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Egaming Oktober

Grand Theft Auto V
Publiziert am: 01.10.13 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Test & Text: mze
Eine neue Welt liegt zu Füßen Foto: Rockstar Games

Matrix Reloaded

Die GTA-Serie ist mehr als eine reguläre Spieleerfahrung. Seit dem dritten Teil, der das Open World Geschehen in die dritte Dimension verfrachtete, war es um millionen Menschen geschehen. Sie siedelten zeitweise auf ihre Konsolen über.
In die stark anarchistischen Städte von Grand Theft Auto.

GTA V beschränkt sich nicht, wie sein fünf Jahre alter Vorgänger auf eine einzelne Stadt, sondern orientiert sich am Ableger SAN ANDREAS, das neben tieferer Charakterentwicklung, bereits drei Städte und ihre verbindenden Naturgebiete bot.

V bietet eine Stadt mit Natur, aber alles eine Nummer größer.

Wie groß das Spiel wirklich ist, wird sich in ein paar Monaten sagen lassen, dass man sich nicht über mangelndes Spielspaßangebot beklagen kann, stand jedoch schon vor der Veröffentlichung fest. Vom Tennis, zum Tauchen, Golfspielen, Rennfahren, Skydiving über Internet Ausflüge, Börsengänge und Sekteninfiltration. GTA V ist eine bitter böse Welt in unserer bitter bösen Welt.

Selbst Medical Marijuana Dispensaries lassen sich in Los Santos betreiben - Weed ist allgegenwärtig.

Drei Schicksale werden dem Spieler dieses Mal überlassen, die oft zusammen agieren müssen, aber auch alleine im riesigen Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihr Glück versuchen dürfen. Da ist Michael, der sich als Profidieb einen Namen machte und sich pensioniert im Familiendilemma wiederfindet. Dazu gesellt sich Trevor, ein widerlicher Typ, dessen Lebensweg selbst von Rockstar North lieber unerwähnt bleibt, der aber dank Vietnam-Erfahrungen einige Dienste vorweisen kann. Der dritte ist Franklin, der aus Ghettoverhältnissen stammt, Intelligenz besitzt, aber immer wieder über seine Wurzeln stolpert. Zu dritt bilden sie ein Team, dem das Ausführen geschickter Raubüberfälle als Handwerkstalent in die Wiege gelegt wurde.

Dazu muss der Spieler planen, vorsorgen und den Coup schlussendlich ausführen. Er kann dabei fließend zwischen den dreien per Knopfdruck hin und her schalten und die jeweils benötigte Tätigkeit ausführen, um erfolgreich mit dem Diebesgut im Gepäck das Weite suchen zu können. Dies Funktioniert über direkte Taten im Spiel, also so realistisch wie virtuell möglich. Man besorgt Fahrzeuge, Material, Informanten und bewegt sich durch die künstliche Umgebung, wie man es aus der echten gewohnt ist. Der Spieler muss dabei auf jede Spontansituationen reagieren, als wäre die künstliche Welt echt. Da Stecker zum Gehirn noch nicht verfügbar sind, muss die komplette Steuerung der ausbaubaren Figuren, Vehikel, Waffen und Gadgets über das Joypad gelingen, was dank überlegtem Einsatz von Menüs und Tasten gut gelingt und das fehlende Interface zum Gehirn noch nicht vermissen lässt.

GTA V beendet die aktuelle Konsolengeneration mit dem größten Knall den man sich hätte wünschen können. Technisch, inhaltlich und vom gesamten Unterhaltungsfaktor. Da zwei Wochen nach der Übersiedlung ins Rockstar Leben der Online Modus von GTA V freigeschaltet wird, der 16 Freunde gemeinsam alles erlaubt, was man in den vorherigen Tagen alleine erlernt hat (und noch weit mehr), werden Online-World Versprechungen der kommenden Hardwaregeneration noch auf der aktuellen eingelöst. Getunte Autos in der eigenen Garage für das nächste Online-Rennen zu horten, im eigenen Haus, das durch Börsenhandel verdient wurde, Kumpels zu empfangen, um ne Runde Tennis zu spielen oder mit dem Gleitschirm vom Dach zu hüpfen, während man sich versucht zur größten Online-Räuberbande zu zählen, sind nur klägliche Beschreibungen des derzeit umfangreichsten Videospiels unseres Planeten.

