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Hanfberatung im Hanf Journal
Erste Hilfe für Kiffer
Publiziert am: 25.08.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04august artikel Die Hanfberatung im Hanf Journal >>Erste Hilfe für Kiffer

Ob auch in diesem August endlich einmal die Sonne scheint, konnte Kascha R. uns leider nicht beantworten. Dafür wusste sie aber sonst fast alles – zumindest wenn es um Drogen ging. Das gibt uns zu denken . . . und euch Hoffnung, denn auch für dich ist Kascha da, unter hanfberatung@hanfjournal.de

 

Stefan, 27 aus Bochum fragt:

„Hallo Kascha,

sicher hast du auch im letzten „Spiegel“ die erschreckenden Artikel über Kiffen gelesen. Meine Freunde und ich haben uns sehr darüber geärgert, da die meisten von uns allerdings nach der Arbeit gerne mal, und das schon seit Jahren, einen Joint rauchen hat uns der Teil mit den Ratten ziemlich erschreckt. Stimmt es, was „Der Spiegel“ dort berichtet, dass das auf Dauer das Gehirn schädigt?“

 

Kascha beruhigt:

„Hi Stefan.

Die Studie der Uni Bremen, die in dem Artikel zitiert wird, wird leider sehr entstellt wiedergegeben. Es wurde den Ratten nicht, wie behauptet, die Menge THC „entsprechend einem Joint“ täglich injiziert, sondern eine synthetische Substanz, die nicht im Hanf vorkommt. Diese Substanz wirkt etwa viermal stärker, sodass den Ratten eine Menge zugeführt wurde, die einem täglichen Konsum von mehr als drei Gramm bei einem durchschnittlich schweren Menschen entspräche. Ein durchschnittlicher europäischer Joint enthält weniger als 0,5 Gramm Dope und wird meist nicht alleine geraucht. Dass so eine krasse Menge auf Dauer, und vor allem vor und während der Pubertät, nicht gut sein kann, glauben wir gerne. Die größte Gefahr besteht bei täglichem Konsum nach wie vor im Rauchen, was durch den Gebrauch von Vaporizern oder das Essen oder Trinken von Space-Cookies oder Haschisch-Kakao weitgehend ausgeschaltet werden kann (wie die Hanf Journal-Redaktion auch zur Zeit anschaulich vorlebt).

Mehr zum „Spiegel“-Artikel erfahrt ihr unter www.hanfjournal.de“

 

Christiane (16) aus Würzburg fragt:

„Hey Kascha,

ich kiffe zwar nur jedes Wochenende, habe aber trotzdem ein Problem. Ich ballere mich, wenn ich breit bin immer dermaßen mit Süßigkeiten und Chips voll, dass ich echt Bedenken habe auf Dauer aus dem Leim zu gehen. Nicht dass ich darauf Wert legen würde wie eine Magersüchtige rumzulaufen, aber du verstehst vielleicht, dass ich gerne irgendetwas gegen diesen Zucker-und-Fett-Fressfilm machen würde? Gibt es vielleicht irgendwelche Appetitzügler, die du empfehlen kannst?“

 

Kascha antwortet:

„Hallo Christiane,

ich kann deine Sorge durchaus verstehen. Allerdings ist es durchaus nicht unsinnig etwas zu essen, wenn einen der Fressfilm packt. Gerade wenn man sehr viel geraucht und sehr wenig gegessen hat, kann man schon schnell mal ein Ende weiter weg von der Erde sein als beabsichtigt. Es müssen aber nicht immer Schokolade, Gummibärchen und Chips sein. Großartig ist zum Beispiel Obst. Die Erdbeersaison ist fast vorbei, aber Erdbeeren können süßer sein als manche Süßigkeiten und haben auch noch viel Vitamin C und sind gesund. Auch Kirschen und Äpfel sind nicht zu verachten. Süße, saftige Orangen oder Mandarinen helfen auch prima gegen den trockenen Mund, und denk mal wenn du richtig breit bist an eine saftige, süße, frische, reife Melone. Bananen helfen am besten, wenn der Magen droht zu implodieren und die Galaxie in sich aufzusaugen. Und die Jamaikaner machen es vor: Esst Mangos. Die sollte man sich aber schon vor dem Rauchen in kleine Stückchen schneiden, sonst kann das Gefummel mit dem ziemlich großen Kern schnell nervig werden. Trinken muss man nicht immer Cola und Zuckerbrause, es gibt ziemlich viele leckere Säfte in letzter Zeit.

Appetitzügler dagegen empfehle ich nicht so sehr. Die chemischen sind sowieso nicht zum Spaßgebrauch gedacht und außerdem ist ein schön fruchtig ausgelebter Fressfilm viel schöner als gar keiner. Im Ernstfall isst man schnell ein Vollkornbrötchen mit Honig, das ist nicht viel, macht aber ordentlich satt.“

 

Danny (16) aus Berlin fragt:

„Moin Kascha,

Danke erst mal für die vielen Tipps, die du jeden Monat gibst, hab schon ’ne Menge Fragen beantwortet gekriegt ohne fragen zu müssen. Nur diese nicht – oder ich hab sie überlesen: Ich drehe mir meine Filtertips immer aus Flyern von irgendwelchen Parties oder McDoof-Gutscheinen oder so. Mein Bruder meint aber, dass das nicht gut ist weil ich da wohl voll die Chemie abkriege und es auch scheiße schmeckt. Den Geschmack mag ich eh nicht, aber stimmt das mit der Chemie? Was empfiehlst du als Filtertip, und so nebenbei, wie groß sollte der am besten sein?“

 

Kascha antwortet:

„Hey Danny,

gute Frage, da sollten jetzt auch alle anderen mal gut hinhören: nehmt nicht so eklige lackierte Flyer als Tips. Der Rauch von so einer Tüte ist ziemlich heiß und kann wenn er so durch den Filter gezogen wird, ziemlich eklige Chemikalien loslösen, die ihr dann alle schön einatmet. Rauchen ist eh schon nicht die gesündeste Konsumform, aber das muss nicht sein.

Was kann ich empfehlen? Es gibt so Filtertip-Blöcke zu kaufen im Head Shop, manchmal werden die auch als Werbegeschenk verteilt, z. B. auf der Hanfparade (wo du ja sicher hingehst) solltest du die Augen offen halten. Die sind auch nicht alle gleich gut, 2,5 x 6 cm sind ein gutes Format. Können statt sechs auch fünf Zentimeter sein, ganz nach Geschmack, aber viel schmaler als 2,5 cm sollten sie (finde ich) nicht sein weil sie sich dann in einer Tüte nicht mehr gut eindrehen lassen. Gut machen sich auch BVG-U-Bahn-Fahrkarten aus dem Automaten, ist allerdings eine vergleichsweise teure Alternative, weil man für zwei Euro gerade mal drei oder vier brauchbare Tips bekommt. S-Bahn-Karten sind auf Thermopapier gedruckt und daher eher nicht anzuraten. Unschlagbar sind dagegen die Filtertips vom Deutschen Hanf Verband (DHV). Die sind nämlich aus Hanf und du unterstützt mit dem Kauf dieser Tips die Legalisierungsarbeit des Verbandes. Besser geht’s wirklich nicht.“

Eure Kascha R.
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