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Sie tun‘s wirklich

Am 10. Dezember will Uruguay Cannabis re-legalisieren
Publiziert am: 10.12.13 - Medienformen: Medienform Text

Autor: Michael Knodt


Uruguay verfügt über hervorragende Fußballspieler und, was noch viel seltener und wertvoller ist, eine Vernunft begabte Regierung. Sah es vor einem knappen Jahr noch so aus, als hätte Präsident José Mujica seine Legalisierungspläne auf Eis gelegt, scheint das kleine Land innerhalb weniger Monate mit den Plänen zur Re-Legalisierung von Cannabis unter strengen Jugendschutzrichtlinien ernst zu machen. Fast wöchentlich gibt es eine neue Meldung (siehe News Seite 11) und selbst die letzte Abstimmung im Senat am 10. Dezember scheint nur noch formaler Natur.

Die „Urus“ werden es tatsächlich tun, das Land wird, so viel ist jetzt schon sicher, nicht im Chaos versinken, nicht mal einen klitzekleinen Börsen-Crash wird es geben. Es werden auch nicht mehr Drogentote zu beklagen sein, vielleicht gibt ein paar mehr Kiffer, dafür ein paar weniger, die sich an Alkohol berauschen. Diese Entwicklung ist in Kalifornien bereits statistisch belegt. Uruguay hat uns ganz nebenbei vorgemacht, dass man eigene Wege gehen kann, selbst wenn die Staatengemeinschaft ein wenig Alarm schlägt. Bis in die Abendnachrichten haben es weder die Re-Legalisierung noch die UNO-Schelte bislang geschafft. Es wird auch in Zukunft wenig Spektakuläres geschehen, nur weil Cannabis in einem klein Land zwischen Argentinien und Brasilien nicht mehr illegal ist.

Für die vielen Betroffenen ist es immerhin eine große Erleichterung, für den Rest der Bevölkerung wird es spätestens dann Wichtigeres geben, wenn sie sehen, wie unspektakulär das Ganze von statten gehen wird. Genau davor haben die am meisten Angst, die das weltweite Verbot weiterhin aufrecht erhalten wollen. Keines der Horrorszenarien wird sich erfüllen und der Umgang mit Cannabis wird auf die Dauer so normal wie heutzutage der mit Alkohol. Allerdings mit dem Unterschied, dass der Jugendschutz, anders als beim Alkohol, von der ersten „legalen Kiffergeneration“ an streng überwacht und, wie in den halb-legalen Coffeeshops in den Niederlanden, auch durchgesetzt werden kann. So wie heute beim Alkohol, wofür wir Europäer allerdings ein paar Jahrhunderte flächendeckenden Alkoholmissbrauch benötigt haben.

Spannend wird lediglich sein, wie die großen Nachbarn und der Rest der Welt mit dem Alleingang umgehen werden. Im besten Falle werden sie Uruguay als Experiment von außen betrachten, im schlechtesten werden sie den internationalen Druck erhöhen, um Uruguay zu zwingen, einen Salto rückwärts zu machen. Dann bliebe zu hoffen, dass die Urus auch ganz unerwartet beim Hanf gewinnen, so wie schon 1930 und 1950 bei der Fußball-WM.

Michael Knodt
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