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Dry or Die
Wie trockne ich richtig, um das Beste aus meinem Gras herauszuholen?
Publiziert am: 19.10.04 - Medienformen: Medienform Text


Wer es versteht, sein Gras richtig zu ernten und zu trocknen, der wird mit dem potentesten Rauch belohnt werden. Wenn es falsch geerntet und getrocknet wurde, kann es viel Potenz verlieren. Das richtige Trocknen kann die Wirkstoffkonzentration am genetischen Maximum halten, es kann aber nie die Potenz selbst steigern!


Durch Trocknung verdunstet nicht nur 75 Prozent des vorhandenen Wassers, es wird auch das THC von seiner unaktiven sauren Vorform in die pH-neutrale psychoaktive Form umgewandelt. Dabei muss jedes THC-Molekül einen Teil seines Feuchtigkeitsgehaltes abgeben, um wirklich psychoaktiv zu werden.


Wenn man eine Pflanze oder einen Pflanzenteil abschneidet und zum Trocknen hängt, geht der Transport von Flüssigkeiten immer noch weiter, wenn auch mit verminderter Intensität. Die natürlichen Pflanzenprozesse kommen langsam zu einem Ende. Die äußersten Zellen trocknen natürlich als erstes, anfangs noch mit Feuchtigkeit versorgt, das von den inneren Zellen nach außen dringt. Entfernt man die großen Blätter und Stängel am Anfang, so wird sich der Trocknungsprozess beschleunigen, jedoch erhält man dadurch auch ungleichmäßig getrocknete Buds. Durch schnelles Trocknen bleiben Chlorophyll und weitere Pigmente sowie Stärke und Nitrate in den Zellen gefangen und lassen das Gras ungleichmäßig brennen sowie grün und kratzig schmecken.


Geschmack und Geruch werden besser, wenn die Pigmente abgebaut wurden. Durch langsames, gleichmäßiges Trocknen können die Pigmente zersetzt werden. Wenn die gesamte Pflanze über drei bis vier Wochen bei circa 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit (LF) und 15 bis 21 Grad Celsius zum Trocknen aufgehängt wird, so erhält man ein wohlschmeckendes, nicht kratzendes Gras erster Güte! Dabei bilden die großen Blätter auch ein Schutzschild um die Buds und schützen so die empfindlichen Drüsenköpfe.

Deswegen ist es zu empfehlen, die Maniküre der Buds erst nach der Trocknung zu machen. Aber mehr über die Maniküre beim nächsten Mal.


Achtung: Durch unachtsames und grobes Hantieren können viele Drüsenköpfe abfallen. Auch dadurch kann der THC-Gehalt empfindlich beeinträchtigt werden.


So trocknen erfahrene Grower oft ihre Pflanzen:


Sie schneiden die gesamte Pflanze ganz unten am Stamm ab und hängen sie kopfüber an einem Seil auf. Dabei achten sie darauf, dass sich die hängenden Pflanzen nicht berühren, um eine gleichmäßige Trocknung zu erreichen sowie Schimmelgefahr zu minimieren. Ihre Räume sind dunkel, denn vor allem direktes Sonnenlicht zerstört THC. Temperatur 15 bis 21 Grad Celsius, relative LF bei ca. 60 Prozent.


Um die gewünschten Bedingungen konstant zu halten, können verschiedene Hilfsmittel nötig sein:

  • Umluftventilator bessert die Verteilung der Luftfeuchte im Raum

  • Raumluftentfeuchter zur Kontrolle der LF

  • Klimaanlagen eignen sich, um die relative LF zu senken und gleichzeitig die Temperatur zu kontrollieren.


Achtung: Oft trocknet die Ernte ungleichmäßig auf, weil die Ventilatoren direkt auf die Pflanzen gerichtet wurden.


Je nach Temperatur und LF werden die Pflanzen nach circa ein bis vier Wochen trocken genug zum Rauchen sein.


