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Thailand geht in die zweite Runde
Endgültiger Sieg über die Drogen war wohl doch nicht so endgültig
Publiziert am: 07.04.04 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 04april artikel Thailand geht in die zweite Runde

Wirklich ernste News gibt es diesen Monat aus Südostasien zu berichten. Die thailändische Regierung hat den Kampf gegen die Drogen wieder aufgenommen. Und das vermutlich in altbekannter Härte.

Bei ihrer letzten Offensive vor knapp einem Jahr waren die thailändischen Gesetzeshüter dermaßen skrupellos vorgegangen, dass dabei mehrere tausend Menschenleben auf der Strecke blieben. 2.500 Tote zählte die dreimonatige Kampagne. Diese von der Staatsgewalt hingerichteten Dealer, Konsumenten und Unbeteiligten fielen nach offiziellen Angaben Bandenkriegen zum Opfer.

Das erschien nicht nur uns unglaubwürdig, auch Amnesty International forderte unabhängige Untersuchungen. Die gab es jedoch bis heute nicht. Lediglich in 46 Fällen wurden offizielle Ermittlungen eingeleitet, inzwischen gab es den ersten Freispruch für einen Polizisten. Stattdessen wurde mittlerweile die zweite Runde des Krieges gegen die Drogen in Thailand eingeläutet.

Nachdem die thailändische Regierung gegen Ende ihrer letztjährigen Aktion den endgültigen Sieg über die Drogen propagiert hatte, normalisierten sich die Preise für Pillen und Pülverchen, die kurzzeitig in die Höhe geschnellt waren, innerhalb weniger Wochen.

Nix gelernt könnte man also sagen, wenn man die aktuellen Anstrengungen betrachtet. Denn außer internationaler Kritik (unter anderem aus Amerika, dem Staat der für die konsequente Achtung der Menschenrechte so berühmt ist!) hat diese Aktion gerade einmal nichts gebracht. Nichts!

So sinnlos sie auch waren, all diese Opfer müssen nicht umsonst gewesen sein. Denn immerhin könnte dieser thailändische Krieg gegen die Drogen ein Beispiel sein. Ein miniaturisiertes und zeitgerafftes Ebenbild des weltweiten War on Drugs. Und wir und der Rest der Welt könnten zumindest diese eine Lektion lernen, die sich daraus ergibt:

Krieg gegen die Drogen zu führen nutzt niemandem und zerstört dennoch Existenzen. Und vor allem: So brutal man auch vorgeht, die Drogen an sich wird man niemals besiegen, solange es noch Menschen auf dieser Erde gibt.

Aber hey, wir sind ja jetzt nicht erst seit gestern dabei und haben zumindest eins gelernt: Wenn es jemanden gibt, den rationale Argumente gerade mal überhaupt nicht interessieren, dann sind das Regierungen im Kampf.

Sei es der Wahlkampf, der Kampf gegen die Drogen oder echte Kriege. Das Prinzip ist dasselbe. Immer den Gegner schlecht machen und auf keinen Fall den Kurs wechseln, auch wenn es noch so gute Argumente dafür gibt, denn das gilt als Zeichen von Schwäche.

Martin Schwarzbeck


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