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Hau den Lukas

(Pub. August 2003)
Publiziert am: 03.08.03 - Medienformen: Medienform Text

hanfjournal 03august artikel kommentar Werner Graf

Lukas ist ein ganz armer Hund. Echt, glaubt mir, den Lukas hat’s echt Scheiße erwischt. Also neulich, ja, da bestellte der Lukas ein Duftkissen bei einem Internethandel. Und was passierte: die Polizei durchsuchte den Handel, beschlagnahmte die Adressen und fiel dann tatsächlich bei Lukas ein. Echt Scheiße gelaufen, was? Das war noch lange nicht alles. Denn als begeisterter Festivalbesucher war dies nicht sein letzter Kontakt mit den Bullen. Kaum zum Sommerjam gekommen, durchwühlten grüne Männer schon sein Auto und fanden fünf Gramm Haschisch. Und schon wieder hieß es: Mit aufs Revier! Was bei der Heimreise von Holland oder beim Chillen im Park passierte, könnt ihr euch nun ja analog denken. Na, was sagt ihr nun? Beim Lukas ist das doch echt mal dumm gelaufen . . . Und das obwohl Lukas weder dealt noch übermäßig viel konsumiert. Doch die Polizei hat anscheinend Spaß gefunden, Hau den Lukas zu spielen.

Wer Lukas denn nun ist, fragt ihr euch? Na im Prinzip ist Lukas der kleine User von nebenan, der eigentlich nur einen angenehmen Drogenabend haben will und ansonsten sehr harmlos ist. Genau auf den geht die Polizei nun immer mehr los. Bei den registrierten „Tatverdächtigen bei Konsumentendelikten“ konnte ein Anstieg um fünf Prozent auf 147.900 Personen festgestellt werden. Großdealer und Mafiabosse geraten immer mehr in den Hintergrund. Doch warum das ganze?

Auch wenn sie es in der Öffentlichkeit immer wieder bestreiten würden, dass das Verbot und die Verfolgung von Dealern und Großhändlern nichts bringt, hat es wohl allmählich auch der letzte Polizist gemerkt. Nimmt er den einen hoch, wartet an der nächsten Ecke bzw. im nächsten Klassenzimmer schon der nächste Verchecker. Die Hoffnung, auf die sich das Beamtensystem nun stützt, ist Abschreckung. Die Losung ist simpel: Wenn wir den Konsumenten nur genügend Angst einjagen erwischt zu werden, werden sie auch seltener etwas kaufen. Panikmache ist also angesagt, vor Festivals, vor Diskotheken, vor Grenzen oder an Bahnhöfen. Auch im Rauschgiftjahresbericht 2002 beklagt sich die Polizei über das steigende Interesse junger Menschen an Drogen: „Ferner ergibt sich aus den Ergebnissen der Umfragen, dass vornehmlich bei Jugendlichen die Probierbereitschaft dieser beiden Rauschgifte (Anm. d. Red.: gemeint sind hier Cannabis und Ecstasy) zunimmt.“
Doch aufgehen wird auch diese Strategie nicht. Der Dealer wird auch weiterhin sein Geld verdienen und der User auch weiterhin die Droge seiner Wahl konsumieren wollen. Auch wenn der Staat – zum Schutze unserer Gesundheit – grüne Männer hinter Kiffern herschickt bringt das nichts, na ja mehr Staatskosten sind immer drin. Treffen tut es nun jedenfalls die Falschen, aber auf irgendjemand muss ja auch die Polizei draufhauen können.


Autor: Werner Graf

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