Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

news
Druckversion

Endlich: Die erste freie Tüte!

Erster Deutscher wegen medizinischer Verwendung von Cannabis freigesprochen!
(Pub. August 2003
Publiziert am: 03.08.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03august artikel Endlich: Die erste freie Tüte!

Endlich ist es soweit, die Rechtsprechung hat eingelenkt. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte wird einem Kranken der Konsum von natürlichen Cannabisprodukten erlaubt. Dieser wurde bisher mit dem Argument verboten, dass die illegalisierte Arznei Cannabis und ihr therapeutischer Nutzen durchaus mit adäquaten (aber weitaus kostspieligeren) Substanzen aus den Labors der Pharmaindustrie ersetzt werden könnten. Jetzt hat sich aber ein Präzedenzfall gefunden, der dies widerlegt.
Der 40-jährige Mannheimer Michael F. ist ab sofort der einzige Deutsche, dessen Rauchgewohnheiten gesetzlich toleriert werden. Er leidet sowohl unter Multipler Sklerose als auch unter Ataxien. Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, in deren Verlauf Nervenzellen geschädigt und zerstört werden können. Ataxien sind Koordinationsstörungen, die sich auf Sprache, Gang und Feinmotorik auswirken. Sie sind oft Folge der Multiplen Sklerose. Die Krankheit tritt in Schüben auf, eine Klärung der Ursachen, sowie eine zuverlässigen Medikation steht noch aus. Michael F. leidet daran, seit er 24 ist. Sein Leidensweg führte ihn über verschiedene Krankenhäuser, über Behandlungen mit Cortison und Psychopharmaka bis zum Cannabis. Erst hier fand er wirkliche Linderung. Das Gras linderte nicht nur seine verschiedenen, durch die Krankheit bedingten, Beschwerden besser als die chemischen Alternativen, sondern es rief auch wesentlich weniger Nebenwirkungen hervor. Daraufhin machte er Cannabis zu seiner beinahe einzigen Medikation.
Um Versorgungsschwierigkeiten und Qualitätsschwankungen auszuweichen, blieb nur der Eigenanbau. Doch der wäre ihm fast zum Verhängnis geworden. Zweimal durchsuchte die Polizei seine Wohnung, und brachte dabei eine durchaus ansehnliche Beute zutage. Knapp 600 Gramm Gras und Pflanzenmaterial wurden sicher gestellt. Doch wer zuletzt lacht, lacht am besten! Zu seiner Gerichtsverhandlung holte Michael F. einen Sachverständigen, der ihm eindeutig bestätigte, dass es gegen das Auftreten von Ataxien im Zusammenhang mit Multipler Sklerose kein wirksames Medikament gibt außer Cannabis. Ein von der Staatsanwaltschaft hinzugezogener Gegengutachter konnte das nur bestätigen. Das bedeutet, dass hier eine rechtliche Ausnahmeregelung auftritt, der Notstand.
Der tritt dann ein, wenn die drohende Gefahr für ein schutzbedürftiges Rechtsgut so atypisch ist, dass hierauf in den Gesetzen nicht eingegangen wurde. Michael F. schützt sein Leben und seine Gesundheit. Da er dies mit pharmazeutischen Alternativen nicht in der bisherigen Qualität tun kann, darf er auch die illegalen nutzen. Typischerweise gesteht die deutsche Justiz dies nur einem Einzelfall zu, der spezieller kaum sein könnte. Was ist mit all den anderen Patienten, die Cannabis zwar nicht als einzigen, aber als gesündesten Weg der Medikation wahrnehmen? Oder all denjenigen, die es nur zur Behandlung psychischer Befindlichkeitsstörungen benutzen? Auch für diese Menschen muss es Freiheit geben. Von freien Sprüchen, freier Köpfen in freien Gerichten können wir nicht genug bekommen. Die FreiZeit kommt – zumindest hoffen wir das. Und auch der Rechtsstreit wird weiter gehen, denn der Staatsanwalt hat schon Berufung gegen den FreiSpruch eingelegt. Das Hanf Journal bleibt auf jeden Fall für euch dran.





Autor: Martin Schwarzbeck

Mehr zum Thema:

Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

* Exzessiv das Magazin


Weitere Videos von -Exzessiv
 
*
  Sonderausgaben
-