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Massiver Aufschwung

Noch nie war die deutsche Legalize-Szene so lebendig wie heute
Publiziert am: 02.07.13 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Georg Wurth
Georg Wurth - www.hanfverband.de


Georg Wurth ist ehemaliger Finanzbeamter mit umfangreicher politischer Erfahrung. Nach dem Abitur hat er an der FH als Finanzbeamter Steuerrecht mit dem Abschluss Diplom-Finanzwirt studiert und ist gleichzeitig in die Politik bei Bündnis 90/Die Grünen eingestiegen. Seit 1996 hat er sich intensiv mit Drogenpolitik beschäftigt und ab 1997 war er Fraktionsvorsitzender im Remscheider Stadtrat. Nach einer Selbstanzeige wegen Cannabisbesitz hat er die Landesarbeitsgemeinschaft Drogen in NRW gegründet und sich im Fachforum Drogen der Grünen Jugend engagiert. Bis zu seiner 11-monatigen Weltreise (2000-2001) war er auch Schatzmeister im Bundesvorstand der Grünen Jugend. Seit seiner Rückkehr im Juli 2001 war er zunächst Geschäftsführer des Bundesnetzwerkes Drogenpolitik (BND) bei den Grünen. 2002 wurde er zunächst Geschäftsführer des frisch gegründeten Deutschen Hanf Verbandes, den er dann 2004 als alleiniger Inhaber übernahm. Georg Wurth ist auch in diversen weiteren drogenpolitischen Initiativen aktiv, z.B. beim "Schildower Kreis".
www.hanfverband.de



Immer mehr Menschen mischen sich ein, sei es im Internet, auf der Straße oder als DHV-Privatsponsoren.
Nachdem der DHV im Jahr 2002 als Branchenverband gestartet ist, hatten wir Ende 2006 die ersten 26 privaten Unterstützter. Seitdem wächst deren Zahl immer schneller. In den letzten 12 Monaten hat sie sich verdoppelt und fast die 1.000er Marke erreicht! Eine so große Legalize-Organisation hat es in Deutschland noch nie gegeben.
Die Sponsoren haben es möglich gemacht, dass wir mittlerweile 10 Jahre lang kontinuierlich am Ball bleiben und uns immer mehr Kontakte in Medien und Politik erarbeiten konnten. Mittlerweile bin ich als DHV-Vertreter regelmäßig als Sachverständiger bei entsprechenden Anhörungen im Bundestag dabei. Auch DHV-Kollege Maximilian Plenert ist mittlerweile ein gern gefragter Experte. Wir werden als Legalisierungs-Organisation ernst genommen. Die Zeiten sind vorbei, in denen Hanf-Lobbyisten als Chaoten belächelt wurden. Auch das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem langen Weg, den wir noch zu gehen haben.
Noch krasser als bei den Privatsponsoren ist der Zuwachs bei den DHV-Facebook-Fans: Ende 2010 hatten 1.000 Leute „gefällt mir“ geklickt, jetzt haben wir die 45.000 überschritten und damit mehr Fans als alle im Bundestag vertretenen Parteien. Ein klares Zeichen! Nicht nur in Richtung Politik, sondern auch dafür, dass sich immer mehr Menschen trauen, ihre Meinung zum Thema zu sagen. Langsam schwindet die Angst in der Masse bekennender Legalizer und Hanffreunde; zumal die DHV-Seite längst nicht die einzige hanfbezogene Seite auf Facebook mit einer solchen Entwicklung ist.

Nur mit dieser wachsenden Vernetzung war es möglich, große Erfolge bei „Mitmach-Aktionen“ zu erzielen: 30.000 Unterschriften für die DHV-Petition zur Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten, einmal Platz 1 und einmal Platz 2 bei Merkels „Internet-Wettbewerben“ auf YouTube und beim Zukunftsdialog, jeweils unter tausenden von Vorschlägen. Das alles sind nie dagewesene Superlative und Rekorde und hat zu hohem Medieninteresse geführt sowie die öffentliche Diskussion beflügelt.
Und so sieht es auch in vielen anderen Bereichen aus: Immer mehr Leute melden sich in den Kommentarspalten der Medien zu Wort, schreiben Leserbriefe und Emails an Politiker, verteilen Flyer und Aufkleber und organisieren Demonstrationen in ihrer Stadt. Dieses Jahr gab es einen Rekord bei der Zahl deutscher Städte mit Aktionen zum Global Marijuana March. Und auch die Hanfparade, die um die Jahrtausendwende noch erheblich mehr Teilnehmer hatte, wächst wieder.
Denis Magnani, der dritte DHV-Mann, arbeitet mittlerweile jedes Jahr hunderte Bestellungen im DHV-Shop ab und verschickt über 100.000 Flyer, Aufkleber und Plakate an freiwillige Helfer.



