Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*

  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

growing
*
Versenden: Artikel drucken Bild Druckversion
Jorges Grow Corner
Schimmelpilz entzaubert
Publiziert am: 09.09.04 - Medienformen: Medienform Text


Die Erntezeit rückt immer näher! Wenn die Pflanzen reifen,ändern sich die Wuchseigenschaften. Die Äste werden länger, neue Blätter habenweniger Finger und der Nährstoffbedarf ändert sich. Die Pflanzen brauchenwährend der Blüte mehr Phosphor und Kalium und dafür weniger Stickstoff. DieMännchen sind hoffentlich schon längst entfernt. Falls ihr euch beim Geschlechteurer Pflanzen noch nicht sicher seid, so lest doch den Artikel von letztemMonat unter www.hanfjournal.de

 

Einige Sorten - wie z. B. Ruderalis-Kreuzungen und frühe Indicassollten Ende September/Anfang Oktober voll ausgereift sein. Die meisten anderenSorten werden zwischen Oktober und November ausreifen. Das Schwierigste ist esjetzt, die Pflanzen lange genug stehen zu lassen, damit sie auch wirklich reifsind.

 

Vor allem Indica-lastige Sorten sind prädestiniert fürSchimmelprobleme in der Endphase der Blüte. Im Gegensatz zu Sativa-lastigenSorten haben sie feste, dicke Blütenstände, die wenig Luftzirkulation zulassen.Das stickige, warmfeuchte Klima in diesen Tops (Blüten, Anm. d. Red.) istidealer Nährboden für Botrytis-Sporen (Grauschimmelsporen). In luftigenSativa-Buds haben sie viel weniger Chancen sich festzusetzen.

 

Botrytis (Grauschimmel), Regen, Kälte und Wind sind diegrößten Hindernisse der letzten Wochen vor der satten Ernte. Hier könnt ihr nunerfahren, wie erfahrene Grower versuchen ihre Ernte unbeschadet durch dieseharte Zeit zu bringen

 

Botrytis gedeiht am besten auf verletztem Gewebe, beikühlem, feuchten (über 50 Prozent) Herbstklima. Es ist schwer, ihn gleich zuAnfang zu entdecken, da er immer tief in der Blüte anfängt zu gedeihen. Erbreitet sich anfangs nur langsam aus. Aber wenn er erst mal voll Fuß gefassthat, so verbreitet sich der Schimmel sehr schnell.

 

Wenn erfahrene Grower Schimmel zwischen den Blütenentdecken, schneiden sie diesen meist sofort mit einer in Alkoholdesinfizierten Schere großflächig aus. Lieber drei Zentimeter Blüten zuvielweggeschnitten als zu wenig. Auch die Entsorgung führen sie sofort und sehrgründlich aus. Entsorgen heißt hierbei aber wegschmeißen! Nicht rauchen!!!

 

Es gibt verschiedenste Mittel gegen diesen Schimmel, diemeisten haben furchtbar klingende, chemische Namen. Leider entwickelt derSchimmel auch schnell Resistenzen gegen diese Chemiekeulen, und auch dieGesundheit der Konsumenten sollte natürlich nicht vergessen werden. Wirklichbehandeln kann man mit Botrytis befallene Pflanzen nicht, nur die weitereVerbreitung verhindern.

 

Vorbeugend hilft sprühen mit Lösungen von „Gliocladiumroseum“ und verschiedenen „Trichoderma“-Sorten. Ich experimentiere auch miteinem Nesselextrakt, der wie fermentierte Kuhscheiße riecht. All diese Mittelmüssen vor dem Befall angewendet werden! (In Deutschland produziert die Firma„Biplantol“ homöopathische Pflanzenprodukte (Vital NT, MykosII), die sich zurVorbeugung gegen Pilzbefall und anderer Krankheiten auch sehr bewährt habenAnm. d. Red.).

 

In Gewächshäusern muss auf sehr gute Ventilation geachtetwerden, vor allem morgens und abends, wenn die Luftfeuchte ansteigt. Ich habein der Schweiz in Gewächshäusern und geschlossenen Räumen auch schonSchwefel-Dampf-Geräte im präventiven Einsatz gesehen. Und scheinbar mit großemErfolg. Diese Geräte sollten im professionellen Gewächshausbedarf zu habensein. Auch Ozongeneratoren verhindern die Ausbreitung von Schimmelsporen.

 

Das Umfeld um die Pflanzen herum muss immer sauber sein.Alte, herabgefallene Blätter werden von erfahrenen Growern immer sofortentfernt. Eine einzelne Spore reicht aus, um eine ganze Pflanze zu infizieren.Und mehr als 60.000 Sporen passen auf einen Fingernagel. Darum werden innere,schwache Triebe meist mit einem scharfen Messer entfernt, damit mehr Luftzirkulieren kann. Ein Freund aus Kanada hat mir erzählt, dass er vorsichtig dieeinzelnen Blütenstände vom Stamm wegbiegt, damit auch an den dichtenBlütenständen noch Luft hinkommt.

 

Achte auf gesunde, unverletzte Pflanzen. Schimmelpilzegreifen immer zuerst geschwächtes und verletztes Gewebe an. Einmal eingenistet,greift der Pilz dann schnell auch auf gesundes Gewebe über. Auch Überdüngungbegünstigt die Schimmelbildung.

 

So, ich hoffe euch damit gut dargestellt zu haben, wie sicherfahrende Grower vor Botrytis schützen. Falls auch ihr auf der InterHanf inBerlin seid, so freue ich mich auf alle, die mir ihre Botrytis-freien Blütenzeigen können (natürlich als Bilder!;-)) Ich werde auf jeden Fall ein paarBilder für meinen Vortrag dabei haben.



Text: Jorge Cervantes / dt, Dirk Rehahn
hanfjournal 04september artikel Jorges Grow Corner Schimmelpilz entzaubert hanfjournal 04september artikel Jorges Grow Corner Schimmelpilz entzaubert hanfjournal 04september artikel Jorges Grow Corner Schimmelpilz entzaubert
hanfjournal 04september artikel Jorges Grow Corner Schimmelpilz entzaubert hanfjournal 04september artikel Jorges Grow Corner Schimmelpilz entzaubert
Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-