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Von wegen Dünger

Wenn Lehrer bloggen- Ein Kommentar
Publiziert am: 21.03.14 - Medienformen: Medienform Text

Finger weg von Dünger, Badesalz & Co


Die Süddeutsche Zeitung unterhält einen Lehrer-Blog, in dem die eine Lehrkraft mit dem Pseudonym Cathrin Kurtz aus ihrem Schulalltag berichtet. Der gestrige Eintrag "High durch Pflanzendünger" drehte sich um vier Schüler, die physische Probleme hatten, nachdem sie angeblich Pflanzendünger geraucht hatten. Frau Kurtz fand die Sache gar nicht so dramatisch, schließlich kommen ja nur leicht abgedrehte Neuntklässler auf die Idee, Pflanzendünger-Granulat zu rauchen. Die Begründung, irgendwer habe sie auf die Idee gebracht, das törne, wird mit keiner Silbe hinterfragt. Zum Glück habe der hilflose Zustand der Schüler eine abschreckende Wirkung auf die Mitschüler und so sein Gutes gehabt.

Nix gemerkt-aber den Mund aufreissen

Falls es Ihnen bis heute entgangen sein sollte, liebe Frau Kurtz: Ihre Schüler haben höchstwahrscheinlich brandgefährliche, so genannte Legal Highs geraucht und Sie haben nix gemerkt. Wie auch? Hätten die Jungs es zugegeben, wären sie in Teufels, oder besser gesagt, in Direktors Küche gekommen und nach allen Regeln der Pädagogen-Kunst "gedisst" worden, um bei Ihrer Wortwahl zu bleiben. Hätten sie, was man von einer Lehrerin unter 60 heutzutage erwarten muss, auch nur ansatzweise Ahnung von effektiver Präventionsarbeit oder dem Entstehen problematischer Konsummuster, müssten beim "Dünger-Granulat" alle Alarmglocken läuten. Stattdessen wird noch ein wenig inhaltslos über Tee zum Rauchen, Engelstrompete und teures Cannabis gefaselt- "Danke für die Tipps, Frau Lehrerin" wird sich jetzt so mach jugendlicher Leser Ihres Blogs sagen. Sie können froh sein, dass die ihnen Anvertrauten den Scheiß nicht durch die Nase gezogen, sondern "nur" geraucht haben. Das "Sniefen" ist die eigentlich für solche Düngergranulate vorgesehene Applikationsform, die weitaus effektiver und deshalb auch viel gefährlicher ist. Seien Sie dankbar, dass alle überlebt haben. Die von Ihnen erwähnten Bemühungen zur Drogenprävention, die sich nicht von denen der meisten anderen Schulen unterscheiden, sind reine Makulatur, weil die Schüler sofort merken, wie wenig Plan Aufklärer und Lehrkörper vom Thema haben, wie der Vorfall wieder einmal beweist. Auch hilft es nichts, ihren Garten leerzuräumen, nur weil sich einige junge Menschen an legalen Gewächsen berauschen könnten. Diese sind allesamt besser erforscht und deshalb weniger gefährlich als der Dünger Ihrer Neuntklässler. Doch dazu müsste man sich mit der Thematik ernsthaft und vor allen Dingen unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten auseinandersetzen. Wer das tut, muss schlussendlich Sinn und Zweck der schulischen Prävention in ihrer derzeitigen Form in Frage stellen.
Da ist es doch viel bequemer, an Dünger-Granulat zu glauben, ansonsten die Finger vom Wissen über Substanzen zu lassen und in der SZ über kotzende Schüler zu bloggen.





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