Vorschaltgeräten in der „Super Lumen“ Einstellung vorgenommen wurden. Der Test unterschiedlicher Vorschaltgeräte ist eines meiner kommenden Projekte, seid also gespannt.

Es ist noch nicht zu Ende
Noch ist unsere Serie nicht zu Ende, wenn es Euch gefallen hat, so könnt Ihr Euch auf noch mindestens einen Teil freuen, den Ihr in der nächsten Ausgabe des Hanf Journals lesen könnt. Dann werden wir uns die Produkte anschauen, die nicht so verbreitet sind und deshalb noch nicht zum Zuge kamen, so werde ich zum Beispiel ein 750 Watt HPS-Leuchtmittel testen, es mit anderen vergleichen und schauen, mit welchem Reflektor es am effektivsten arbeitet. Falls Ihr irgendwelche Fragen zu den Tests habt, zögert nicht an die Redaktion oder direkt an mich (info@pestovat.cz, bitte auf Englisch) zu schreiben. Gern beantworte ich Eure Fragen. Danke für Eure Aufmerksamkeit und haltet die Augen offen.

Nichts ist umsonst
Die Artikel-Serie „Undurchsichtiges Licht“ ist entstanden, um ambitionierten Growern mehr praktisches Wissen über das Thema Beleuchtung zu vermitteln. Sie ist als zuverlässige Quelle zur Anschaffung und Installation der individuell passenden Beleuchtung gedacht und soll einfach und anschaulich erklären, wie man möglichst viel Licht auf die Anbaufläche kriegt. Es handelte sich damals um eine spontane Idee, deren Ausführung sich aber als sehr zeitintensiv und finanziell anspruchsvoll herausgestellt hat. Deshalb bedanke ich mich an dieser Stelle noch einmal bei allen Sponsoren, die dieses Projekt unterstützt haben und damit gezeigt haben, dass sie bereit sind, in die Weiterbildung von Indoor-Gärtnern zu investieren.

Mr. José
Autor des umfassendsten und übersichtlichsten Buches über den Anbau unter Kunstlicht. Dieses es derzeit (leider) nur auf Tschechisch und auf Polnisch. Mehr dazu findet ihr unter www.pestovat.cz. Wir danken unseren Kolleginnen und Kollegen des Magazins Legalizace! für diesen Artikel sowie die freundliche Unterstützung, die unsere Redaktion im Rahmen der Cannafest-Messe erfahren hat.

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