Wenn sie schon nach einer Woche recht trocken erscheinen, entfernen viele Grower die noch feuchten Buds von den Stielen und lassen sie in Plastiktüten langsam und unter täglicher Kontrolle weiter reifen/trocknen. Achtung: Schimmelgefahr, wenn die Blüten innen noch zu feucht waren!


Wenn sie länger hängen bleiben können, werden sie meist nach circa drei Wochen abgenommen und manikürt. Die Blüten fühlen sich dann richtig trocken an, aber noch nicht vollkommen brüchig. Nun werden vorsichtig alle Blätter entfernt. Große, nicht harzbedeckte Blätter werden so gut wie immer direkt entsorgt. Aus den kleinen, harzreichen stellt manch geschickter Grower noch Wasser-Hasch oder Butter oder oder oder her.


Jorge Cervantes ist Autor des NEU überarbeiteten Buches „Marijuana Drinnen“, der Growing-Bibel, mit über 200 neuen Farbbildern. Weiterhin ist er Verfasser von: „Marijuana Inoors: Five Easy Gardens“, „Marijuana Outdoors: Guerilla Growing“ und „Jorge’s Rx“. Er schreibt für insgesamt zwölf europäische Magazine in fünf Sprachen. Seine Bücher gibt es teilweise in Holländisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch.



Bildüberschriften:

  1. Um das THC in diesem schönen Yumboldt-Bud zu erhalten muss es richtig getrocknet werden!

  2. Anzeichen von Schimmel, Verbrennungen und Quetschungen werden immer vor dem Trocknen entfernt, denn Fäule setzt immer zuerst an beschädigtem Gewebe an.

  3. Die großen äußeren Blätter schützen die empfindlichen Drüsenköpfe

  4. Diese „Nevilles Haze“ wurde richtig getrocknet, und die Drüsenköpfe wurden nicht verletzt.




Sortenportrait:


Skunk #1


Skunk #1 ist der ultimative Klassiker. Beinahe die Hälfte der holländischen und kanadischen Sorten haben eine Portion an Skunk #1-Genen. Die Sorte wurde 1978 von den in Kalifornien ansässigen „Sacred Seeds“ entwickelt. Diese eine Sorte veränderte die Cannabis-Zucht in den Niederlanden sowie dem Rest der Welt nachhaltig. Natürlich hat sie auch zahlreiche Preise auf einschlägigen Cups gewonnen. Mit der Wahl dieser Sorte kann man definitiv nichts falsch machen. Obwohl sich Sensi Seeds den Namen hat schützen lassen, kann man diese Sorte im Programm zahlreicher Samenbanken finden. Netter Nebeneffekt der langen und ausartenden Geschichte dieser Sorte ist, dass sie und die meisten ihrer direkten Kreuzungen sehr preisgünstig gehandelt werden.


Geschmack: „skunky“, süß

Wirkung: sehr kopflastig

Potenz: stark, aber man funktioniert noch, niedriger CBD-Anteil

Genotyp: Kolumbiansche Sative/Afgani Indica X Acapulco Gold Mexican Sativa

Anbau: einfach zu kultivieren, aber nicht zu viel Dünger!

Geruch der Pflanze: stinkend süß, aber nicht übermäßig

Wuchsverhalten: hohes Blüten- zu Blattverhältnis, dicke, lange Blütenstände, neigt zu langen Internodien

Ertrag: sehr hoch!

Anfälligkeit auf Krankheiten/Schädlinge: schimmelanfällig während der Blüte

Indoor-Blüte-Zeit: 50 bis 70 Tage, viele früh blühende Sorten erhältlich

Outdoor: Mitte Oktober fertig, perfekte Gewächshauspflanze

Ernteaufwand/Maniküre: sehr leicht, wenig Arbeit

Quantität/Qualität des Haschisch von den Ernteresten: beides gut

Jorge Cervantes
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