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"Safer use" gegen Moralaposteln

Wenn du es schon tust, ist es dann nur falsch oder sollst du es dann wenigstens richtig machen? Eine Frage, mit der sich das Bundesland Brandenburg zur Zeit beschäftigt. Und alles wegen einer kleinen bunten Broschüre über Pilze der Jugendkulturfabrik (JuKuFa) in der Stadt Brandenburg. (pub. april 2003
Publiziert am: 28.03.03 - Medienformen: Medienform Text


Die JuKuFa hat, um eine sinnvolle Drogenaufklärung zu betreiben, eine Broschüre über berauschende Pilze veröffentlicht. Da die JuKuFa für eine akzeptierende und auch sinnvolle Drogenpolitik einsteht, druckten sie natürlich auch „Safer use“-Richtlinien ab. Und genau dies war ein Stein des Anstoßes für die JU Brandenburg. Die jungen Konservativen stellten sogar den Vorwurf auf, dass die Aktivisten der Kulturfabrik nicht in der Lage wäre „sich objektiv und zielorientiert der Problematik zu stellen.“ Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Mit ihrer Aktion startete die JU Brandenburg einen Feldzug gegen „Safer use“, einer nach langen Grabenkämpfen bundes- und europaweit anerkannten und überaus erfolgreichen Präventionsstrategie. Die Demontage dieser sinnvollen und ehrlichen Aufklärung kann große gesundheitliche Auswirkungen bei Drogengebrauchern haben. Jeder Konsument muss die Möglichkeit bekommen, an Informationen und Wissen über einen möglichst ungefährlichen Drogenkonsum zu gelangen. Wer diese den Menschen verwehren will, wie dies die JU Brandenburg und mit ihr auch die DVU und SPD tun will, setzt die Menschen bewusst und kalkuliert einem gesundheitlichen Risiko aus.

Der Rückzug auf die Moralapostel-Instanz, auf der man nur den generellen Drogenkonsum ablehnt, scheint für viele der einfachste Weg in der Drogenpolitik zu sein. Dieser scheint aber ganz dem Motto zu folgen: Je mehr ich meine Augen vor der Realität verschließe, desto weniger sehe ich was mir nicht passt. Die Menschen benötigen aber keine Weckgucker, sondern Helfer und Aktivisten. Wer Menschen erklärt wie sie am ungefährlichsten Drogen konsumieren können, ruft noch lange nicht zum Konsum auf.

Eine weitere Auseinandersetzung bei den Flyern besteht bei der Frage „Rechts-Tipps“. Die Autoren wiesen in der Broschüre darauf hin, „die Verwechslung mit Speisepilzen ist natürlich nicht strafbar“. Diese Aussage ist natürlich jedem Prohibisten ein Dorn im Auge. Doch auch eines ist klar: Leute auf ihre verfassungsmäßig garantierten Rechte hinzuweisen darf kein Vergehen sein. Natürlich ist es kein Verbrechen, wenn jemand – aus Versehen – normale Speisepilze mit illegalen „Magic Mushrooms“ verwechselt. Und auch solch ein Hinweis kann viele Konsumenten schützen, nämlich vor den Gräueltaten von Seiten des Staates, denen Sie sonst ausgesetzt wären.

Die Diskussion um die Broschüre ist rational betrachtet unverständlich. So weisen die Autoren sogar darauf hin, dass ein „risikofreier Drogenmissbrauch ... niemals möglich“ ist. Mit solchen Flugblättern stellt man die Prävention deutlich vor die Repression, und genau das ist der richtige Weg. Denn die Repression hat in ganz Deutschland versagt, keiner hält sich mehr an das BtMG und alle belächeln den Staat für seine Realitätsferne. Repression und Abschreckungspolitik haben noch keine sinnvollen Erfolge erzielt, eine aufklärende und akzeptierende Drogenarbeit dagegen schon.

Autor: Werner Graf

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