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Gen-Gras für alle!
Cannabisgegner zeigen Kreativität
(Pub. April 2004)
Publiziert am: 07.04.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04april artikel Gen-Gras für alle! Cannabisgegner zeigen Kreativität

Hin und wieder erreichen unsere Redaktion echt skurrile Meldungen. Die schrägste aus diesem Monat: „Kiffernews: Gen-Gras der Renner“. So titelte die „taz“ am 11.03.2004 auf Seite zwei.

Und da uns das einfach keine Ruhe gelassen hat, dass wir derart wichtige Entwicklungen verpennt haben (und außerdem dieses phänomenale Gen-Gras unbedingt mal probieren wollten), haben wir gleich mal weiterrecherchiert.

Und siehe da, die „taz“ war nicht die einzige die von dieser Entwicklung Wind gekriegt hat. Yahoo, die Rheinische Post und selbst der österreichische Standart titelten verblüffend ähnlich. Anlass war wohl eine Pressekonferenz des Zolls, bei der ein größerer Fund vorgestellt wurde, der wohl angeblich aus diesem mysteriösen Gen-Gras bestand. Diese Meldung wurde dann von den Presseagenturen weiterverbreitet und von so manchem Medium gewohnt unkritisch übernommen.

Aber was hat es denn nun wirklich auf sich mit diesem Gen-Gras, von dem derzeit alle Welt redet? Also: Grundsätzlich unterscheidet es sich, zumindest laut dem Zolloberamtsrat, der die Funde vorstellte, von normalem Marihuana dadurch, dass es einen Cannabis-Gehalt von 20 statt bisher sechs Prozent habe. Das erscheint uns etwas fragwürdig, denn schließlich sind wir bisher davon ausgegangen, dass echtes Cannabis circa 100 Prozent Cannabis enthält. Logisch, oder?

Und selbst wenn wir so nachgiebig sind und diesen kleine Versprecher verzeihen, den übrigens selbst die „taz“ ungehemmt nachgeplappert hat, bleiben noch einige Fragen offen. Gemeint war vermutlich der THC-Gehalt. Und die Steigerung ebendieses von circa sechs auf circa 20 Prozent ist das Ergebnis jahrelanger selektiver Züchtungen. Ein THC Gehalt von sechs Prozent war vielleicht in den Siebzigern noch aktuell, lockt jedoch heute keine Sau mehr hinter dem Ofen hervor.

Das gibt auch ebendiese Agenturmeldung zu, indem sie einräumt, dass der hohe THC-Wert seit einigen Jahren durch spezielle Züchtungen entstanden sei, ob dabei nun wirklich Gentechnik im Spiel ist, bliebe offen.

Na und warum dann trotzdem diese reißerischen Überschriften? Hier hat wohl die Gier nach Aufmerksamkeit den Fight gegen die Objektivität ganz klar gewonnen. Das wird umso eindeutiger wenn man Sätze liest wie: „Viele Heroin-Dealer würden mittlerweile auf den Vertrieb der neuen Züchtungen setzen.“ Das sieht doch ganz klar mal nach einer superplumpen Hetzkampagne aus, denn dieser Satz legt doch nahe, dass das neue Killergras ähnlich stark wie Heroin ist – so ein Schwachsinn!

Und dieser neue Versuch unser Lieblingskraut zu verteufeln (der übrigens unter ähnlichem Wortlaut als „heutiges Gras 20-mal stärker als früher“ erst vor kurzer Zeit durch die Medien geisterte), hat auch schon prominente Unterstützer gefunden: Marion Caspers-Merk, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, warnt davor das Thema zu verharmlosen, denn: „Der Stoff selbst ist härter, die Konsummuster der Jugendlichen werden es auch.“

Als Konsument sollte man sich von so einem Kram nicht beeindrucken lassen. Denn selbst wenn das Gras plötzlich einer wahren Wirkstoffexplosion unterlegen wäre, könnten wir uns doch nur drüber freuen. Wir wollen doch gutes Gras! Und gesünder ist es zudem auch noch, mit weniger Rauch die gleiche Menge Wirkstoff aufnehmen zu können. Aber wie gesagt, wir haben von dieser Qualitätsverbesserung noch nichts mitgekriegt.

Und glaubt uns, wir wären die ersten . . .

Martin Schwarzbeck


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