Dank einhundert prozentiger Erzählsicherheit, der Gestaltung der stilsicheren Gangsterstory, der sarkastischen Welt sowie der unzähligen "Freizeitgestaltungsoptionen", haben aber bereits konsequente Singleplayer drei ganze Leben lang zu tun.

Neo´s Geo 2013 – The Future is now!



Grand Theft Auto V
Fotos: Rockstar Games
Circa 69€
USK 18
PS3 - ASIN:B0071L2QHG
Xbox 360 – ASIN:B0071L2QNA



Diablo III
Ritter der Dämonen

Auch wenn das Diablo III Fieber auf den PC´s schon wieder abgeklungen seien könnte, startet die elektronische Suchtkrankheit nun auf Konsolen erst richtig durch. Schon die Vorgänger sorgten bei Abhängigen für nächtelange Session in düsteren Verliesen und vermoosten Kellergewölben, um sich in der Schlacht gegen Dämonen und Teufelsvolk, neben dem Erretten der Welt, die schönste Rüstung und effektivsten Waffen zusammen zu schustern. Die Jagd nach den besten Items ist Teil des Erfolgskonzeptes der Diablo Serie, dessen Geschehen aus der angschrägten Top-Down Perspektive dargestellt wird und vom eigentlichen Gameplay an das legendäre Gauntlet erinnert.



Auch da sich Diablo III nun im Vierspieler-Modus gleichzeitig an einem TV bedienen lässt, werden Erinnerungen an Ataris alten Automatenklassiker wach.
Die Vielzahl der im Spiel verfügbaren Items und die Möglichkeit seinen Charakter zu entwickeln, machen aber den gewaltigen Unterschied zum fast 30 Jahre alten Klassiker und dazu den Großteil der entstehenden Spielsucht aus. Zu Beginn des Abenteuers erwählt man einen Kämpfer und rüstet dessen Slots mit den verfügbaren Mitteln bestmöglich aus. Das bekannte PC-Menü wurde den Konsolenpads angepasst und durch eine Kreisauswahl, die sich gut bedienen lässt, ersetzt. Items lassen sich einfach erkennen und ebenso einfach anwählen. Dies führt aber immer zu einer Pause im Spielfluss. Gerade im Multplayer-Modus brauchen Mitspieler langen Atem, falls niemand auf seine detaillierten Infos verzichten und ein neues Item nicht einfach nach minimal Vergleich -durch farbige Pfeile während des regulären Spielverlaufs erkennbar- direkt per Knopfdruck anlegen mag.
Letzteres Feature macht das auf den ersten Blick actionlastig wirkende Gameplay, das famos an die Gamepads angepasst wurde, nochmals etwas arcadiger und schlägt somit erneut den Bogen zu Ataris Ur-Vater. Da während der Schlachten jedoch immer Werte und Eigenschaften der Krieger, Feinde, eingesetzten Waffen, Magien und Items eingerechnet werden, bleibt Diablo III ein tiefgängier Dungeon Crawler mit starken Rollenspieleinflüssen. Online wie offline kann man mit drei Freunden einen ungezwungenen "Vierer" starten, wobei gerade bei der Multiplayer-Offline-Variante schnell bewusst wird, wie spaßig Videogames im realen Beisammensein waren und noch heute seien können.

Grafisch möchte Diablo III mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde punkten, wird jedoch von Horden auftretender Feindesschaaren teilweise auf die Hälfte gebremst. Schaden tut dies der intensiven Sammelsucht nicht, da man eh mit der konzentrierten Dezimierung, dem erfolgreichen Zaubern und der Suche nach legendären Items in gewaltigen Gebäuden beschäftigt ist und sich von dem düsteren, stimmungsvollen Gesamtambiente in seinen Bann ziehen lässt. Charaktere lassen sich sogar über USB-Stick mit zu Freunden schleppen, alle Updates, Patches und auch Zusatzinhalte sind auf den Konsolenversionen enthalten, was ohne Installations- und Onlinepflicht, im Gegensatz zu den PC-Versionen, einen weiteren Vorteil einspielt.

Wer sich auf Wochen im Dunklen einkerkern möchte, stimmungsvollen Geschichten verfallen und in der Welt von Diablo III versinken möchte, um zum mächtigsten Kämpfer heranzuwachsen, während man Dämonen in Massen verbannt, der tut dies bereits sicherlich. Aber auch alte Arcade Zocker bekommen mit der Konsolen Version eine erstklassige Umsetzung eines PC-Phänomens, das besser kaum hätte portiert werden können und genügend Retro-Gameplay-Charme mit Suchtfaktor versprüht.

