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Regierung bestellt kein Gras mehr!
Geringe Nachfrage für medizinisches Cannabis in den Niederlanden
(Pub. April 2004)
Publiziert am: 07.04.04 - Medienformen: Medienform Text


Noch vor kurzen haben wir berichtet, dass die Niederlande nun als erstes Land überhaupt Cannabis als Medizin anerkannt hat. Nun scheint es aber so, dass die geringe Nachfrage von Konsumenten das Projekt gefährdet. Hersteller und Händler scheinen gerade in den billigeren Coffee Shops eine unschlagbare Konkurrenz zu finden.

Tausende von Patienten, die unter Multipler Sklerose, Krebs, Morbus Crohn oder Aids leiden, sollte geholfen werden. Zumindest war das der Plan der holländischen Regierung und deshalb erlaubten sie erstmalig Cannabis in der Apotheke anzubieten. Deshalb bekamen auch zwei Betreiber im vergangenen September eine Lizenz Cannabis auch in größeren Mengen anzubauen. Nun, rund ein halbes Jahr später sieht die erste Zwischenbilanz sehr mager aus. Bas Kuik vom Gesundheitsministerium in Den Haag räumt sogar ein, dass die „Nachfrage die Erwartungen bisher nicht erfüllt“ hat.

Die Regierung hat noch im September mit rund 8.000 Patienten gerechnet, die auf das legale Gras zugreifen würden. Bisher sind aber nur rund 1.000 Personen mit Cannabis-Rezepten in die Apotheken gekommen. Für die beiden Produzenten ist dies existenzgefährdend. „Uns steht das Wasser bis zum Hals. Wir halten so nicht mehr lange durch“ berichtete Tjalling Erkelens. Sein Betrieb im nordniederländischen Veendam hat bisher etwa 100 Kilogramm Cannabis geliefert. Rentieren würde sich der Anbau aber erst ab Mengen von mindestens drei Mal so viel. Und seit über zwei Monaten hat der Staat nun schon keinen Nachschub mehr geordert.

Die größte Konkurrenz des medizinischen Hanfes liegt einerseits in den Coffee Shops, die Cannabis zu weit geringeren Preisen verkaufen. Fünf Gramm des medizinischen Cannabis kosten in der Apotheke 44 bis 50 Euro, im Shop nur zehn. Und dann wird auch nicht von allen Krankenkassen das Weed erstattet, was noch mehr Menschen in die Coffee Shops treibt.

Die holländische Regierung denkt aber derzeit nicht daran an der Preispolitik etwas zu ändern. Sie wirbt wie viele Mediziner lieber weiter für die Qualität des Apotheken-Grases, denn nur die staatlichen Kontrollen garantieren, dass das Cannabis frei von Schimmel, Bakterien, Schwermetallen und Pestiziden ist und einen konstanten Wirkstoffgehalt aufweise.

Wie es nun in den Niederlande weitergeht ist derzeit noch offen. Die Hersteller hoffen, dass die Patienten bald erkennen, welch qualitativer Vorteil im Apotheken-Gras liegt und die Konsumenten hoffen, dass dieses bald billiger wird. Wir bleiben für euch also am Ball.

 

Werner Graf


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