Grafik: Anzahl der Privatsponsoren: Entwicklung seit 2006 und Prognosen bis 2015 - Grafik: Maximilian Plenert , mark marker

Im Februar 2012 haben wir mit dem neuen DHV-Forum eine drogenpolitische Plattform online gebracht, auf der diskutiert, vor allem aber ehrenamtliche Aktivitäten koordiniert werden können. Es gibt Regionalbereiche, wo sich Aktive vor Ort vernetzen können, es werden Leserbriefe und Anfragen an Politiker besprochen, es wird Material erstellt, dem DHV-Büro bei Artikeln, Briefen und Übersetzungen geholfen und vieles mehr. Mittlerweile sind über 1.000 Leute im DHV-Forum registriert. Eine gute Entwicklung für ein Forum, in dem es nicht um Growing, Spaß und Laberei, sondern um Politik und Organisation geht, wo konzentriert diskutiert und zielorientiert gearbeitet wird.

Die Richtung stimmt, so darf das gerne weitergehen!
Das alles darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir noch lange keine große Bewegung sind. Ein paar Jahre gutes Wachstum machen aus einem Zwergenkind noch keinen Riesen. Zu Anti-Atom-Demos kommen in Berlin schon mal über 100.000 Leute zusammen, dagegen sind unsere Hanfdemos immer noch Kleinkram. Unser Organisationsgrad ist natürlich erheblich geringer als bei Gewerkschaften oder Berufsverbänden. Für unsere finanzielle Schlagkraft gilt das erst recht. Kein Vergleich zu den Lobbyorganisationen der großen Konzerne, der Stromwirtschaft, der Autoindustrie oder der Banken.
Manchmal werden wir gefragt, warum Gras denn immer noch nicht legal ist, wo es den DHV jetzt schon zehn Jahre gibt und wir so viel Geld haben. Nun, ein Budget von unter 100.000 Euro ist eine sehr relative Größe. Das dürfte in etwa dem Wert des Firmenwagens des obersten Lobbyisten der Energiewirtschaft entsprechen. Dafür verursachen wir vergleichsweise viel politischen Wirbel und Diskussionen, was dazu führt, dass manche Leute den DHV für viel größer halten, als er tatsächlich ist.
Greenpeace hatte im Jahr 2012 über 580.000 Förderer und ein Budget von über 50 Millionen Euro. Die Organisation kann viele Erfolge verbuchen, aber die meisten Atomkraftwerke laufen immer noch. Ein fundamentaler Wechsel der Drogenpolitik ist ebenso wenig von heute auf morgen zu erzwingen.

Auch im Vergleich zu den Legalize-Organisationen in den USA mit riesigen Budgets und großen Mitarbeiterstäben ist der DHV immer noch eher klein. Dort sind etliche Millionen Dollar im Spiel und die Szene aus finanziellen Förderern, Email-Empfängern und Facebook-Fans geht in die Hunderttausende. Allein die Werbeschlachten um die Abstimmungen in Washington und Colorado haben mehrere Millionen Dollar verschlungen. Das liegt auch an einer anderen Spendenkultur, es gibt in den USA viele Wohlhabende, die das Thema mit großen Beträgen unterstützen. Außerdem haben diese Organisationen etliche Jahre Vorsprung. NORML wurde zum Beispiel 1970 gegründet und ist damit satte 30 Jahre älter als der DHV. Der Blick in die USA zeigt uns jedenfalls, was möglich ist und wo wir noch hin müssen, um wirklich schlagkräftig zu werden und letztlich unser Ziel zu erreichen. Immerhin zeigt die Entwicklung genau in diese Richtung.
Die Zeichen stehen jedenfalls gut. International hat der Wandel in der Drogenpolitik begonnen. Mit den Anbau-Clubs in Spanien und den Volksabstimmungen für Legalisierung in Washington und Colorado fängt das globale Hanfverbot langsam an zu bröckeln. Es wird nicht mehr nur diskutiert, sondern auch umgesetzt.

Im Schwung
Jetzt gilt es, diesen Schwung auch nach Deutschland zu tragen. Engagiert euch! Ob finanziell als DHV-Privatsponsor oder bei anderen Vereinen oder aktiv auf Demos, in Ortsgruppen, beim Flyer-Verteilen oder Leserbriefe schreiben, irgendwas kann jeder tun! Überzeugt eure Freunde und Bekannte, ebenfalls aktiv zu werden! Jeder, der nur einen überzeugt, hat sich verdoppelt!
Auf dass die ersten tausend DHV-Privatsponsoren und die derzeitigen Aktivitäten der Szene insgesamt nur Meilensteine sind auf dem Weg zu einer großen Bewegung! Es ist ein sinnvoller Zeitpunkt, aktiv zu werden. Mischt euch ein!
Auf dass ihr später mal euren Enkeln erzählen könnt, ihr habt damals mitgeholfen, das Hanfverbot zu stürzen…
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