Hanf Journal Logo Teil 1
Hanf Journal Logo Teil 2
*
  SITEMAP
 
  * Rubriken
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

*
 
*
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-

*
 
*
-
-
-

news
Druckversion

Gehe direkt ins Gefängnis – Ziehe nicht über Los

Summerjam 2003 und die schlimmen Kiffer
(Pub. August 2003)
Publiziert am: 03.08.03 - Medienformen: Medienform Text


Summerjam. Das klingt nach locker-auf-der-Wiese-rumhängen, Reggae hören und rauchen. Pustekuchen! Das sonst so harmonische Summerjam wurde dieses Jahr von düsteren Wolken verdunkelt. Aufgrund der letztjährigen Festnahme eines Großhändlers mit 57 kg Gras und 116 weiteren Anzeigen gegen Konsumenten und Kleinchecker drehte sich die öffentliche Diskussion im Vorfeld fast nur um den Genuss von Marihuana. Da meinte die Kölner Polizei einschreiten zu müssen. Und so legte sie dem Oberbürgermeister von Köln nahe das Festival zu verbieten. Hunderte entrüstete Zuschriften erreichten den OB, nachdem das bekannt wurde. Und sie hatten Erfolg! Das Festival fand auch in diesem Jahr in Köln statt. Aber unter welchen Umständen? Die sonst so relaxte Festivalatmosphäre wurde durch den Anblick von massiven Polizeiaufgeboten an den Einlasskontrollen abrupt zerstört. Sogar von Zeltdurchsuchungen durch den Bundesgrenzschutz ist da die Rede (so zitierte der WDR einen Besucher). Den Höhepunkt der Repression erreichte das Ganze, als die Veranstalter sich noch nicht einmal mehr trauten, die völlig legale Wortschöpfung „Ganjaman“(ein Musiker) in ihr Programmheft zu übernehmen. So etwas trübt natürlich die Stimmung. Nicht wenige Kiffer haben nicht nur mit schönen Erinnerungen, sondern auch einer Anzeige im Gepäck den Heimweg angetreten. 490 Anzeigen wegen Verstoßes gegen das BtMG wurden dieses Jahr ausgestellt. Bis auf wenige Ausnahmen immer in Bezug auf Cannabis. Das heißt, dass jeder 50. Besucher angezeigt wurde (bei einem glorreichen Schnitt von weniger als fünf Gramm pro Anzeige). Es wurden, trotz des massiven Einsatzes, weniger Dealer erwischt als im letzten Jahr. Wie immer trifft es also hauptsächlich die Konsumenten. Die Polizei erklärt diese Verringerung mit einer durch die Kontrollen ausgelösten Verlagerung der Geschäfte auf den Zeltplatz. Sie scheint also durchaus einzusehen, dass repressives Verhalten wenig Erfolg nach sich zieht - aber warum setzt sie diese Erkenntnis nicht um? Der OB von Köln neigt jedenfalls dazu auch den nächsten Summerjam zu genehmigen.
Sicher gibt es Menschen die Probleme mit ihrem Konsumverhalten haben, aber ob denen durch superstrenge Einlasskontrollen geholfen wird, bleibt fragwürdig. Weitaus größeren Anklang als das Polizeiaufgebot vor der Tür fand jedenfalls das interaktive und kreative Informations- und Beratungs-Areal. Hier gab es zum Beispiel Diskussionen über Drogen mit den auftretenden Künstlern.
Aber seien wir mal ehrlich, wenn es tatsächlich in irgendeiner Weise Probleme mit Volksfesten gibt, dann sind das selten die Kiffer. Ein Besucher, der seit 1998 regelmäßig auf dem Summerjam dabei war, berichtet, dort noch keine einzige Schlägerei mitbekommen zu haben. Da sieht es auf dem Oktoberfest doch schon ganz anders aus. 220 Körperverletzungen, fünf Vergewaltigungen und elf verletzte Polizisten hatte die Polizei letztes Jahr zu berichten. Ganz abgesehen von den 217 angehaltenen alkoholisierten Autofahrern (nur in der ersten Woche!) und, man glaubt es kaum: Gar nicht wenigen Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz. Kölns Polizeidirektor Granitzka versuchte den Summerjam mit dem Argument, dass das Festival von der Musik und dem Publikum her so angelegt sei, dass dort Drogen in hohem Maße konsumiert werden, von anderen Volksfesten zu trennen. Aber wie ist es denn da mit unserem Lieblingsbeispiel, dem Oktoberfest? Bei angekündigten sechs Millionen Litern Bier auf sechs Millionen Besucher kann man wohl kaum davon ausgehen, dass dieses Fest nicht zum Drogenkonsum ausgelegt ist. Das Oktoberfest ist zum Saufen da. Das weiß selbst die Polizei und es soll hier auch kein Urteil darstellen. Drogen gehören zur Freizeitkultur - welcher auch immer - nun einmal dazu. Aber dann lasst uns bitte auch in Ruhe unsere nehmen!


Autor: Martin Schwarzbeck

Mehr zum Thema:

Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

Versenden: Artikel drucken Druckversion Versenden: Artikel bookmarken bei einem ServiceBookmark it!

Mehr zum Thema:

- Diskutiere das Thema im Hanf Journal Forum

 
*
 Aktuelles HanfJournal
-