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Rototom Rules

240.000 feiern die 20. "One Love" Edition
Publiziert am: 07.09.13 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Janika Takats
Rototom in Action Fotos: J.Takats / Hanf Journal

Wir haben es euch ja mehrmals angekündigt und Ende August war es dann endlich soweit. Das Rototom Sunsplash empfing seine Gäste zum 20. Mal zur 'Love Edition' im spanischen Benicàssim. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, um für euch anlässlich des Jubiläums zu berichten.

Als erstes sollte die Organisation des Festivals gelobt werden, an der sich so manches deutsche Festival ein Beispiel nehmen sollte. Sonst ist man von spanischen Messen und ähnlichen Veranstaltungen das reinste Chaos gewöhnt, doch in diesem Fall haben wir von der Vorlage unserer Akkreditierung bis zum Erhalten unseres Presseausweises im Medienbereich keine zehn Minuten gebraucht und auch die Abfertigung der normalen Besucher schien äußert gut organisiert zu sein.



Die brütende Hitze in Spanien ist wohl der Grund dafür, dass die Konzerte erst abends begannen. Langeweile kam vorher aber nicht auf, denn auf dem Gelände gab es täglich eine Vielzahl von Angeboten, die von Yogakursen über Filme und Vorträge bis hin zu Meditationsrunden im Morgengrauen reichten. Zusätzlich gab es jeden Tag Soundsessions am nicht allzu weit entfernten Strand bei denen man zu entspannten Reggae-Sounds am Strand liegen und im Wasser planschen konnte.

Kurz vor Sonnenuntergang fingen dann die Konzerte an. Neben den Headlinern auf der Hauptbühne traten auf drei kleineren Bühnen weitere Band und Musiker auf. Dazu gab es viele kleinere Djs und Sounds, die die Besucher mit feinstem Reggae, Dub, Ska, Dancehall und Zouk verwöhnten. Um 2 Uhr morgens, nach den Konzerten startete dann die große Dancehall Party in einer eigens dafür vorgesehenen Arena.
Auf dem gesamten Festivalgelände konnte man sich frei mit einer Tüte in der Hand bewegen ohne Angst haben zu müssen Ärger zu kriegen. Für Firmen, die Samen, Hanfprodukte und Paraphernalien verkauften, gab es sogar einen extra Bereich, den man ganz im Sinne des Jugendschutzes, erst ab 18 Jahren betreten durfte und dessen Eingang von einem Polizisten bewacht wurde.

Dort gab es auch die Möglichkeit seine mitgebrachten berauschenden Mittelchen auf deren Reinheit prüfen zu lassen, um das Gesundheitsrisiko durch verunreinigte Stoffe zu minimieren. Von diesen Zuständen kann man hierzulande nur träumen. Die Testangebote der Initiative Eve & Rave, die ähnliche Ansätze verfolgte, wurde in Berlin vom Staat verboten und auch vom unbehelligten Kiffen in freier Wildbahn sind wir noch weit entfernt. Was sich hoffentlich irgendwann ändern wird. Das Rototom ist in jedem Fall ein gutes Beispiel dafür, wie friedlich und entspannt ein Festival ablaufen kann wenn die Gäste nicht wegen Banalitäten von der Polizei drangsaliert werden.
Vor dem Gelände und auf den Straßen in und um Benicassim führte die spanische Polizei allerdings doch einige Kontrollen durch, bei denen besonders Autos mit ausländischen Kennzeichen aus dem Verkehr gezogen worden sein sollen.

Krönender Abschluss des achttägigen Festivals war die Show von Damian Marley, der dieses Jahr in Europa exklusiv auf dem Rototom auftrat. Der Auftritt sorgte für viel Aufsehen und es war deutlich eine verstärkte Medienpräsenz am letzten Tag zu spüren. Die Show von Busy Signal wurde ebenfalls euphorisch vom Publikum gefeiert. Busy Signal musste sämtliche Festivals im vergangen Jahr auslassen, da er sechs Monate wegen Flucht vor der Staatsgewalt und der Verwendung gefälschter Papiere in einem US-Gefängnis saß. Weitere Highlights waren die Shows, von Mr. Vegas, Gondwana aus Chile, Alborosie, den Skatalites, John Holt und Cecile, die sich als einzige kritisch über die homophoben Ansichten ihrer Kollegen äußerte und sich für Toleranz und ein friedliches Miteinander aussprach.

Während bei den meisten Festivals Pressekonferenzen hinter verschlossenen Türen und nur in Anwesenheit ausgewählter Journalisten abgehalten werden, fanden auf dem Rototom ebenfalls Pressekonferenzen in der Reggae University, einem der Foren auf dem Festival für Vorträge und Diskussionen statt. Dort erhielten auch Fans die Gelegenheit ihren Idolen Fragen zu stellen und sie einmal aus nächster Nähe zu erleben.

Die Atmosphäre auf dem gesamten Festival war durchweg entspannt, was bei der Größe der Veranstaltung besonders beachtlich ist. Dieses Jahr verzeichnete das Festival unglaubliche 240.000 Besucher. Auch spürt man deutlich, dass hier Menschen mit Leib und Seele im Einsatz sind und nicht in erster Linie den Profit im Auge haben. Das merkt man auch daran, dass das Festival auf Sponsoren verzichtet. An Stelle von Werbung bekannter Getränkehersteller sieht man überall Bilder von Künstlern verschiedener Nationalitäten. Anstatt als Werbeträger zu dienen, setzten die Veranstalter lieber darauf ihre eigenen Getränke zu verkaufen und das zu äußerst fairen Preisen. Außerdem wird auf Umweltfreundlichkeit geachtet, unter anderem durch Mülltrennung und das Bestreben den Plastikmüll so gering wie möglich zu halten und stattdessen auf umweltverträglichere Materialien auszuweichen.

Auch wenn das Rototom Sunsplash nicht gerade um die Ecke liegt, lohnt sich ein Besuch des Festivals alle Mal. Nächstes Jahr wird das Rototom vom 16. bis 23. August in Benicàssim stattfinden. Tickets für's Festival können für den gesamten Zeitraum, aber auch für jeden einzelnen Festivaltag erworben werden. Wir sehen uns im nächsten Jahr...
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