Verflucht gutes Teil.



Diablo III
Fotos: Activision Blizzard
Circa: 55€
USK 16
PS3 - ASIN:B00BMLXPYE
PS4 – ASIN:B00BJ3CYVA
Xbox360 - ASIN:B00D8WO0KS
PC/Mac-DVD – ASIN:B0041O5LNM




Killer is Dead
Mondo di notte

Suda 51. Der Name sollte reichen, um Alarmglocken anzuwerfen. Der japanische Ausnahmekünstler hat mit seiner Grasshopper Manufacture schon manch merkwürdige Gamekreation geschaffen, welche zwar erst einmal das Wort "killer" im Namen verwendete, aber eigentlich allesamt so beschrieben werden könnten, wenn Gameplay, Inhalt sowie die grafischen Aspekte erklärt werden sollen. Suda Goichi nutzt mit Vorliebe den Look des Cell-Shadings. Durch schicke Echtzeit-Licht- und -Schattenwürfe, oft auf einfarbigen Polygonen, entstehen animierte Bilder, die im Einzelnen einem abstrakten Comic entsprungen seien könnten.
In Bewegung ähneln sie einem höllischen Trip. Viel Blut und die Visualsierung von Geschwindigkeiten werden als Stilmittel genutzt, um die ohnehin schon künstlerisch anspruchsvolle Grafik während der Action stärker zu verzerren.

Und von starker Action gibt es Killer is Dead genug.



Protagonist Mondo Zappa ist Agent und Scharfrichter und neben dem Einsatz eines Katana Schwertes zum Schießen verschiedener Projektile mit einer mechanischen Armprothese befähigt. In der Freizeit bandelt er gerne mit leichten Mädchen in speziellen Etablissements an, und spannert sich einen an deren reizvollen Kurven zwecks Weiterentwicklung seiner einarmigen Abschussfähigkeiten. - Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Mondo arbeitet für eine Agentur die Auftragsmorde annimmt und sich dafür von der Regierung bezahlen lässt. Obskure Personen wollen noch seltsamere Gestalten aus dem Weg geräumt haben, um ihren Seelenfrieden wieder zu finden. Da Mr. Zappa aber schönen Frauen erliegt, nimmt er neben lukrativen Geschäften auch mal einen Job für einen Kuss an, der ihn zwecks Erfüllung bis auf die dunkle Seite des Mondes verschlagen kann. Nicht nur Grafisch, auch von der Erzählung wird der Spieler hier auf einen virtuellen Trip geschickt, der mit vielen Fragezeichen versehen wurde. Alejandro Jodorowsky könnte grüßen lassen.

Spielerisch macht das Hack´n Slay eine gute Figur, da genügende Manöver, optionale Armprothesen wie Specialmoves angeboten werden. Gerade das Ausweichen macht Laune, wenn es perfekt gelingt und Mondo zum wütenden Killer in Lichtgeschwindigkeit mutieren lässt. Sein Katana zerschneidet dann bei hundertfacher Beschleunigung das abstrakte Angreifertum, während Farben aus Umgebung und verspritzter Körperflüssigkeit verschwimmen. Leider sind die Level insgesamt recht kurz geraten und durch eine wenig ansprechende Kartenauswahl strikt getrennt. Da der gesamte Inhalt sonst jedoch hochwertig und mit künstlerischem Anspruch designed wurde, was auch für die taktischen und abwechslungsreichen Bosskämpfe gilt, fügt sich, wie bei Suda üblich, ein Teil in den Nächsten, bis ein recht einmaliges Ganzes entsteht.

Auch musikalisch beweist der Designer das richtige Händchen und bietet extrem gelungene Akira Yamaoka Klänge abseits regulärer Hollywood-Komponisten-Tripple-A-Game-Kompositionen. Killer is Dead darf man somit nicht unterschätzen. Die Sogwirkung, die Suda 51 aus guten Kämpfen, stylischen Morden, Fremdschäm-Flirts und der bizarren Stimmung entstehen lässt, verursacht, dank kontinuierlichem Farbrausch simultane Orgasmen auf Netzhaut und Zirbeldrüse.

„Thought characters and words merely but art, and bastards of his foul adulterate heart.”
A killer through art.



Killer is Dead
Fotos: Koch Media GmbH
Deep Silver
Circa: 55€
USK 18
PS3 – ASIN:B00DPFKL2E
Xbox360 – ASIN:B00DPFKKSO
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